„Es ist richtig Zug drin“

OFC Trainer Steuernagel nach 15:0 in Steinheim zufrieden

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Erster Auftritt im OFC-Trikot: Nejmeddin Daghfous (rechts), hier gegen den Neu-Steinheimer Alessandro Fröb.

Die Kickers haben im fünften Testspiel den dritten zweistelligen Sieg eingefahren. Dabei gab ein Neuzugang seinen Einstand.

Steinheim - 600 Zuschauer sahen vor allem im zweiten Durchgang einen spielfreudigen und torhungrigen OFC.

In Spiel eins nach dem Abgang von Ko Sawada in die japanische J-League zeigte erstmals der vorerst letzte Zugang der Kickers, was er kann. Neben zwei humorlos erzielten Treffern ließ Nejmeddin Daghfous aufblitzen, welche technischen Fähigkeiten er besitzt. Doch Daniel Steuernagel bremste zu hohe Erwartungen an den 144-mal in der 2. Bundesliga aktiven Offensivspieler. „Er hat noch einigen Rückstand“, erklärte der OFC-Trainer. Daghfous hatte nach seinem Kreuzbandriss gegen Ende der vergangenen Saison zwar wieder für den Zweitligisten SV Sandhausen auf dem Platz gestanden, danach aber warfen ihn gesundheitliche Probleme zurück. Steuernagel ließ offen, ob der 32-Jährige schon zum Saisonstart am Wochenende des 27./28. Juli eine Option sei.

Trainer des SVG Steinheim war nach den 15 Gegentoren leicht angesäuert

Dennoch: Was Daghfous in Steinheim andeutete, war ansehnlich. Als er Mitte der ersten Hälfte einen weiten Pass aus der eigenen Hälfte mit der Hacke Richtung Steinheimer Strafraum beförderte, ging ein Raunen durch die Zuschauer, die sich bei hochsommerlicher Witterung in der Mehrzahl unter den schattenspendenden Bäumen des Sportplatzes am Steinheimer Pfaffenbrunnen aufhielten. Unter ihnen weilte in Josef „Seppl“ Weilbächer auch ein Mitglied der Offenbacher Pokalsieger-Mannschaft von 1970. „Da sind einige gute Fußballer dabei“, lobte der in Steinheim wohnende 74-Jährige.

OFC mit Qualität im Kader

Das musste leicht zähneknirschend auch Ex-Kickers-Profi Jürgen Baier einräumen. Der Trainer des SVG Steinheim war nach den 15 Gegentoren leicht angesäuert. „Alles unter zweistellig wäre okay gewesen, doch dafür musst du mehr tun. Aber der OFC hat auch eine brutale Qualität im Kader.“ Nach einer Woche Vorbereitung wehrten sich die Steinheimer, unter anderem mit dem früheren OFC-Profi Fouad Brighache, nur in der ersten Hälfte recht erfolgreich.

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In Durchgang zwei, in dem Richard Weil Maik Vetter als Kapitän ablöste, ließen die Kickers den Steinheimern keine Zeit zum Durchatmen. Steuernagel war nicht nur damit zufrieden. Nach drei Wochen Vorbereitung stellte er fest: „Es ist richtig Zug drin.“ Was auch daran liegt, dass bis auf Gerrit Gohlke (Pferdekuss im Oberschenkel) und Leonidas Tiliudis alle Akteure gesund sind. Der aus der A-Jugend zu den Profis beförderte Tiliudis hat nach scheinbar kurierter Schambeinentzündung einen Rückschlag erlitten.

Weil die Integration der 14 Neuzugänge reibungslos voranschreitet, wird der OFC auf ein angedachtes Trainingslager verzichten. Kein Problem für Steuernagel: „Wir haben ja super Trainingsbedingungen.“ Um die Integration weiter zu forcieren, kündigte er für den weiteren Verlauf der Vorbereitung Teambuilding-Maßnahmen abseits des normalen Programms an; „Es gibt ja einige tolle Möglichkeiten dazu in der Region.“

Das nächste Testspiel wird ein Stresstest für die neuen Kickers. Im AFC Wimbledon stellt sich kommenden Samstag (15 Uhr) ein englischer Drittligist im Sparda-Bank-Hessen-Stadion vor.

Die Aufstellungen

SVG Steinheim: Naase - Hartmann, Blocher, Brighache, Zormpalas, Goldammer, Fröb, Khederzadeh, Bacher, Camara, Balzer (nach der Pause eingewechselt: Gültekin, El-Jazouli, Breitgraf, Natale, Meisel, Busch, Ucar, Sileshi)

OFC, 1. Halbzeit: Draband - Lemmer, Albrecht, Pezzoni, Scheffler - Vetter, Campagna, Rodas, Hecht-Zirpel - Daghfous, Hirst

OFC, 2. HZ: Draband - Schikora, Ikpide, Lovric, Marcos - Pyysalo, Weil, Garic, Kurz - Reinhard, Shala

Zuschauer: 600 - Tore: 0:1 Pezzoni (2.), 0:2 Vetter (20.), 0:3 Daghfous (21.), 0:4 Albrecht (33.), 0:5 Daghfous (41.), 0:6 Reinhard (54.), 0:7 Shala (57.), 0:8 Pyysalo (64.), 0:9 Schikora (66.), 0:10 Kurz (71.), 0:11 Shala (74.), 0:12 Schikora (83.), 0:13 Weil (84./FE), 0:14 Schikora (87.), 0:15 Weil (88.)

Von Jörg Moll

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