Kickers Offenbach

Offenbacher Sehnsucht nach Klarheit

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„Erster Schritt von vielen“: OFC-Torschütze Jake Hirst (Zweiter von links) wertet das 2:0 gegen den VfB Stuttgart II als Teiletappe im Streben darin, „die Fans wieder auf unsere Seite zu ziehen“.

Die Ungewissheit um die Zukunft des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach zerrt an den Nerven aller Beteiligten. Auch nach dem 2:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II bleiben viele Fragen offen. Sportdirektor Sead Mehic wünscht sich baldigst Klarheit.

Offenbach – Das Plakat im Fanblock, auf dem die Entlassung von Sead Mehic und Trainer Daniel Steuernagel schriftlich formuliert wurde, hat der Sportdirektor beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart II natürlich registriert. „Das darf man nicht an sich ranlassen“, sagt der 44-Jährige zwar. Das Verständnis für den aufgestauten Frust der Anhänger ist groß. Und doch ist auch bei ihm Frust deutlich hörbar, weshalb er zwei Tage nach dem nicht souverän, aber dank engagierter Leistung verdienten 15. Saisonsieg - dem ersten nach zuvor sechs Spielen ohne Erfolg - eindeutige Forderungen für die kommenden Tage und Wochen stellt.

„Wir brauchen Klarheit, um planen zu können“, fordert er. Die Ungewissheit, welches Budget zur Verfügung steht, wer künftig die wichtigsten Positionen im Verein - Präsident im e.V. und Geschäftsführer in der Profi GmbH - einnimmt, sorgt zunehmend für Unruhe. Die Höhe des Budgets wird erst dann feststehen, wenn die Gruppe an potenziellen Geldgebern sich dazu äußert. Mehic hofft, dass dies schnell geschieht. „Denn das Arbeiten ist aktuell nicht einfach“, räumt er ein.

Kaderplanung angesichts der Ungewissheit ins Stocken geraten

Die Kaderplanung ist zwar sowohl gedanklich als auch praktisch weit gediehen, aber angesichts der Ungewissheit ins Stocken geraten. „Ich kann keine Verträge abschließen, wenn wir keine Klarheit haben“, sagt Mehic, der zusammen mit dem scheidenden Geschäftsführer Christopher Fiori und dem Trainerteam um Daniel Steuernagel die neue Saison plant.

Mehic erhofft sich auch in punkto Ausrichtung des Vereins klare Aussagen. Für ihn gibt es nur zwei Szenarien: Entweder gelingt es, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Andernfalls müsse man die ungeschönte Wahrheit aussprechen, dass die Zukunft des OFC eben Regionalliga heiße.

Trainer Daniel Steuernagel nahm die Kritik an seiner Person professionell auf. „Ich fordere von meinen Spielern Frustrationstoleranz, dann muss ich sie selbst auch zeigen.“ Gleichwohl erlebte er erstmals, was es heißt, in Offenbach Verantwortung zu tragen. „Bei uns gibt es nur schwarz oder weiß, das ist auch für Spieler nicht einfach“, sagt der 39-Jährige angesichts der lange Zeit merklich zurückhaltenden Fans am Freitagabend, registrierte aber dann erleichtert und erfreut: „Am Ende waren sie wieder da.“

Jake Hirst wünscht sich lang erstehntes Signal zum Aufbruch

Das spürte auch Jake Hirst. „Es war Teil eins von vielen Schritten, die Fans wieder auf unsere Seite zu ziehen“, meinte der Angreifer, der nach Niklas Hecht-Zirpels Führungstor (5.) für die Entscheidung sorgte (84.). Die nächsten Schritte sollen in den letzten beiden Saisonspielen bei Wormatia Worms und gegen den FC Homburg folgen. „Wir wollen uns erhobenen Hauptes aus der Saison verabschieden“, sagt Mehic. Zuvor aber wünscht er sich das lange ersehnte Signal zum Aufbruch.

Von Jörg Moll

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