Wahl des neuen Präsidiums

Oliver Roth steigt beim OFC ein

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Oliver Roth

Offenbach - Die Gremien der Offenbacher Kickers haben den Weg frei gemacht für eine vorzeitige ordentliche Mitgliederversammlung des Fußball-Drittligisten. Nach einer Sitzung von Verwaltungsrat und GmbH-Aufsichtsrat steht fest, dass nun doch schon am 20. oder 21. September ein neues Präsidium gewählt wird. Von Jörg Moll

Als bisher einziger Kandidat stellte Dr. Frank Ruhl seine Mannschaft vor. Über die Atmosphäre und die Inhalte des Abends bewahrten alle Parteien Stillschweigen. Eine Entspannung der verhärteten Fronten war nicht zu erwarten. Zur Runde gehörten auch Vertreter des Wahlausschusses, des Ehrenrates - und der zurückgetretene Geschäftsführer Thomas Kalt.

Bisher keine weiteren Bewerbungen

Weitere Bewerbungen gibt es bislang offiziell nicht, bestätigte Siebert. Gespräche laufen aber, was auch Volker Eckrich bestätigte. Der Vizepräsident wird wie Schatzmeister Horst Zang für eine Zusammenarbeit mit Ruhl nicht zur Verfügung stehen. „Es hat sich nichts geändert: Wir können uns mit diesem Weg nicht identifizieren“, betonte Eckrich.

„Jetzt sind die Mitglieder gefragt“, meinte Ruhl mit Blick auf die Mitgliederversammlung. Das „oberste Organ des Vereins“ solle nun mit seinem Votum die Richtung vorgeben. Ruhls Slogan im „Wahlkampf“ steht und ist ein altbekannter am Bieberer Berg. „Neubeginn jetzt - Zusamme schaffe mers“, formulierte er einen Appell, den einst Kickers-Manager Klaus Gerster in den 90er jahren als Losung für den Aufstieg von der Oberliga bis in die 2. Liga gewählt hatte.

„In diesem Satz steckt viel Wahrheit“, sagte Ruhl - und verdeutlichte nochmals seinen Anspruch: „Ich stehe für den Wandel, für das Neue.“ Als wichtigsten Ansatz für einen Neubeginn hat er „vollkommene Transparenz zur vertragsrechtlichen Situation“ auch gegenüber den Gremien angekündigt.

Neben der Offenlegung aller Zahlen sei für ihn von großer Bedeutung, alle Details vorhandener Verträge zu erfahren. „Das wird der Schwerpunkt der Analyse und ein Berg von Arbeit“, ist der langjährige Industriemanager überzeugt.

Alle Zahlen auf den Tisch

Bei der Mitgliederversammlung sollen alle Zahlen auf den Tisch kommen. Allerdings werde es laut Siebert nicht möglich sein, die Gewinne und Verluste der GmbH von einem Wirtschaftsprüfer testiert zu erhalten. Dies wäre erst ab Mitte Oktober möglich gewesen. Mit diesem Kompromiss müsse man aber leben. „Wichtig ist, dass der Verein schnell seine Handlungsfähigkeit erhält“, meinte Eckrich.

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Zusage mit Signalwirkung

Ein weiteres Ergebnis der laut Eckrich „teilweise hochemotionalen“ Zusammenkunft: Die Verpflichtung eines zweiten Geschäftsführers ist bis zu den Wahlen auf Eis gelegt. Das Vorstands-Duo Eckrich/Zang hat zugesichert, keine die Zukunft des Vereins belastenden Maßnahmen zu treffen. Die Suche nach einem neuen Sportmanager läuft aber. Einen Kandidaten schloss Ruhl aus: „Ich schätze Bernd Reisig sehr, er ist ein kompetenter Manager.“ Aber die aktuelle Arbeit des langjährigen Funktionärs des FSV Frankfurt als Spielervermittler passe mit einer Tätigkeit beim OFC nicht zusammen.

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