OFC-Präsident spricht Vertrauen aus

Plädoyer für Steuernagel und Mehic

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Offenbacher Lichtblick: Jake Hirst (links) überlupft Ulms Torwart Christian Ortag und trifft im ersten Regionalliga-Einsatz zum ersten Mal für die Kickers. Seinen zweiten Treffer vereitelte später der Ulmer.

Offenbach - Der Frust und die große Unruhe im Umfeld über den Fehlstart der Offenbacher Kickers in der Fußball-Regionalliga Südwest nagt auch an Helmut Spahn. Von Jörg Moll 

Doch der Präsident des OFC stärkt Sportdirektor Sead Mehic und Trainer Daniel Steuernagel den Rücken - und verknüpft seine Position sogar damit.
„Mit diesem Start habe ich nicht gerechnet“, räumt Helmut Spahn ein. Der Präsident der Offenbacher Kickers, beim 1:2 (0:2) am Freitagabend in Ulm nicht live vor Ort, ist nach zwei Punkten aus vier Spielen darum bemüht, Ruhe zu wahren. „Politikern räumt man auch 100 Tage ein“, sagt er und stellt klar, dass weder Steuernagel noch Sportdirektor Sead Mehic zur Disposition stehen. „Nach unserer Analyse der vergangenen Saison haben wir uns bewusst für diesen Trainer entschieden“, betont Spahn. Der Präsident verteidigt auch die Zielsetzung. „Wir hatten eine Mannschaft, die Dritter geworden ist, da können wir doch jetzt nicht sagen, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wollen.“

Steuernagel hatte in der Vorbereitung mit einer höheren Trainingsintensität, einem verstärkten Fokus auf Athletik und einem veränderten Spielsystem neue Reize gesetzt. Auch eine gemeinsame Mahlzeit am Tag gehört zu den Veränderungen im Alltag der Kickers-Profis. Hinter diesen Maßnahmen steht der Aufsichtsratschef der Profi GmbH auch nach vier sieglosen Partien, die er nicht schönreden mag („Grottenschlecht“). „Aber vielleicht braucht die Neuausrichtung noch etwas Zeit“, sagt Spahn. Auch die Zielsetzung, um die Meisterschaft mitzuspielen, mag er noch nicht korrigieren. „Aber wir brauchen jetzt einfach ein Erfolgserlebnis.“

Bilder zum OFC-Spiel in Ulm

Noch deutlicher wird Spahn in der Personalie Sead Mehic. Der Sportdirektor, der bei Kickers-Fans wegen seiner Personalpolitik in die Kritik geraten ist, genießt das volle Vertrauen. „Sead macht mit den Mitteln, die wir haben, einen Riesenjob. Er hat nun mal nicht drei Millionen Euro in der Schatulle, um Spieler zu verpflichten“, meint Spahn. Die Trainerentscheidung sei zudem von allen Verantwortlichen gemeinsam getragen worden. „Sollte es irgendwann also nicht mehr der richtige Weg sein, dann muss auch ich mich in Frage stellen“, betont Spahn. Trainer Daniel Steuernagel versucht derweil, die Unruhe an sich abprallen zu lassen. „Wir müssen akribisch weiterarbeiten, es bringt nichts, in Panik oder Aktionismus zu verfallen“, fordert er. „Im Training ziehen die Spieler super mit. Wir haben aber ein Problem, es auf dem Platz umzusetzen.“

OFC-Zeugnis gegen SSV Ulm

Vor allem die deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte in Ulm bestärkt ihn aber: „Da haben wir endlich mal so gespielt, wie ich es erwarte.“ Der OFC-Coach hatte nach der enttäuschenden ersten Halbzeit und einem 0:2-Rückstand den als zweite Spitze deplatzierten Dren Hodja und den schwachen Sechser Serkan Göcer vom Feld genommen und Maik Vetter sowie Debütant Jake Hirst gebracht, später auch noch Luka Garic für Francesco Lovric. Der 18-jährige Garic brachte mit guter Zweikampfführung und gescheiten Pässen viel Struktur. Fortan war endlich mehr Zug nach vorne drin. „Zum Fußball gehört auch Laufbereitschaft“, sagt Steuernagel vielsagend und spricht auch deshalb von einer aufschlussreichen zweiten Halbzeit. „Leider haben wir uns nicht mehr belohnt mit dem Ausgleich“, meint er.

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