1. Startseite
  2. Sport
  3. Kickers Offenbach

Platzsturm der OFC-Anhänger sorgt für Ärger beim Hessenpokalfinale

Erstellt:

Von: Christian Düncher

Kommentare

Nach dem Hessenpokal-Sieg von Kickers Offenbach kam es zum Platzsturm. Verantwortliche des Gegners Steinbach beschweren sich beim Verband über die Umstände.

Kickers Fans haben nach dem Sieg des Hessenpokals den Platz gestürmt. Steinbach kritisiert das Sicherheitskonzept.
Kickers Fans haben nach dem Sieg des Hessenpokals den Platz gestürmt. Steinbach kritisiert das Sicherheitskonzept. © Harald Bremes/imago

Gießen ‒ Beim Platzsturm der Fans von Kickers Offenbach nach dem Sieg im Finale des Fußball-Hessenpokals wurde mindestens ein Spieler des TSV Steinbach Haiger geschlagen, andere gaben an, bespuckt und beleidigt worden zu sein. Heftige Kritik gab es daraufhin am Sicherheitskonzept des Hessischen Fußball-Verbandes.

Die Pressekonferenz nach dem Hessenpokalfinale war eigentlich bereits vorbei, da ergriff Ersan Parlatan noch mal das Wort. Er habe kein Verständnis dafür, dass der Verband das Finale „in so einem Stadion“ austrägt, schimpfte der Trainer des TSV Steinbach Haiger: „Unsere Sicherheit war nicht gewährleistet.“ Grund für seine Verärgerung: Als es nach dem Abpfiff zum vorhersehbaren Platzsturm durch die Fans von Kickers Offenbach kam (vor der Gegengerade standen zum Teil lediglich Bauzäune als Absperrung), wurde mindestens ein TSV-Spieler geschlagen.

Andere seien bespuckt und beleidigt worden, berichtete Parlatan. „Das ist traurig. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir den Ausgleich erzielt oder als Sieger vom Platz gegangen wären.“ Dem OFC und dessen rund 3000 Fans mache er „keinen Vorwurf“, so der Trainer. Offenbach habe „so viel Fanpower“, daher hätte man seiner Meinung nach ein anderes Stadion wählen müssen.

Kickers Offenbachs Platzsturm nach Hessenpokal-Sieg „nicht von Aggressivität geprägt“

Matthias Gast, Pressesprecher des Hessischen Fußball-Verbandes, bezeichnete die von Parlatan beschriebenen Vorfälle zwar als „nicht schön“, betonte aber, dass der Platzsturm grundsätzlich „nicht von Aggressivität geprägt“ gewesen sei. Zudem hätten beide Klubs auf einem neutralen Ort bestanden und Gießen als Spielstätte zugestimmt. Alternativen waren zudem rar. Laut Gast kamen Wiesbaden (zu teuer), Kassel (zu weit) und der Bornheimer Hang (Football) nicht in Frage.

Am Sonntag legte Steinbach per Mitteilung nach. Einige „notdürftig installierte Schutzzäune“ seien bereits zur Pause zerstört abgebaut worden, ohne dort Sicherheitskräfte aufzustellen. Insgesamt wurden circa 15 Meter Bande und 80 Meter Bauzaun zerstört. Eckfahnen wurden entwendet und ein Tornetz zerschnitten. Aufgrund der Übergriffe sei es dem Team des TSV nicht möglich gewesen, an der Siegerehrung teilzunehmen. Die Steinbacher betonten aber auch, dass einige Kickers-Fans beschwichtigend eingegriffen und damit wahrscheinlich Schlimmeres verhindert hatten. (Christian Düncher)

Auch interessant

Kommentare