Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Ratlose Kickers: „Wir müssen einiges ändern“

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Redebedarf bei den Kickers: Kurz nach dem Abpfiff der Partie gegen Elversberg erklärte der neue Trainer Daniel Steuernagel (rechts) Dren Hodja, was künftig besser werden muss.

Offenbach - Im sechsten Regionalligajahr durften die Offenbacher Kickers erstmals mit einem Heimspiel in die Saison starten.

Entsprechend groß war bei der Drittligakulisse von 6664 Zuschauern die Vorfreude auf ein Flutlichtspiel und auf eine Saison, für die Präsident Helmut Spahn den Aufstieg als Ziel ausgerufen hatte. Doch nach den ersten 90 Minuten herrschte auf dem Bieberer Berg überwiegend Ratlosigkeit und Enttäuschung.
Das Ergebnis gegen die ebenfalls hochambitionierte SV Elversberg fiel mit 1:1 schmeichelhaft für die Kickers aus. Aber die Art und Weise des ersten Auftritts unter dem neuen Trainer Daniel Steuernagel zeigte, dass Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander klaffen.

Es herrschte Redebedarf, schon während des Spiels. „Wir wussten, dass die Elversberger uns im Spielaufbau mit zwei Stürmern anlaufen werden, aber wir haben es nicht gut gemacht. Natürlich haben wir jede Pause genutzt, um Dinge an- und abzusprechen“, sagte der neue Kapitän Benni Kirchhoff. Nicht nur in den Trinkpausen diskutierten und gestikulierten die Spieler etwas ratlos untereinander. Schon mit der ersten Elversberger Großchance nach einem Ikpide-Fehlpass (6. Minute) war jegliche Ordnung dahin. Offensichtlich klappte in der Spielstruktur, beim Positionsspiel, bei den Laufwegen nicht viel. Sehr zur Verwunderung von Steuernagel. „Wir haben in der ersten Halbzeit ganz anders gespielt als wir vorgegeben hatten.“ Statt des vorgegebenen Spielaufbaus über die Mittelfeldzentrale flogen lange Pässe ins Nichts, keine einzige Torchance wurde herausgespielt und in der schlecht abgestimmten Defensive war viel Glück für das 0:0 zur Pause nötig. Scheinbar wusste kein Offenbacher Spieler, wie man diese kompakte und laufstarke Elversberger Mannschaft bespielen sollte. „Wir haben nicht das gespielt, was wir spielen wollten“, sagte Mittelfeldspieler Dren Hodja, der diesmal kaum Einfluss auf den Spielaufbau nehmen konnte. Nach 25 Minuten gab es die ersten Pfiffe, nach 65 Minuten forderten die Zuschauer lautstark: „Wir wollen die Kickers sehen“. Für Steuernagel eine neue Erfahrung: „Das Publikum hat große Erwartungen. Aber damit müssen wir klarkommen.“

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Die Ratlosigkeit auf dem Spielfeld war zunächst auch in der zweiten Halbzeit und der Umstellung vom 4-4-2-System auf ein 4-1-4-1 spürbar und führte zum 0:1 durch Sinan Tekerci (53.). Erst als Kirchhoff nach einem Eckball das 1:1 eingegrätscht hatte (75. Minute), kam der OFC in Schwung. Allerdings nicht durch eine besondere Spielstruktur oder Spielidee, sondern durch den OFC-typischen Willen und Kampfgeist. „Vielleicht hatten wir nach dem 0:1 keine Angst mehr, etwas zu verlieren. Wir haben dann einfach drauflos gespielt und haben es die letzten 20 Minuten richtig gut gemacht“, sagte Florian Treske, dem als Sturmspitze aber keine Torchance ermöglicht wurde.

Der einzige positive Aspekt des Spiels dürfte gewesen sein, dass die Mannschaft fit wirkt. Aber das allein wird nicht reichen, um das hochgesteckte Ziel zu erreichen. „Wir müssen einiges ändern, um in Walldorf zu gewinnen“, verlangt nicht nur Kirchhoff nach dem nicht zufriedenstellenden Auftakt eine Steigerung im ersten Auswärtsspiel am Freitag. Dazu müssen Spielidee und Potenzial des Kaders schnellstens besser aufeinander abgestimmt werden. (joko)

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