Regionalliga Südwest prüft Szenarien und Haftungsrisiko

Offenbach – Eine optimale Lösung wird und kann es nicht geben. Dessen ist sich Thomas Sobotzik bewusst.

„Egal, an welcher Seite der Decke man zieht, sie wird jedes Mal zu kurz sein“, beschreibt der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers das aktuelle Dilemma in der Fußball-Regionalliga Südwest. Die Frage, ob und wie die aktuelle Saison fortgesetzt wird, ist weiter offen. Auch die einstündige Telefonkonferenz mit den Vertretern aller Vereine am Freitag brachte keine Lösung. Damit hatte Sobotzik allerdings auch nicht gerechnet.

„Es gibt nichts Neues“, sagte der Chef der Profi GmbH des OFC. „Das war eine allgemeine Infoveranstaltung.“ So habe die für den Spielbetrieb zuständige Regionalliga Südwest unter anderem dargelegt, welche Szenarien sie gerade prüfe. Am allgemeinen Stimmungsbild änderte das nichts, betonte Sobotzik. Die Mehrheit der Vereine, nämliche zehn von 18, hätten dafür votiert, „die Saison sportlich zu Ende zu spielen, was auch immer das heißt“, sagte der Ex-Profi.

Während der OFC zum Beispiel Geisterspiele als Alternative akzeptieren würde, ist das für Michael Görner kein Thema. „Die Spiele ohne Zuschauer kosten nur Geld und bringen keine Einnahmen. Deshalb bin ich für den Abbruch der Saison“, meint der Präsident des FSV Frankfurt. Die Kickers gehen hingegen davon aus, die Geisterspiele durch Übertragung im Internet vermarkten zu können.

Letztlich geht Sobotzik jedoch nicht davon aus, dass das Votum der Vereine entscheidend sein wird, sondern ein anderer Aspekt: „Es wird darum gehen, das Haftungsrisiko so gering wie möglich zu halten.“ Die Regionalliga Südwest GbR habe verstanden, dass sie sich einem Haftungsrisiko ausgesetzt sieht, wenn sie die aktuelle Saison endgültig abbricht, und lasse sich daher juristisch beraten.

Derweil hat der Bayerische Fußball-Verband seinen Vereinen vorgeschlagen, bis zum 31. August 2020 den Spielbetrieb im Freistaat weiter auszusetzen, die Saison 2019/20 danach aber in jedem Fall regulär zu beenden. Das beträfe auch die Regionalliga Bayern. Bis Sonntag (18 Uhr) können die Klubs online darüber abstimmen. Sobotzik kann dieser Variante „nichts abgewinnen. Wie soll das rechtlich funktionieren, wenn die Saison in der 3. Liga im September beginnt? Einzelszenarien bringen nichts. Es muss eine gesamtheitliche Lösung her“, fordert er.  cd

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