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Rodas zahlt Kesslers Vertrauen zurück

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Von: Jörg Moll

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Großer Einsatz, großer Ertrag: Manolo Rodas (rechts) glänzte gegen Koblenz mit drei Torvorlagen.
Großer Einsatz, großer Ertrag: Manolo Rodas (rechts) glänzte gegen Koblenz mit drei Torvorlagen. © Jan Hübner

Viel hätte nicht gefehlt und am Tag der Premieren hätte auch Manolo Rodas sein erstes Pflichtspieltor für den Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach erzielt. Doch auch ohne Treffer war der Linksfuß nach dem 4:0 gegen Koblenz glücklich und ein Stück weit auch erleichtert.

Offenbach – 27 Minuten benötigte Manolo Rodas, um sich zum besten Vorlagengeber der Offenbacher Kickers in dieser Saison aufzuschwingen. Der 23-Jährige, vor der Saison vom Drittligisten FSV Zwickau gekommen, war mit drei Torvorbereitungen beim 4:0 gegen Aufsteiger TuS Rot-Weiß Koblenz einer der herausragenden Kräfte in der Offenbacher Offensive. Nach seinem Pass zum 2:1-Siegtreffer beim SC Freiburg II ist er nun mit vier Vorlagen unbestritten die Nummer eins in dieser Disziplin beim OFC.

Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und es wären nur zwei Assists, dafür aber die ersten Pflichtspieltore im OFC-Trikot geworden. Denn sein Freistoß in der 6. Minute sprang erst an den linken, dann an den rechten Pfosten, ehe ihn Francesco Lovric über die Linie drückte. Und in der zweiten Hälfte lief Rodas alleine auf Torwart Hrvoje Vincek zu, schoss aus 16 Metern aber über das Tor. „Schade, der Torwart lag schon, aber der Ball kam komisch auf“, hakte Rodas die Szene schnell ab und meinte lächelnd: „Das erste Tor wird auch noch kommen.“

Pendler zwischen Bank, Tribüne und Startelf

Und wenn er weiter so perfekt auflegt wie zu den Treffern zwei und drei durch Moritz Hartmann (18.) und Jakob Lemmer (27.), wird es dem 1,69 Meter großen Linksaußen auch recht sein. Denn für den gebürtigen Offenburger, der in der Jugend des SC Freiburg ausgebildet wurde, waren Startelfeinsätze bislang eher die Ausnahme als die Regel. „Es hat mich sehr gefreut, mal wieder von Beginn an zu spielen“, räumte Rodas ein: „Es war schön, das Vertrauen des Trainers zu spüren. Egal, was passiert, es geht immer weiter“, gab er Einblicke ins Seelenleben.

Rodas war bislang ein Pendler zwischen Bank (sechsmal, zweimal davon eingewechselt), Tribüne (einmal) und Startelf (zweimal). Eine nicht ganz einfache Situation, wie er durchblicken ließ. In Hoffenheim (2:1) und gegen Elversberg (0:3) begann er, wurde aber jeweils vorzeitig ausgewechselt. Dann saß er zweimal auf der Bank, stand in Steinbach nicht im Kader. „Das habe ich gar nicht verstanden“, meinte er mit Blick auf die Entscheidung des ehemaligen Trainers Daniel Steuernagel, der in den ersten sieben Partien fünf verschiedene Akteure auf der linken Außenbahn eingesetzt hatte.

Hoffen auf Einsatz im Derby

Umso mehr freute sich Rodas, dass ihm Interimscoach Steven Kessler im Training schnell zu verstehen gab, dass er gegen Koblenz zur ersten Elf gehören würde. „Für mich persönlich ist immer wichtig, wenn ich das Vertrauen spüre, von daher war es eine gute Woche“, lächelte Rodas: „Und ich freue mich, dass ich zeigen durfte, was ich kann.“ Auch die Sicherheit von außen, auch mal Fehler machen zu dürfen, habe ihm geholfen, bemerkte er. Den Stellenwert des höchsten Saisonsieges für den gesamten Verein ordnete der Linksaußen ein: „Es war viel Druck auf dem Kessel. Von daher war es wichtig, dass wir mal in der ersten Hälfte in Führung gegangen sind, das ist uns ja noch gar nicht gelungen. Es war ein gutes Gefühl, so in die Halbzeit zu gehen.“

OFC-Geschäftsführer Andreas Herzog teilte diese Ansicht („Das war die beste erste Hälfte der Saison“) und hatte großes Verständnis für die Situation von Rodas: „Ich weiß, wie schwer es ist, als junger Spieler damit umzugehen, mal zu spielen und dann auch mal wieder außen vor zu sein. Auf Strecke aber wirst du deine Chancen bekommen.“ Rodas bekam sie, nutzte sie gegen Koblenz – und hofft nun darauf, auch im Derby beim FSV Frankfurt am Sonntag (14 Uhr) wieder zeigen zu dürfen, wie wertvoll er als Fachkraft für Torvorbereitungen sein kann.

VON JÖRG MOLL

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