Rückschlag, aber kein Rückfall

Kickers stehen vor Spiel gegen 1. FC Saarbrücken am Scheideweg

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Bei den Spielern der Offenbacher Kickers herrschte nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg II große Enttäuschung. Von links: Niklas Hecht-Zirpel, Lucas Albrecht, Luka Garic (hinten), Florian Treske, Benjamin Kirchhoff (hinten) und Maik Vetter.  

Offenbach - Torwart Daniel Endres hält sich ungläubig die Hände an den Kopf, Jan Hendrik Marx starrt einfach nur ins Leere, und Serkan Firat gestikuliert mit fuchtelnden Armen – die Spieler der Offenbacher Kickers konnten in Freiburg nicht glauben, dass ihre Aufholjagd bereits beendet war. Von Christian Düncher

Mit einem Sieg beim SC Freiburg II, dem vierten in Folge, hätten die Kickers in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest auf den vierten Platz klettern können. Stattdessen stecken sie nach der 1:2-Niederlage vom Dienstag im Mittelfeld fest. Im Falle einer weiteren Pleite am Sonntag (15 Uhr) gegen den 1. FC Saarbrücken müssten sie den Blick sogar gen Tabellenkeller richten.

„Wenn man eine Spitzenmannschaft sein will, muss man das auch auf Dauer bestätigen“, hatte Trainer Daniel Steuernagel vor der Partie in Freiburg gesagt. Diese Bestätigung blieb jedoch aus. „Das war für uns ein Rückschlag“, gab Kapitän Benjamin Kirchhoff zu. Lucas Albrecht betonte aber, dass die Niederlage „kein Rückfall“ in alte Zeiten gewesen sei.

Parallelen zu einigen der ersten vier Saisonspiele, aus denen der OFC nur einen Punkt geholt hatte, gab’s aber durchaus. Beispielsweise die, dass die Kickers große Probleme mit dem Pressing des Gegners hatten und erst richtig gefährlich wurden, als die Begegnung bereits entschieden zu sein schien. „Als das 0:2 gefallen ist, haben wir im Kopf vielleicht umgeschaltet“, so Kirchhoff. „Wir haben dann gute lange Bälle gespielt und hatten in Lucas Albrecht vorne auch eine weitere Anspielstation.“

Dem Innenverteidiger wäre es aber lieber gewesen, er hätte nicht aufrücken müssen. Dass er es musste, lag auch an ihm . Neben den Außenverteidigern, die viele Fehlpässe spielten, hatte nämlich auch Albrecht einen schlechten Tag, ließ unter anderem vor dem 0:1 Torschütze Christoph Daferner aus den Augen.

Es gab aber auch positive Aspekte. So ließ der OFC insgesamt wenige Chancen zu, wie Albrecht zutreffend anmerkte. Zudem steigerte sich das Team nach „20 ganz schwachen Minuten“ (Maik Vetter) und zeigte nach dem 0:2 Moral. Serkan Firat, der mit einer Direktabnahme bereits sein sechstes Saisontor erzielte, und Ko Sawada als Antreiber im Mittelfeld haben sich auf gehobenem Niveau stabilisiert – und Kirchhoff zeigte beim Comeback nach kurzer Verletzungspause bis auf einen Fehlpass die gewohnt solide Leistung.

SC Freiburg II empfängt Kickers Offenbach: Bilder

Dagegen agierte Florian Treske, der nominell zweite Spitze war, aber sich oft im Mittelfeld tummelte, unglücklich. Dren Hodja wäre eine Alternative. Auch die zuletzt gefeierten Talente Jake Hirst (traf erstmals nicht) und Luka Garic hingen etwas durch. Aber das war irgendwann zu erwarten.

Kirchhoff will das 1:2 jedenfalls nicht überbewerten und freut sich aufs TV-Spiel gegen Saarbrücken vor großer Kulisse: „Das wird geil. Da wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir noch da sind.“ Und Albrecht ergänzt: „Das wird ein ganz anderes Spiel. Da wollen wir unseren Heimvorteil nutzen.“

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