Kickers suchen linken Doppelgänger von Rechtsverteidiger Marx

Scheffler und Lesser die ersten Neuen?

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Schweiß und Blut für die Kickers: Offensivspieler Niklas Hecht-Zirpel gehörte zur ersten Hälfte des OFC-Kaders, die gestern bei Partner R2comSport in Neu-Isenburg einen Laktattest absolvierte. Es war bereits der zweite in diesem Jahr. Mit den Werten des ersten waren die Verantwortlichen des OFC unzufrieden, heißt es.

Offenbach - Der neue Trainer war zwar noch anderweitig beschäftigt, aber für einen Teil des Kaders der Offenbacher Kickers begann gestern schon die Vorbereitung auf die neue Saison. Zumindest indirekt. Bei einem Laktattest wurde geprüft, wie belastbar die Spieler sind. Von Christian Düncher 

Es soll im Profi-Fußball ja allen Ernstes Leute geben, die den Inhalt ihres Vertrages nicht kennen. Daniel Steuernagel gehört nicht dazu. Als der neue Trainer der Offenbacher Kickers bei seiner Vorstellung gefragt wurde, auf welchen Positionen sich der OFC noch verstärken werde, verwies der 38-Jährige scherzhaft auf sein Arbeitspapier. Darin stehe in Paragraph drei, dass der Sportdirektor, also Sead Mehic, für die Verpflichtung von Spielern zuständig sei, sagte Steuernagel, stellte dann aber klar, dass Mehic und er mit Blick auf den Kader der gleichen Meinung seien. Dennoch werde er demnächst seinen Vorgänger Oliver Reck anrufen und „ihn fragen, wie er die Mannschaft sieht“, sagte der Neue. „Das ist für mich so üblich. Sead und ich haben das damals auch so gemacht.“

Steuernagel war einst Vorgänger von Mehic beim SSV Lindheim (2010 bis 2013). Beide kennen und schätzen sich seitdem. Danach trainierte er den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg (2014 bis 2016), den er von der Verbands- in die Regionalliga führte. „Das ist nicht abwertend gemeint, aber das waren Dorfklubs“, sagte der studierte Grundschullehrer. „Der OFC ist ein ganz anderer Verein - mit viel Historie.“ Seine Arbeitsweise wird er im ungewohnten Umfeld aber nicht ändern: „Ich wurde gefragt, welches System ich favorisiere. Ob 4-3-3 oder 4-2-3-1 ist aber egal. Das System muss zu den Spielern passen.“ Und die sollen „aggressiv gegen den Ball“ und dann zielgerichtet nach vorne agieren.

Das dafür erforderliche Personal ist nach Ansicht der Verantwortlichen weitestgehend vorhanden. „Wir haben bereits 16 Spieler unter Vertrag“, stellte Mehic klar. „Vorne sind wir sehr gut aufgestellt.“ Die Besetzung der zentralen Achse von der Innenverteidigung (Mehic: „Wir wollen Stefano Maier und Benjamin Kirchhoff halten“) über die Sechser-Position (ein spielstarker Akteur soll kommen) ist hingegen noch offen. Und für hinten links hätte man laut Mehic gerne einen Spieler „wie Jan Hendrik Marx auf der rechten Seite“. Die Beschreibung trifft auf Julian Scheffler (1.FC Nürnberg II) zu, über den wir schon exklusiv berichtet hatten: Er ist jung (21 Jahre), schnell, zweikampfstark und spielte einst unter Steuernagel in Watzenborn.

OFC stellt neuen Trainer vor: Bilder

Am Montag stellte sich Steuernagel den Spielern vor. Gestern absolvierte die eine Hälfte des Kaders einen Laktattest. Heute ist die andere Hälfte dran. Bereits im Winter hatten die Kickers so die Fitness überprüft. Das Ergebnis sei unbefriedigend gewesen, heißt es. Deshalb nun der Test? „Wir hatten einige Verletzte und brauchen Werte, um das Training zu steuern“, so Mehic. „Wir wollen uns überall verbessern.“

Steuernagel bringt in diesem Bereich das neueste Wissen mit, erhielt erst im März die Fußballlehrer-Lizenz. „Er ist eines der großen Talente auf dem Markt“, lobte OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. Und junge Trainer sind ja ohnehin im Trend. „Jeder Verein wünscht sich einen Domenico Tedesco oder Julian Nagelsmann“, meint Fiori. Beide haben ihre Klubs diese Saison in die Champions League geführt. Die OFC-Fans wären schon froh, wenn Steuernagel das Team in die 3. Liga führt. Dabei helfen könnte ihm Max Lesser. Der Sohn von Henry Lesser (einst DDR-Nationalspieler, aktuell Trainer von Borussia Fulda) gilt als Kandidat für den Posten des Co-Trainers. Der 23-Jährige ist als Teil des Trainerteams derzeit bei der SG Johannesberg (Verbandsliga Nord) tätig, hört dort aber am Rundenende auf. Und: Er gilt als Vertrauter Steuernagels. Mit Entscheidungen ist aber erst Ende der Woche zu rechnen, zumal am Donnerstag und Freitag potenzielle Kandidaten im Training vorspielen sollen.

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