Nach neun Jahren beim OFC zieht es den Rechtsaußen in die 3. Liga

Vertragsangebot abgelehnt: Scheu wagt den nächsten Schritt

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Robin Scheu absolvierte seit Juni 2014 insgesamt 44 Regionalligaeinsätze für den OFC (9 Tore/5 Vorlagen).

Offenbach - Beim 4:0 gegen den FC Homburg hatte Robin Scheu für den Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach sein Comeback nach Verletzungspause gegeben. Es war der Beginn seiner Abschiedstournee. Der 22-Jährige wird den OFC im Sommer verlassen. Von Jörg Moll 

Ganz leicht fällt Robin Scheu der Abschied vom Bieberer Berg nicht. „Ich spiele jetzt mein neuntes Jahr beim OFC, das ist eine Herzensangelegenheit“, räumt der Blondschopf ein. Doch eben jene lange Verweildauer hat ihn auch ins Grübeln gebracht. „Ich will den nächsten Schritt wagen“, erklärte der Offensivspieler, der sich mit beherzten Hinrundenauftritten (5 Tore/2 Vorlagen) in den Fokus von Drittligisten gespielt hat: „Vielleicht tut mir ein Tapetenwechsel gut.“ Der Kontakt zu Ex-Trainer Rico Schmitt, morgen exakt seit einem Jahr Coach des Halleschen FC, ist nie abgerissen. Auch Preußen Münster soll Interesse am lauf- und einsatzfreudigen Rechtsfuß mit leichtem Hang zu Übereifer haben. Doch konkret ist nichts. Scheu verschwendet noch keinen Gedanken an die Zukunft. Priorität genießt der OFC. „Ich will topfit werden und mit den Kickers am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern“, betont Scheu.

Sead Mehic hat die Entscheidung nüchtern zur Kenntnis genommen. „Wir haben ihm ein Angebot gemacht, das er nicht angenommen hat“, sagt der Sportdirektor: „Wir wollten ihn halten, aber nicht um jeden Preis.“ Dass sich Scheu höherklassig versuchen wolle, sei legitim. Auf seiner Stammposition auf der rechten Außenbahn hat der OFC in Ihab Darwiche und Maik Vetter bereits zwei Akteure über die Saison hinaus unter Vertrag. Auch Serkan Göcer und Jan Hendrik Marx, die ebenfalls auf der rechten Bahn zu Hause sind, will der Klub halten.

OFC: So lange haben die Spieler noch Vertrag

Scheu hatte Anfang der Woche auch Trainer Oliver Reck über seine Entscheidung informiert. „Die Gespräche waren gut“, sagte er. „Ich bin dem Trainer sehr dankbar, dass er mir noch mal die Chance gegeben hat“, sagt er mit Blick auf sein Comeback nach seinem Oberarmbruch. Gegen Homburg hatte er als Einwechselspieler seinen 20. Regionalliga-Einsatz in dieser Saison. Es war der erste seit dem 9. Dezember (3:0 gegen Watzenborn-Steinberg). In der Wintervorbereitung hatte ihn ein Armbruch weit zurückgeworfen. Noch immer erinnert ihn eine Schiene an das Malheur. Auch am Samstag (14 Uhr) beim TSV Steinbach wird er sie nochmals mit einer Polsterung aus Baumarktmaterial versehen. „Danach habe ich ein Gespräch mit unserem Arzt und hoffe, dass ich sie dann ablegen kann“, sagt Scheu. Ein Hindernis weniger für eine erfolgreiche Abschiedstour.

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