OFC will wieder punkten

Schwarze Serie gegen Saarbrücken beenden

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Julian Scheffler (rechts), hier im Zweikampf mit dem Hoffenheimer Domenico Alberico, hat sich hinten links einen Stammplatz erkämpft. Den Rückschlag in Freiburg für ihn selbst und den OFC hat er verarbeitet.

Offenbach - Heimspiele gegen den 1. FC Saarbrücken hatten in den vergangenen drei Jahren nicht für rauschhafte Stimmung beim Anhang der Offenbacher Kickers gesorgt. Von Jörg Moll 

Drei Heimniederlagen in Serie gegen den amtierenden Meister der Fußball-Regionalliga Südwest sind für OFC-Trainer Daniel Steuernagel Ansporn genug.
Daniel Steuernagel mag gar nicht verheimlichen, um was es am Sonntag (15 Uhr) für die Offenbacher Kickers geht. „Wir haben etwas gutzumachen“, sagt der Trainer. Zum einen, weil die Kickers nach drei Siegen in Folge in Freiburg (1:2) einen herben Dämpfer kassiert hatten. Zum anderen, weil der OFC dreimal in Folge zu Hause gegen die Saarländer unterlag. Am 28. Oktober 2017 gab es ein 1:2, im November 2016 ein 2:3 und im November 2015 ein 0:1. Der letzte Sieg gegen die Saarländer datiert vom 25. April 2015, als Benjamin Pintol und Christian Cappek in der Offenbacher Meistersaison die Tore zum 2:0-Sieg erzielten.

Aus der Mannschaft von damals sind in Torwart Daniel Endres und Verteidiger Dennis Schulte noch zwei Akteure übrig geblieben. Schulte, gelernter Linksverteidiger, hat seinen Platz in dieser Saison an Julian Scheffler verloren. Der 22-Jährige, vor der Saison vom 1. FC Nürnberg II aus der Regionalliga gekommen, hat sich hinten links als solider, laufstarker Zweikämpfer etabliert. Beim 1:2 in Freiburg hatte aber auch er Probleme, was er freimütig einräumt: „Da haben wir alle nicht unseren besten Tag gehabt, da kann ich mich nicht rausnehmen.“ Zur Pause musste Scheffler raus, Steuernagel brachte Christos Stoilas, Offenbachs dritte Option hinten links. Was er nicht als Entscheidung gegen Scheffler verstanden wissen will. „Jan hat seine Sache bisher gut gemacht“, betont Steuernagel: „Aber ich wollte in Freiburg einen Spieler, der die Position offensiver interpretiert.“ Dass der OFC verlor, habe nicht an einem Spieler gelegen. Vielmehr hatte auch Scheffler eingeräumt, dass die Kompaktheit, in den drei siegreichen Spielen zuvor ein Schlüssel zum Erfolg, etwas gefehlt habe.

Rückschlüsse auf die Startelf gegen Saarbrücken lassen sich schwer ableiten. Steuernagel deutete immerhin an, dass „zwei, drei Änderungen“ in der Startelf denkbar seien. Der eine oder andere Akteur benötige am Ende der Englischen Woche womöglich eine Pause. Steuernagel ließ offen, ob eventuell Luka Garic ein solcher Kandidat sein könnte. Der 18-Jährige war zuletzt trotz Rückenschmerzen im zentralen Mittelfeld aufgelaufen. „Positiv ist, dass bis auf Ihab Darwiche alle Spieler fit sind“, meint der Kickers-Coach. In die Anfangsformation zurückkehren dürfte Kapitän Benjamin Kirchhoff. Er hatte in Freiburg den angeschlagenen Francesco Lovric ersetzt. Der Österreicher kehrte aber immerhin gesund zurück ins Training.

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Wichtiger als Namen sind Steuernagel aber die Tugenden, mit denen der OFC Saarbrücken begegnen will. „Wir müssen mit Leidenschaft und Emotion spielen“, fordert der 38-Jährige und hofft, dass seine Mannschaft an die Heimspielauftritte gegen 1899 Hoffenheim II (5:2) und den FSV Frankfurt (7:0) anknüpft.

Dem Gast am Sonntag, immerhin amtierender Meister, bescheinigt er trotz holprigem Saisonverlaufs „eine sehr gute Qualität“. Steuernagel selbst hatte Saarbrücken beim 1:1 in Steinbach Haiger beobachtet: „Da haben sie richtig gut gespielt.“

Den Dämpfer gegen Freiburg hat Steuernagel mit seiner Mannschaft aufgearbeitet, Anlass zur Besserung sieht er im Alltag zur Genüge. „Wir trainieren sehr gut“, betont der Fußball-Lehrer: „Wir müssen es nur wieder ins Stadion transportieren.“ Julian Scheffler ist überzeugt, dass das gelingen wird. „Wir sind hochmotiviert und freuen uns auf diese Partie.“

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Für die Offenbacher Kickers ist die Partie am Sonntag der Auftakt zu Wochen der Wahrheit: Bis zum 6. Oktober stehen inklusive Hessenpokal fünf Pflichtspiele an, darunter Duelle gegen die Topteams Steinbach und Mannheim. „Ich weiß, dass der OFC in der vergangenen Saison Probleme hatte in diesen Spielen“, sagt Steuernagel mit Blick auf nur einen Punkt gegen die Top vier der vergangenen Spielzeit: „Aber diese Saison wollen wir es besser machen.“

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