Ohne Tor einen Punkt gutgemacht

Sieg verpasst, Vorsprung ausgebaut

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Benjamin Kirchhoff verhinderte zweimal das Schlimmste, als er für den bereits ausgespielten Torwart Daniel Endres kurz vor der Torlinie gegen Freiburger klärte.  

Offenbach - „Wir haben nicht zwei Punkte verloren, sondern einen gewonnen“, sagte der Offenbacher Offensivspieler Serkan Firat am Samstag um 15. 55 Uhr nach dem 0:0 der Kickers gegen eine starke U23 des SC Freiburg. Von Jochen Koch 

Eineinhalb Stunden später durfte sich Firat als Hellseher fühlen. Denn da unterlag Waldhof Mannheim dem FSV Frankfurt 0:1. Und die Kickers bauten ihren Vorsprung mit dem 0:0 um einen Punkt aus.
Hätten die 4686 Zuschauer beim Abpfiff schon vom Mannheimer Ausrutscher gewusst, wären die Reaktionen sicher anders ausgefallen. So aber herrschte nach dem 0:0 zunächst einmal Enttäuschung. Über das Ergebnis - es war das erste torlose Heimspiel der Kickers seit fast einem Jahr (0:0 gegen Elversberg im März 2017) -, aber auch über die Leistung des Tabellenzweiten. Denn nach einer von Maik Vetter in der dritten Minute vergebenen Großchance mühten sich die Offenbacher kämpferisch solide, aber spielerisch nicht überzeugend ab. Im dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen wurden die Kickers von schnellen und technisch starken Freiburgern permanent gefordert.

Der Liveticker zum Spiel gegen Freiburg II zum Nachlesen.

Nach einer mäßigen ersten Halbzeit, die sogar mit einzelnen Pfiffen quittiert wurde, schalteten die Kickers nach der Pause einen Gang höher. „Zwischen der 55. und 70. Minute hat der OFC richtig Alarm gemacht“, sagte Freiburgs Trainer Christian Preußer, der sich aber nur selten Sorgen um ein Gegentor machen musste. Dazu waren die Offenbacher Offensivbemühungen zu harmlos. Die defensiv orientierte Doppelsechs Rapp/Lovric machte zwar das Zentrum weitgehend dicht, aber für Kreativität im Spiel nach vorne waren sie selten zuständig. Über die Außenbahnen sorgte nur Ihab Darwiche einige Male für so etwas wie Gefahr. Und in der Spitze mühten sich die im Mittelfeld sicher wertvolleren Dren Hodja und Vetter zwar emsig, aber letztendlich erfolglos, weil sie gegen die Freiburger Dreierkette die wenigen Bälle, die sie bekamen, nicht festmachen und verwerten konnten. „In der Box hat es etwas gefehlt“, erkannte auch Firat das Vakuum in der gefährlichen Zone. Erst mit der Einwechslung von Varol Akgöz (62.) und Florian Treske (78.) spielte der OFC dann in der Schlussphase mit „echten“ Stürmern. Zwar sind die Kickers laut Oliver Reck „ohne Verletzungen aus der englischen Woche herausgekommen“, aber für Ko Sawada (nicht im Kader) und den Torschützen von Kassel, Semih Sentürk, hatte der Trainer am Samstag keine Verwendung. Man habe „versucht nach vorne zu spielen“, sagte Reck. Der Trainer freute sich umso mehr über seine stabile Defensive (2018 erst ein Gegentor), in der besonders Benjamin Kirchhoff zu gefallen wusste. Der Innenverteidiger vereitelte die besten Freiburger Chancen zweimal kurz vor der Torlinie.

Bilder: OFC empfängt Freiburg-Reserve

Damit blieben die Kickers im vierten Spiel 2018 zum dritten Mal ohne Gegentor. „Beide hätten gewinnen können, aber beide hätten auch verlieren können“, erläuterte Reck fußballphilosophisch. Für die Reaktionen von den Rängen nach dem Schlusspfiff - Stille und vereinzelte Pfiffe - hatte der 52-Jährige auch noch einen Spruch in bester Otto-Rehhagel-Manier parat. „Fußball“, sagte Reck, „Fußball wird nicht auf der Tribüne entschieden, sondern nur auf dem Platz.“ Und da sind die Kickers 2018 immer noch ungeschlagen.

Die Zahlen (acht Punkte und 7:1 Tore aus vier Spielen) beeindrucken auch Kickers-Präsident Helmut Spahn: „Es ist und bleibt ein enges Rennen. Wir hatten heute ein Spitzenspiel und haben einen Punkt gemacht - prima. Wir sind auf einem guten Weg.“ Mit elf Stationen bis zum Saisonende. Und bis dahin „lassen die Gegner noch Punkte liegen.“ Kündigte „Hellseher“ Serkan Firat an.

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Wer war der beste OFC-Spieler im Heimspiel gegen Freiburg
Stefano Maier
21.11%
Benjamin Kirchhoff
21.66%
Ihab Darwiche
15.29%
Maik Vetter
15.84%
Jan Hendrik Marx
12.33%
Marco Rapp
4.51%
Francesco Lovric
3.1%
Daniel Endres
1.41%
Dennis Schulte
0.96%
Serkan Firat
1.55%
Dren Hodja
1.2%
Varol Akgöz
0.68%
Florian Treske
0.31%

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