Nur bei zwei Siegen wird am Bieberer Berg vorzeitig gefeiert

Heimstärke als OFC-Trumpf im Abstiegskampf

Offenbach - In der Fußball-Regionalliga Südwest wird drei Spieltage vor Saisonende der Rechenschieber strapaziert. Ab Platz elf wird um den Klassenerhalt gezittert.

Für den Tabellenzwölften Offenbacher Kickers gilt: Mit sechs Punkten ist die fünfte Saison in der Viertklassigkeit sicher. Für die OFC-Fans heißt das: Am 20. Mai könnte das vorzeitige Happy End einer extrem kniffligen Saison gefeiert werden.

Die Ausgangslage im Tabellenkeller ist weniger kompliziert als sonst: Weil im FSV Frankfurt und ziemlich sicher dem FSV Mainz 05 II zwei Drittligisten absteigen, wird es definitiv fünf Absteiger geben. Ein sechster kommt dann hinzu, wenn Waldhof Mannheim oder die SV Elversberg in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga scheitern sollten. Für die bedrohten Klubs heißt das: Nur Platz 13 bietet Planungssicherheit, Rang 14 reicht nur, wenn Mannheim und Elversberg aufsteigen. Insofern sind die Chancen von Eintracht Trier und Teutonia Watzenborn-Steinberg bei aktuell sechs Punkten Rückstand aufs rettende Ufer nur noch theoretischer Natur. Gleiches gilt für den 1. FC Kaiserslautern II trotz eines machbaren Restprogramms.

Eine Unbekannte stellt der finanziell gebeutelte KSV Hessen Kassel dar. Aktuell sind die Nordhessen mit 48 Punkten gerettet, sollten sie vor dem Saisonfinale Insolvenz anmelden, wären sie mit dem dann erfolgenden Neun-Punkte-Abzug mittendrin im Abstiegskampf.

Auf Eventualitäten wollen sich die Offenbacher Kickers nicht einlassen. Der Tabellenzwölfte kann im Idealfall eine Woche vor dem Saisonfinale die Rettung feiern. Der größte Trumpf ist dabei die Heimstärke. „Jetzt freuen wir uns auf Koblenz“, sagt Mittelfeldspieler Maik Vetter: „Freitagabend, Flutlicht - das wird ein geiles Spiel.“

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Der OFC ist gerettet, wenn...

...er aus den letzten drei Spielen sechs Punkte holt. Mit zwei Heimsiegen gegen TuS Koblenz am kommenden Freitag und am Samstag darauf gegen 1899 Hoffenheim II wäre das Team von Trainer Oliver Reck, mit neun Siegen und sechs Remis bei einer Niederlage (2:3 gegen Saarbrücken) fünfbestes Heimteam der Liga, vorzeitig durch. Doch Vorsicht: Koblenz ist Vierter der Auswärtstabelle (25 Punkte), Hoffenheim Fünfter (23).

...er aus den letzten drei Spielen fünf Punkte holt, die Stuttgarter Kickers (13./38) aber nicht ihre beiden Spiele gewinnen und der FK Pirmasens (15./36) höchstens sieben Punkte holt. Die Pfälzer wären dann zwar punktgleich, haben aber die klar schlechtere Tordifferenz (-9) im Vergleich zum OFC (+9). Dass Pirmasens zudem noch auf den FC Homburg (14./38) trifft, könnte den Kickers ebenfalls in die Karten spielen. Die Saarländer hätten am Saisonende bei Punktgleichheit aufgrund der Tordifferenz (-8) ebenfalls die schlechteren Karten.

...er vier Zähler erkämpft, die Stuttgarter Kickers aber maximal vier Zähler holen und in der Tordifferenz nicht den OFC (+9) überholen. Zudem dürften die Homburger nicht auf mehr als vier Punkte in ihren letzten drei Partien kommen. Sollte der FCH dabei gegen Pirmasens gewinnen, wäre auch der FKP, selbst wenn er noch sechs Punkte holt, am Saisonende hinter dem OFC. Denn auch in diesem Fall würde die klar bessere Tordifferenz für die Kickers sprechen. (jm/joko)

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