Kickers-Trainer Oliver Reck macht Nachricht vom 12. November öffentlich

SMS-Drohung gegen Reck beschäftigt die Polizei

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Offenbach -  Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach sorgt derzeit mit hoher Frequenz für Schlagzeilen. Drei Tage nach dem von vielen Emotionen begleiteten 3:1 gegen den SSV Ulm 1846 machte Trainer Oliver Reck eine Morddrohung per SMS öffentlich. Von Jörg Moll 

„Wir sind sehr schockiert“, räumte OFC-Kapitän Daniel Endres ein. Die Mannschaft habe erst durch die Veröffentlichung von diesem Vorfall erfahren, erklärte der Kickers-Torwart.
Oliver Reck hatte die SMS mit einer ernstzunehmenden Drohung am 12. November erhalten, einen Tag nach dem 3:0-Erfolg gegen den TSV Schott Mainz. „Du stehst ganz oben auf der Liste. Bei Tag und Nacht. Pass gut auf dich auf“, zitierte die „Bild“ den Wortlaut der Nachricht. Der 52-Jährige hatte umgehend den Verein informiert. Laut OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori sei man zunächst nicht an die Öffentlichkeit gegangen, habe aber umgehend die Polizei eingeschaltet. Besondere Maßnahmen zum Schutz des Trainers waren seither nicht ergriffen worden. Die Ermittlungen laufen. Der Absender der SMS sei noch unbekannt.

„Wir helfen, wo wir können“, signalisierte der OFC-Geschäftsführer jede Unterstützung bei der Aufklärung des Falles. Dass Reck nun doch den Gang an die Öffentlichkeit gewählt hat, war nicht mit dem Verein abgesprochen, bestätigte Fiori.

„Wenn du so etwas kriegst, kommst du ins Zweifeln, ob das alles noch Sinn macht. Dabei geht es weniger um mich. Ich kann schon auf mich aufpassen. Aber ich habe Angst um meine Familie“, meinte Reck. Der langjährige Bundesliga-Profi (471 Spiele für den OFC, Werder Bremen und Schalke 04) hat seit diesem Vorfall einen eigenen Ansprechpartner bei der Polizei. „Sie hat das gut im Griff“, ist Kickers-Präsident Helmut Spahn überzeugt. Der Sicherheitschef des Weltfußballverbandes FIFA war von Reck ebenfalls umgehend informiert worden.

Das 120-Meter-Wandbild der Kickers im Detail

Spahn hält derweil an seinem Vorhaben fest, die letzten Wochen, in denen dem OFC in acht Pflichtspielen nur zwei Siege gelungen waren, in „offenen Gesprächen“ zu analysieren. Der Presseboykott der Spieler und der ausgebliebene Gang zu den Fans im letzten Heimspiel vor der Winterpause ist ihm nachhaltig sauer aufgestoßen. Auch die Ohrgeste gegenüber dem Publikum, mit der Trainer Reck nach dem 2:1 auf vorangegangene Pfiffe reagierte, ist beim gesamten Kickers-Präsidium nicht gut angekommen.

Die Stimmungslage beim Tabellenzweiten bleibt durchaus angespannt. „Es wird nichts mehr schöngeredet“, stellt Spahn klar: „Wer sich nicht dran hält, ist raus.“

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