OFC-Eigengewächs Semih Sentürk

Mit Snickers und Schusskraft

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Spielte bislang 21-mal für den OFC in der Regionalliga: Eigengewächs Semih Sentürk - Foto: Hübner

Offenbach - Lob hatte Semih Sentürk bei Kickers Offenbach oft erhalten, jedoch nicht sehr viel Einsatzzeit. Bei der Partie in Kassel stand das Talent in seiner zweiten Profisaison das dritte Mal in der Startelf und zahlte es mit seinem ersten Tor zurück. Von Christian Düncher

Trainer Oliver Reck schätzt unter anderem Sentürks Flexibilität.
Ballannahme, kurzer Anlauf und dann mit voller Wucht rein ins Glück: Der Treffer von Semih Sentürk zum 1:1 im Spiel am Dienstag beim KSV Hessen Kassel war nicht nur das erste Profi-Tor des 20 Jahre alten Eigengewächses der Offenbacher Kickers, sondern auch ein sehenswertes. Aus rund 20 Metern hatte Sentürk mit dem rechten Fuß abgezogen: Ein Schuss wie ein Strich – unhaltbar für Kassels Torwart Michael Hartmann. „Ich hatte freie Schussbahn, habe nicht lange nachgedacht und einfach draufgehauen“, schilderte Sentürk die Szene: „Wenn wir öfters geschossen hätten, wäre uns vielleicht noch ein Tor gelungen.“

Doch außer dem Schuss von Sentürk hatte der OFC nur noch zwei halbe Chancen. Bei der einen fehlten dem eingewechselten Varol Akgöz kurz vor Schluss ein paar Zentimeter, die andere hatte erneut Sentürk, als er nach einer Flanke im Strafraum per Kopf an den Ball kam, dieser allerdings weit über das Tor ging. Wieder hatte die Nummer 19 der Kickers die rechte Seite verlassen und war in die Mitte gerückt. Eine Vorgabe des Trainerteams? „Nein, das war situationsbedingt“, gab Sentürk zu.

Dass der aus Hanau stammende Deutsch-Türke überhaupt rechts vorne begonnen hatte, war eine kleine Überraschung. Erstens hatte Sentürk seit seinem Profidebüt (5. August 2016 als Einwechselspieler beim 2:2 in Worms) erst zweimal in der Startelf gestanden, zweitens ist er gelernter Sechser. Rechts vorne hatte er diese Saison aber schon mal ausgeholfen – bei der 0:2-Niederlage in Mainz. „Es war insofern keine ganz neue Position für mich. Auch im Training habe ich dort ab und zu schon mal gespielt“, berichtete Sentürk. Als er kurz vor der Abfahrt von seiner Aufgabe erfuhr, sei er dennoch aufgeregt gewesen, gab der 20-Jährige zu. „Ich hatte ja lange nicht von Anfang gespielt. Sofort habe ich gedacht, dass das meine Chance ist und ich Gas geben muss.“ Ob ihm das gelungen ist, wurde Sentürk nach dem Spiel gefragt. „Das hoffe ich“, antwortete er mit einem breiten Grinsen.

Bilder: OFC zu Gast in Kassel

Oliver Reck war mit dem jungen Mann, der nicht nur durch Kampf auffiel, sondern auch technische Finesse zeigte, jedenfalls zufrieden: „Semih spielt ja nicht oft, aber er verdient es sich immer wieder“, lobte der Trainer. „Er ist sehr engagiert und verlangt sich viel ab. Und er ist ein Typ aus dem eigenen Nachwuchs, den wir fördern wollen.“ In Kassel habe er unter Beweis gestellt, warum.

Schon bei der Verlängerung des Vertrages (bis 2019) vor einem Jahr, hatte Sportdirektor Sead Mehic gesagt: „Wir sind alle überzeugt, dass wir viel Freude mit ihm haben werden.“ In Kassel ließ das Eigengewächs den OFC nun jubeln, auch wenn es nur zu einem Punkt reichte. Als Lohn für das Tor stellte Kapitän Daniel Endres ein „Snickers“ in Aussicht und ergänzte mit Blick auf die drahtige Figur seines Mitspielers: „Der kann essen, was er will. Er nimmt eher ab.“

Das OFC-Zeugnis gegen Hessen Kassel

Energie genug scheint Sentürk trotzdem zu haben: „Ich werde weiter Gas geben und hoffe, dass ich auch am Samstag spiele.“ Dann empfangen die Kickers um 14 Uhr den Tabellenvierten SC Freiburg II. Beim 1:5 im Hinspiel stand Sentürk nicht im Kader.

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