Eintracht-Edelfan sieht „keinen Grund, Kickers dumm anzumachen“

Spucktüte mit OFC-Logo für Klinke eine Sauerei

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Ein Frankfurter mit Herz für Offenbach: Johnny Klinke (links) bei einem OFC-Spiel mit Ex-Oberbürgermeister Horst Schneider.

Offenbach -  Johnny Klinke bezeichnet sich als „Hardcore-Fan“ von Eintracht Frankfurt. Von Christian Düncher 

Doch dafür, wie nach Frankfurts Pokaltriumph gegen Bayern München vereinzelt mit Erzrivale Kickers Offenbach umgegangen wurde, hat der Gründer und Direktor des berühmten Varietétheaters „Tigerpalast“ kein Verständnis. „Das ist unter aller Sau“, findet Klinke deutliche Worte für die beiden Aktionen, über die wir gestern berichtet hatten.

„Es gibt im Moment des größten Triumphes nicht den geringsten Grund, den sportlichen Bruder, gegen den man einst im Finale um die deutsche Meisterschaft stand, dumm anzumachen“, so Klinke. „Das ist absolut widersinnig. So etwas passt auch als Einzelaktion nicht zur weltoffenen Art der Eintracht und deren Umfeld.“ Noch mehr als über Ersatztorhüter Jan Zimmermann, der auf dem Römerbalkon per Mikrofon zweimal „Scheiß Kickers Offenbach“ gebrüllt hatte, ärgerte sich Klinke über „die Aktion im Flugzeug, die vollkommen unter der Gürtellinie war“.

In mindestens einer Maschine von Eintracht-Sponsor Sun Express hatten auf dem Flug nach Berlin sowie dem Rückflug nach Frankfurt Spucktüten ausgelegen, deren Innenseite das OFC-Logo zierte. Die Eintracht betonte, dass weder sie noch die Fluggesellschaft etwas damit zu tun habe. Axel Hellmann, Marketing-Vorstand des Erstligisten, versuchte, die Sache herunterzuspielen. „Das war ein privater Gag, der sicherlich nicht von größter Ästhetik geprägt war, aber auch nicht allzu dramatisch ist.“ Klinke stimmte nur bedingt zu: „Nicht dramatisch, aber falsch und bösartig.“ Und: Es schade Stadt und Verein. „Frankfurt ist die Innenstadt einer Fünf-Millionen-Metropole und das Waldstadion ist dessen Gefühlszentrum“, philosophierte er. „Und ohne Offenbach kein Frankfurt.“

Die bizarren Rituale der Fußballstars

Klinke sei demjenigen „auf der Spur“, der für diese extreme Geschmacklosigkeit verantwortlich ist, sagte er. Das gilt übrigens auch für Sun Express. Eine Firmensprecherin stellte klar, dass man die Spucktüten weder in Auftrag gegeben noch in den Fliegern verteilt habe. Der Vorfall sei „sehr schade und sehr ärgerlich“, sagte sie. „Wir würden nie provozierende Werbung gegen Kickers Offenbach machen.“

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