OFC peilt mit erstem Sieg gegen Topteam Rang zwei an

Standards als große Stärke

Offenbachs Experte für ruhende Bälle: Tunay Deniz erzielte drei seiner sechs Saisontore per Freistoß. Fünf seiner insgesamt zwölf Torvorlagen resultierten aus Freistößen (3) und Ecken.
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Offenbachs Experte für ruhende Bälle: Tunay Deniz erzielte drei seiner sechs Saisontore per Freistoß. Fünf seiner insgesamt zwölf Torvorlagen resultierten aus Freistößen (3) und Ecken.

Offenbach – Der Blick auf die Heimbilanz der Kickers gegen den FSV Frankfurt lässt für Dienstag (19 Uhr) ein Torspektakel erwarten. Seit dem Abstieg des FSV aus der 3. Liga kam Kickers Offenbach am Bieberer Berg zu zwei glatten Siegen (7:0, 4:1). Heute treffen sich aber zwei Derbyrivalen, die beide ihre Chance im Aufstiegsrennen wittern.

Die Kickers können mit einem Sieg auf Rang zwei rücken. Der FSV will nach zwei Niederlagen den Anschluss wahren. Eine Analyse:

Die Form:

Der OFC hat nach der herben Schlappe in Steinbach schnell wieder in die Spur gefunden, gegen Freiburg II (1:1) stark gespielt und in Alzenau (3:1) souverän gewonnen. „Das war sehr wichtig, dass wir diese Reaktion gezeigt haben“, sagt Offensivspieler Serkan Firat. Die Bilanz im Jahr 2021 unter Sreto Ristic ist die eines Aufstiegskandidaten: 28 Punkte aus 13 Spielen, im Schnitt also 2,15 Punkte pro Partie. Zum Vergleich: Spitzenreiter SC Freiburg II holte seit Januar im Schnitt 2,33 Punkte (35 Zähler aus 15 Spielen), der Zweite Steinbach Haiger kommt auf 1,93 (29/15), Ulm auf 2,21 (31/14). „Wenn wir die richtige Mentalität, Leidenschaft und Charakter zeigen, wird es für jeden schwer gegen uns“, meint Firat. Allerdings: Bislang ist der OFC den Nachweis schuldig geblieben, gegen Topteams gewinnen zu können. Gegen Steinbach (1:1/0:4), Freiburg (2:2/1:1), Ulm (0:1) und Elversberg (0:0) reichte es zu vier Punkten.

OFC-Termine bis Saisonende stehen fest

Offenbach – Die bislang noch ausstehenden Termine der Fußball-Regionalliga Südwest ab dem Wochenende des 17./18. April bis zum 42. Spieltag am 12./13. Juni stehen fest. Aufstiegsaspirant Kickers Offenbach tritt dabei neunmal samstags an, darunter in den Hessenderbys in Kassel und beim FSV Frankfurt. In zwei weiteren Englischen Wochen wird jeweils Dienstagabend gespielt. Die Termine im Überblick:

Sa., 17.4., 14 Uhr: OFC - VfB Stuttgart II

Di., 20.4., 19 Uhr: Schott Mainz - OFC

Sa., 24.4., 14 Uhr: OFC - Stadtallendorf

Sa., 1.5., 14 Uhr: Hessen Kassel - OFC

Di., 4.5., 19 Uhr: OFC - FC Homburg

Sa., 8.5., 14 Uhr: Elversberg - OFC

Sa., 15.5., 14 Uhr: OFC - RW Koblenz

Sa., 22.5., 14 Uhr: FSV Frankfurt - OFC

Sa., 29.5., 14 Uhr: OFC - Ast. Walldorf

Sa., 5.6., 14 Uhr: VfR Aalen - OFC

Sa., 12.6., 14 Uhr: OFC - Mainz 05 II jm

Die Stärken:

Für die Kickers spricht die Stabilität in der Defensive. Nur 21 Gegentore sind Ligabestwert. Zweitbeste in dieser Kategorie: FSV Frankfurt und SV Elversberg (je 29). Kaum zu bezwingen ist OFC-Torwart Stephan Flauder in Heimspielen. Die imponierende Bilanz lautet: 23:6 Tore in 13 Spielen am Bieberer Berg. Eine weitere große Qualität der Kickers, die unter Sreto Ristic richtig zum Tragen kommt: die Standards. Die letzten fünf Treffer fielen alle nach ruhenden Bällen. Gerade in Zeiten, als witterungsbedingt wenig anderes im Training möglich war, ließ Ristic Standards üben. Das zahlt sich aus.

Der Teamspirit:

Es war eine symbolische Szene nach dem Abpfiff in Alzenau. Malte Karbstein, Torschütze des 2:1, nahm den tief in seinem Kapuzenpulli eingesunkenen Eigentorschützen Denis Huseinbasic in den Arm, spendete Trost, baute ihn auf. „Die Mannschaft hat ihn aufgefangen“, lobt Ristic, der das kurioseste Eigentor seit Jahren abgehakt hat. „Wir sind eine richtig gute Truppe“, sagt Offenbachs Edeljoker Lucas Albrecht.

Die Bank:

Ristic muss heute Abend sieben Akteure ersetzen. Immerhin: Maurice Pluntke, Jakob Lemmer und Marco Fritscher wollen in dieser Woche ins Training einsteigen. Aber: Wer ins Spiel reingeworfen wird, funktioniert. „Jeder, der bei uns trainiert, ist ein Startelfkandidat“, sagt Ristic. Das bewiesen Luka Garic als Marcos-Vertreter, Lucas Albrecht als Innenverteidiger/Sechser. Mathias Fetsch kann, seit Elia Soriano fitter wirkt, auch mal von der Bank kommen. Und als Turbo nach der Pause macht Marcell Sobotta stets Betrieb. In Tim Dierßen hat sich ein laufstarker Mittelfeldspieler zurückgemeldet.

Die Problemzonen:

Das größte Problem lautet: Wer ersetzt Charles Elie Laprevotte? Der Winterzugang, als Sechser unverzichtbar geworden, fällt nach Schultereckgelenksprengung lange aus. „Ein Riesenverlust für uns“, räumt Ristic ein. Einen ähnlichen Spielertypen gibt der Kader nicht her. Lucas Albrecht vertrat ihn als Joker mehrfach ordentlich, ob er das aber konstant in den Wochen der Entscheidung kann, ist fraglich. Zumal er auch die einzige Alternative für die Innenverteidigung bleibt. Luka Garic ist als Vertreter des verletzten Ronny Marcos links hinten gefordert.

Ein weiteres Problem: So gut die Standards funktionieren, so schwer tut sich der OFC, Tore aus dem Spiel heraus zu erzielen. Nur zehn der 23 Tore seit Januar fielen nicht nach Standards.

Fazit:

Gewinnt der OFC an diesem Dienstag erstmals gegen ein Topteam, wird der Glaube in die eigenen Stärken nochmals größer werden. Personell darf allerdings nicht mehr viel passieren, sonst wird es trotz des vermeintlich großen Kaders (28 Spieler) schwer.

Von Jörg Moll

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