Mit Stein aus „prekärer Situation“

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Engagierteres Auftreten erwünscht. Christopher Lamprecht im Zweikampf mit Simon Tüting (Chemnitzer FC). Links: Christian Telch. Zugang Marc Stein wird ihn heute gegen Oberhausen auf der linken Abwehrseite des OFC ersetzen.

Offenbach - Drei neue Spieler haben die Offenbacher Kickers bis zum Ende der Transferperiode am 31. August angekündigt, den ersten davon haben sie gestern Abend für zwei Jahre unter Vertrag genommen. Der 26-jährige Marc Stein wechselt vom FSV Frankfurt zum OFC. Von Holger Appel

Er wird bereits heute, 19 Uhr, in der 3. Liga gegen Oberhausen sein Debüt auf der linken Abwehrseite feiern. Stein spielte einst bei Dynamo Berlin, TeBe Berlin, Hansa Rostock, Hertha BSC Berlin und seit 2010 beim FSV. Gestern löste er dort seinen Vertrag auf.

„Marc wird unsere Abwehr stabilisieren. Er ist im besten Fußballalter, aber trotzdem schon routiniert. Und: Er hat als Abwehrspieler eine gute Spieleröffnung, kann eine Partie sehr gut lesen - das sind ganz sicher seine großen Stärken“, sagt OFC-Sportkoordinator Ramon Berndroth, in der vergangenen Saison noch in Diensten des FSV.

Der ehemalige OFC-Trainer Trainer Hans-Jürgen Boysen berücksichtigte Stein beim FSV zuletzt aber nicht mehr für den Zweitligakader. Stein musste nach 74 Bundesliga- und 54. Zweitligaspielen zuletzt in der Regionalliga Süd antreten, konnte die Niederlagen der FSV-Reserve gegen Hoffenheim (0:1) und Worms (1:3) aber nicht verhindern.

Auch seine neue Mannschaft hat zuletzt zweimal verloren: 1:4 zu Hause gegen die Spvgg. Unterhaching und 0:2 beim Aufsteiger Chemnitzer FC. Die Kickers sind vor dem Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen nicht mehr weit von den Abstiegsplätzen entfernt. Verteidiger Christopher Lamprecht, um klare Worte selten verlegen, sagt deshalb: „Die Situation ist bereits prekär für uns. Wir dürfen sie nicht weiter ausarten lassen.“

Bedeutet: Der zweite Saisonsieg nach dem 2:0 gegen den SV Sandhausen muss her. Unbedingt. Damit der Sprung ins Mittelfeld gelingt und die Hektik rund um die Baustelle Bieberer Berg nicht noch größer wird. Doch wie kann das gelingen? Zumal Lamprecht zugibt, dass „die zuletzt gezeigten Leistungen nicht wirklich zuversichtlich stimmen“. Die passende Antwort fällt schwer. „Wir müssen besser spielen, besser dagegenhalten, alles geben - im Prinzip müssen wir wirklich alles besser machen“, hofft Lamprecht auf eine gewaltige Steigerung der gesamten Mannschaft.

Trainer Arie van Lent glaubt nach den ordentlichen Trainingseindrücken der vergangenen Tage, dem Aufarbeiten der Niederlage in Chemnitz und der Verpflichtung von Stein, dass das seinen Profis gelingen kann. Er fordert von ihnen einen „Auftritt mit anderer Ausstrahlung“ als zuletzt und hofft darauf, dass sie „mehr Leidenschaft zeigen, die Tempovorstöße besser setzen, und die Pässe präziser spielen“.

Ob er weitere Änderungen in der Startelf vornimmt, ließ er offen. Denn viele Wechsel begeistern ihn nicht, wie er zugibt. „Ich bin kein großer Freund davon, immer alles umzustellen. Wenn es aber nicht läuft, denkt man schon darüber nach“, sagt er. Und es läuft nun mal nicht beim OFC.

Das gilt aber auch für den Gegner aus Oberhausen. Der Zweitligaabsteiger hat ebenfalls drei von vier Spielen verloren und nur gegen Saarbrücken gepunktet (0:0). Zuletzt unterlagen die Oberhausener zu Hause gegen Heidenheim mit 0:3. Berndroth bezeichnet RWO als „angeschlagenen Boxer. Aber auch wir stehen mit dem Rücken zur Wand, sind im Heimspiel aber der Favorit. Das ist eine gefährliche Situation.“

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