Mittelstürmer lobt Hirst / Steuernagel beobachtet Verkamp

Beim OFC beginnt die Suche nach Treskes Nachfolger

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Matchwinner-Jubel. Jake Hirst (links) und Florian Treske freuen sich über ihre Treffer zum 2:1-Sieg gegen Walldorf. Noch einmal spielen die beiden Kickers-Stürmer gemeinsam, dann trennen sich die Wege.  

Offenbach -  Der „alte“ Stoßstürmer Florian Treske winkte nach dem 2:1-Sieg der Offenbacher Kickers gegen Astoria Walldorf mit Töchterchen Leni letztmals zum OFC-Anhang. Der designierte Nachfolger Jake Hirst machte derweil Fotos mit jungen Fans. Beide trafen gegen Walldorf - und machten sich gegenseitig Komplimente. Von Jörg Moll 

Vor dem Spiel verabschiedete OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori Florian Treske am Stadionmikrofon mit warmen Worten. „Du bist ein Pfundskerl und jederzeit hier willkommen“, dankte er dem 31-Jährigen, der nach der Partie am Samstag beim FSV Mainz 05 II seine Profikarriere beenden wird.

„Das Wissen darum, dass es ein Ende hat, beflügelt ihn“, hat Daniel Steuernagel bei Florian Treske festgestellt. „Ich freue mich sehr für ihn, dass er einen solchen Abschied hat“, betonte der OFC-Trainer nach Treskes zweitem Tor in Folge, und zweimal war es der Siegtreffer, seit seiner Abschiedsankündigung: „Wir haben alle zusammen die richtige Entscheidung getroffen.“

Treskes von zahlreichen Verletzungen geschundener Körper erhält ab Winter die erhoffte Regeneration. Der 31-Jährige wird als spielender Co-Trainer in einem unterklassigen Klub unweit seiner neuen Heimat Biberach/Riß weit weniger Belastung ausgesetzt. „Ich freue mich jetzt noch auf die Partie in Mainz, dort wollen wir unbedingt noch einen Dreier holen“, blickt Treske auf den kommenden Samstag (14 Uhr) voraus: „Und dann freue ich mich auf den Urlaub.“

In Mainz könnte er ein letztes Mal an der Seite des Offenbacher Überfliegers der Hinrunde auflaufen: Jake Hirst, am Sonntag zur Pause eingewechselt und mit einem Tor (65.) und starker Leistung maßgeblich an der Wende beteiligt. Dabei hatte der Engländer, der im Sommer vom Kreisoberligisten TSV Bad Nauheim gekommen war, einigen Handicaps getrotzt. Beim 1:0 in Elversberg hatte er grippekrank gefehlt, war auch vor dem Walldorf-Spiel erst spät ins Training eingestiegen. Dazu kam, dass der 1,94 Meter große Torjäger, der in seinen ersten acht Ligaeinsätzen achtmal getroffen hatte, zuletzt sieben Mal in Folge leer ausging. „Darüber darf man nicht nachdenken, sonst wird es gar nichts“, meinte Hirst auch mit Blick auf seine versemmelte Riesenchance gegen Walldorf (53.).

Zwölf Minuten später schlug er dann zu. „Es war mal wieder Zeit“, meinte er cool. Wieder fünf Minuten später jubelte er mit Treske über dessen 2:1. „Ich freue mich für ihn. Es macht immer Spaß mit Flo“, sagte Hirst. In der Nachspielzeit verhinderte Walldorfs Jürgen Rennar mit starker Parade dessen zweiten Treffer. „Wir haben gegenseitig voneinander profitiert“, meinte Treske und lobte den Youngster an seiner Seite: „Er ist mein würdiger Nachfolger.“

Doch wer wird eigentlich Treskes Position im Kader beerben? „Wir werden uns nach der Partie gegen Mainz zusammensetzen und die erste Saisonhälfte analysieren“, betonte Daniel Steuernagel. Dass der Platz neu besetzt wird, scheint außer Frage zu stehen, schließlich ist auch Mittelstürmer Nummer drei, Varol Akgöz (31), ziemlich verletzungsanfällig.

Die Anforderungen an den Neuen sind intern längst formuliert. Schnell und wendig soll er sein, somit künftig um Hirst herum wirbeln. Das, was bisher Hirst um Treske herum veranstaltete, sollen nun nach Möglichkeit beide Stürmer können: viel laufen, Tempo bolzen, Gegner anlaufen, Zweikämpfe gewinnen.

OFC gegen FC-Astoria Walldorf: Bilder

Einen möglichen Kandidaten könnte Steuernagel am Samstag vor dem 2:1 gegen Walldorf in Aschaffenburg begutachtet haben: Pasqual Verkamp. Der 21-Jährige kommt bei der Viktoria auf allen Offensivpositionen zum Einsatz: als lauffreudiger Mittelstürmer genauso wie auf den Außenbahnen. „Wichtig ist, dass der Spieler in unser Profil passt“, lässt sich Steuernagel aber nicht in die Karten schauen.

Bleibt noch die Frage: Was macht Jake Hirst eigentlich ab Sommer 2019, wenn sein Vertrag, den die Kickers im Herbst so gerne vorzeitig verlängert hätten, ausläuft? „Darum kümmere ich mich nicht, das macht mein Berater“, sagt er: „Ehrlich gesagt interessiert mich das auch gerade noch gar nicht.“

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