Trainer Ristic: „Eventuell fehlt körperliche Frische“

Für Kickers Offenbach spielt nach 0:0 gegen RW Koblenz die Tabelle erstmal keine Rolle

Der Offenbacher Tunay Deniz (links) brachte diesen Schuss nicht im Tor unter. Ein Koblenzer Verteidiger verhinderte kurz vor der Torlinie den Treffer für die Kickers (42.).
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Im letzten Moment geklärt. Der Offenbacher Tunay Deniz (links) brachte diesen Schuss nicht im Tor unter. Ein Koblenzer Verteidiger verhinderte kurz vor der Torlinie den Treffer für die Kickers (42.), die wertvolle Punkte liegen ließen.

Kickers Offenbach ist in der Fußball-Regionalliga Südwest beim Abstiegskandidaten Rot-Weiß Koblenz nur zu einem 0:0 gekommen. Die Enttäuschung überwiegt.

Koblenz – Bei der Partie der Regionalliga Südwest zwischen Rot-Weiß Koblenz und Kickers Offenbach fiel gestern der Name Tunay besonders oft. Gemeint war Offenbachs Tunay Deniz, der immer wieder von den Mitspielern aufgemuntert und angetrieben wurde. Letztlich ohne Erfolg. Der Mann mit der Rückennummer 18, der eigentlich das Spiel der Kickers machen soll und diese Saison schon mehrfach seine Qualität unter Beweis gestellt hat, stand beim zweiten torlosen Remis in Folge stellvertretend für den Auftritt des OFC. Deniz unterliefen viele Fehler und bei seinen Chancen agierte er glücklos.

An Deniz alleine lag es freilich nicht, dass die Kickers die Heimreise ohne den erhofften Sieg antreten mussten. Auch andere Spieler, die vor dem Restart noch Leistungsträger waren, hinken derzeit hinterher, wirken teilweise überspielt. Wie Marcel Sobotta (wurde erneut ausgewechselt) oder Mathias Fetsch. Der Torjäger, dessen Trefferquote rapide gesunken ist, saß zunächst auf der Bank. Elia Soriano erhielt den Vorzug. Drei Stützen also, die dem OFC derzeit aber keine Stabilität geben.

„Ich kann über die Vergangenheit wenig sagen. Aber auf gewissen Positionen tun wir uns schwer“, gab der neue Trainer Sreto Ristic zu. Namen nannte er allerdings nicht. Eine Erklärung hatte er ebenfalls nicht parat: „Eventuell fehlt die geistige oder körperliche Frische. Wir sind jedenfalls noch lange nicht so weit, dass wir jeden Gegner an die Wand spielen können.“

Nicht einmal den 19. der Tabelle, der es den Kickers mit einfachen Mitteln schwer machte. Mit ihren drei Spitzen störten die Koblenzer den OFC früh beim Aufbau. Hinten wurden die Räume eng gemacht und bei Ballbesitz schnell umgeschaltet. Das reichte, um dem Favoriten ein Remis abzuknöpfen und die eigene Heimbilanz auszubauen. 17 ihrer 19 Zähler haben die Rheinland-Pfälzer zu Hause geholt.

Bei der Bewertung der Partie gingen die Meinungen der Trainer auseinander. Während der Koblenzer Coach Heiner Backhaus („Am Ende hätten wir gewinnen müssen“) mit dem Remis nicht völlig zufrieden war, sprach Ristic von einem unglücklichen Unentschieden: „Wir hatten mehr Spielanteile und ein Chancenplus.“ Die klareren Möglichkeiten hatten aber die Gastgeber, die durch Müller (20., Latte) und Mustafa (44., Pfosten) zweimal das Aluminium trafen und in der Endphase zweimal knapp vorbei zielten. Die Kickers, bei denen Maik Vetter rechts in der Abwehr Marco Fritscher (hatte sich im Abschlusstraining eine muskuläre Verletzung zugezogen) ersetzte, brauchten eine Weile, um ins Spiel zu kommen. Die größte Chance hatte Deniz, dessen Schuss kurz vor der Linie geklärt wurde (42.).

„Wir wollten uns spielerisch verbessern und an die gute zweite Hälfte vom Spiel gegen Elversberg anschließen. Aber gegen Koblenz war es nicht besser“, gab Ristic zu. Vor allem mit dem ersten Durchgang war er nicht zufrieden: „Das war fahrig und lasch. Trotzdem hatten wir Möglichkeiten.“

Nach der Pause entwickelten die Kickers mehr Druck. Richtig gefährlich wurde es aber nur einmal. Erst traf Serkan Firat nur die Latte, dann scheiterte Florent Bojaj mit dem Nachschuss am Koblenzer Torwart (48.).

In der Tabelle verbesserte sich der OFC zwar um einen Rang auf Platz sechs, verpasste aber erneut die Chance, aus den Patzern der Konkurrenten Kapital zu schlagen. „Die Tabelle spielt erst mal keine Rolle“, sagte der Kickers-Trainer. „Wir müssen uns erst mal verbessern. Wenn uns das gelingt, machen wir auch in der Tabelle wieder Boden gut.“ Dazu wird es angesichts von acht Punkten Rückstand auf den FSV aber auch Zeit.

Von Christian Düncher

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