4:1 auf Stadtallendorfer Kunstrasen bei Debüt von Ristic und Laprevotte

Tag der geglückten Premieren beim OFC

Freude pur: Offenbachs Winterzugang Charles Elie Laprevotte (links) lässt sich nach seinem traumhaften Volleyschuss zum 1:0 von Marco Fritscher, Marcell Sobotta und Serkan Firat feiern. Firat war später mit einem ebenso schönen Volley zum 2:1 erfolgreich.
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Freude pur: Offenbachs Winterzugang Charles Elie Laprevotte (links) lässt sich nach seinem traumhaften Volleyschuss zum 1:0 von Marco Fritscher, Marcell Sobotta und Serkan Firat feiern. Firat war später mit einem ebenso schönen Volley zum 2:1 erfolgreich.

Stadtallendorf – Der Start ins neue Jahr ist Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach gelungen. Beim 4:1 (2:1) beim Schlusslicht TSV Eintracht Stadtallendorf glückten gleich mehrere Premieren: Trainer Sreto Ristic, seit dem 30. Dezember als Nachfolger von Angelo Barletta im Amt, feierte seinen ersten Pflichtspielsieg mit dem OFC, der erstmals ein Punktspiel auf Kunstrasen bestritt. Einen perfekten Einstand hatte Winterzugang Charles Elie Laprevotte. Der 28-Jährige gefiel als umsichtiger Sechser - und krönte seine Leistung mit einem traumhaften Volleyschuss aus 18 Metern in den rechten Winkel zum zwischenzeitlichen 1:0 (24.).

„Gegen den Tabellenletzten kannst du eigentlich nur verlieren“, sagte Sreto Ristic: „Von daher bin ich glücklich, dass wir verdient gewonnen haben.“ Viele Dinge, die der 44-Jährige in den ersten sieben Trainingstagen seit Amtsantritt hatte einstudieren lassen, seien aufgegangen. „Aber wir wollen es nicht überbewerten, wir haben noch viel Arbeit vor uns“, relativierte Ristic umgehend: „Wir wollen das Bild vom Spiel, das ich verlange, stetig weiter verbessern.“

Dem neuen OFC-Coach war allerdings auch die große Anspannung seiner Mannschaft nach zwei Niederlagen im alten Jahr nicht entgangen. „Es war nicht ganz einfach“, räumte Serkan Firat ein. „Aber er hat uns mit einer guten Ansprache viel Druck genommen“, lobte der deutlich verbesserte Linksaußen den neuen Coach. Firat hatten auch die gelegentlich eingestreuten lockeren Sprüche des neuen Trainers gefallen. Damit habe Ristic viel von der spürbaren Anspannung im Vorfeld genommen.

Die Kickers waren wie erhofft klar dominant, aber eben auch sichtlich um Kontrolle bemüht. Sie versuchten von Beginn an, auf dem von den Gastgebern am Freitag und Samstag unter Mithilfe von Erstmannschaftsspielern vom Schnee befreiten Kunstrasen mit schnellen Ballstafetten und Spielverlagerungen zu Chancen zu kommen. Ristic hatte dem Team eine taktische Grundordnung im 4-2-3-1 verpasst. Mit Laprevotte und den Denis Huseinbasic als zentralen Mittelfeldspielern, die mit großem Engagement und läuferischem Einsatz um Stabilität mit und gegen den Ball bemüht waren. Dazu schalteten sich die Außenverteidiger Marco Fritscher (rechts) und Ronny Marcos (links) stets mit ins Offensivspiel ein. Beide belohnten sich für ihre starken Auftritte mit je einer Torbeteiligung. Fritscher leitete das 2:1 für den OFC durch Serkan Firat (33.) ein, der mit einem schönen Volleyschuss ins rechte Eck die Weichen wieder auf Sieg stellte.

„Damit haben wir eine sehr gute Antwort gegeben auf das ärgerliche Gegentor“, meinte Marcos mit Blick auf Jascha Döringers 1:1 (27.) per Kopfball nach Freistoß von der rechten Seite. Die Kickers ließen Ball und durchaus mutige Stadtallendorfer zumeist gut laufen - und erspielten sich eine Vielzahl von Chancen. „Nach der zehnten oder elften habe ich aufgehört zu zählen“, sagte Ristic, der damit auch das Manko eines ansonsten souveränen Auftritts herausstrich. Marcell Sobotta (5., 8.), Mathias Fetsch (12., 33., 60., 73.) ließen beste Gelegenheiten aus - oder scheiterten wie Laprevotte (23.) am besten Eintrachtler, Torwart Mateusz Abramowicz.

Spätestens nach dem 3:1 durch Malte Karbstein, der nach einem Eckball mit der Pike die Kugel ins kurze Eck beförderte (50.), war die Partie vorzeitig entschieden. Den Schlusspunkt setzte der starke Ronny Marcos, der in der Schlussminute mit einer scharfen Flanke von links Fabian Schütze zum Eigentor zwang. „Klares Tor von mir“, witzelte der Linksverteidiger, der im 30. Einsatz für den OFC zwar weiter ohne Tor bleibt, aber immerhin die erste direkte Torbeteiligung verbuchen durfte. Trotzdem ging der 27-Jährige schnell zur Tagesordnung über. „Es waren nur drei Punkte - mehr nicht.“ Der Auftritt habe Spaß gemacht. „Mit Ball läuft es sich viel angenehmer als ohne“, sagte Marcos süffisant. Ähnlich dachte Serkan Firat, der aber nüchtern die Situation analysierte. „Wir brauchen jetzt Konstanz“, fordert er vor den wegweisenden Spielen beim FC Homburg (Samstag) und gegen die SV Elversberg (20. Januar).

Von Jörg Moll

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