Trösten und kritisieren

Reck vorm Abschiedsspiel: „Mannschaft weiß, dass sie was gutzumachen hat“

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Wie wird sich Oliver Reck heute auf dem Bieberer Berg verabschieden? Mit den Spielern (links Serkan Firat, rechts Daniel Endres)? Oder ohne besondere Aktion?

Offenbach - Heute Abend bestreitet Oliver Reck sein 91. und vorletztes Pflichtspiel als Trainer der Offenbacher Kickers. Das Heimspiel gegen die U23 des VfB Stuttgart ist die Abschiedsvorstellung auf dem Bieberer Berg für den 53-Jährigen, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Von Jochen Koch und Christian Düncher

 

Nach dem Heimspiel am Freitag haben die Kickers 14 Tage Spielpause, bevor sie am 12. Mai zum letzten, bedeutungslosen Saisonspiel bei Schott Mainz antreten werden. Bis dahin wird bestimmt auch der Nachfolger von Reck bekannt gegeben. Wie bereits mehrfach berichtet, deutet derzeit alles auf Daniel Steuernagel als neuen OFC-Trainer hin. Dass der ehemalige Grundschullehrer ab 1. Juli hauptberuflich als Fußballtrainer arbeiten will, steht für ihn fest: „Das ist mein Ziel und ich bin sehr optimistisch, dass das funktioniert.“

 In der Alsfelder Allgemeinen erklärte der 38-Jährige, der seit 18 Jahren Mannschaften trainiert, dass er mit mehreren Vereinen gesprochen habe. Mit Kickers Offenbach habe es keinen Kontakt gegeben. Doch das war die Aussage, bevor die Trennung von Oliver Reck offiziell bekannt wurde. Jetzt kann es sehr schnell mit einer Verpflichtung gehen. Steuernagel rechnet mit einer Entscheidung, wo er nächste Saison arbeiten wird, „in ein bis zwei Wochen“.

Am Freitag wird der ehemalige Torwart Reck (471 Bundesligaspiele für Schalke 04, Werder Bremen und den OFC) noch einmal im Mittelpunkt stehen, auch wenn er eine vom OFC angebotene offizielle Verabschiedung abgelehnt hat. Das deutet an, dass das Verhältnis zwischen den Verantwortlichen und Reck alles andere als intakt war und ist. Immerhin kann Reck in seinen 90 Partien (45 Siege/20 Unentschieden/22 Niederklagen) einen Schnitt von 1,72 Punkten pro Spiel aufweisen. Sein Vorgänger Rico Schmitt war etwas erfolgreicher und kam in 117 Spielen (61/27/29) auf 1,79 Punkte pro Partie.

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Der OFC und Oliver Reck gehen getrennte Wege: Die richtige Entscheidung?
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Nach dem letzten Heimspiel vor der Winterpause hatten die Kickers-Spieler ihre Fans und die Medienvertreter links liegen lassen. Beim letzten Heimspiel der Saison soll das anders sein. Ein versöhnlicher Abschluss nach dem Aus im Kampf um Platz zwei ist das Ziel des OFC, der auch in dieser Saison den mit Abstand größten Zuschauerschnitt der Regionalliga Südwest aufweist.

Bisher kamen 107.700 Besucher, pro Spiel 6298. Reck appellierte an die Mannschaft, vor eigenem Publikum noch mal alles zu geben. „Auch unter dem Gesichtspunkt, dass wir die letzten drei Heimspiele nicht gewonnen haben, ist es sehr, sehr wichtig zu zeigen, dass wir gewillt sind, drei Punkte zu holen und nach vorne zu spielen“, sagte Reck und stellte klar: „Die Mannschaft weiß, dass sie etwas gutzumachen hat.“

Aber ist sie dazu derzeit mental in der Lage? Er habe in Einzel- und Gruppengesprächen versucht, die Spieler aufzubauen, so Reck. „Ich habe einen guten Draht zu den Spielern. Manchmal muss man sie in den Arm nehmen, manchmal muss man Kritik üben, aber im richtigen Moment.“ Die Kritik kam den OFC-Verantwortlichen aber oft zu kurz.

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Auch der eine oder andere Spieler wird nächste Saison nicht mehr dabei sein. Neun der 25 Verträge laufen aus. Benjamin Kirchhoff und Serkan Firat haben Angebote vom OFC erhalten, auch Ersatztorwart Sebastian Brune will man halten. Mit Stefano Maier gab es Gespräche. Alexandros Theodosiadis hingegen hat bislang noch kein Angebot vorliegen. „Da ist er aber nicht der Einzige“, betonte Sportdirektor Sead Mehic. „Wir werden mit allen sprechen, können uns aber keinen 30-Mann-Kader leisten. Insofern gilt es, alles zu bedenken. Wir brauchen fitte Spieler, Theo war länger verletzt. Er kann sich in den letzten beiden Spielen zeigen.“

Auch die Zukunft von Co-Trainer Joti Stamatopoulos ist noch nicht geklärt. „Er hätte die Bereitschaft, weiterzumachen. Das ist nicht ausgeschlossen“, sagt Geschäftsführer Christopher Fiori. Ein Verbleib von Stamatopoulos, der ein sehr enges Verhältnis zu vielen Spielern hatte, scheint aber unwahrscheinlich, denn viele Trainer setzen beim Co-Trainer auf eine Person, die sie schon länger kennen.

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