Tunay Deniz‘ Tor zum 3:2 krönt irre Offenbacher Aufholjagd gegen FC Homburg

Ristic und Sobotzik loben OFC-Mannschaft: „Überragender Charakter“

Die Lücke gefunden: Der 3:2-Siegtreffer durch Tunay Deniz (rechts), der den Ball zwischen Homburgs Torwart David Salfeld, Abwehrspieler David Plattenhardt und Dennis Huseinbasic ins Tor schoss.
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Die Lücke gefunden: Der 3:2-Siegtreffer durch Tunay Deniz (rechts), der den Ball zwischen Homburgs Torwart David Salfeld, Abwehrspieler David Plattenhardt und Dennis Huseinbasic ins Tor schoss.

Offenbach – Die Offenbacher Kickers haben in einem hochdramatischen und über weite Strecken begeisternden Spiel einen frühen 0:2-Rückstand gegen den FC Homburg zu einem 3:2-Sieg gedreht und ihre Chance auf den Aufstieg gewahrt. Allerdings sind die Aussichten des Tabellenzweiten nicht besser geworden, denn Spitzenreiter SC Freiburg II gab sich keine Blöße, gewann gegen den VfB Stuttgart II 3:1.

Es ist wie immer eine hypothetische Frage: Aber am Dienstagabend stellten sie sich alle Offenbacher Verantwortlichen: Was wäre an diesem denkwürdigen Abend mit Zuschauern los gewesen? Spätestens in der 84. Minute wäre der Bieberer Berg in seinen Grundfesten erschüttert gewesen, nachdem Tunay Deniz mit dem Tor zum 3:2 den Schlusspunkt hinter ein völlig irres Spiel gesetzt hatte.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Offenbachs Trainer Sreto Ristic: „Sie hat wieder einmal einen überragenden Charakter gezeigt und am Ende durch ein Weltklassetor verdient gewonnen.“ Wie die Mannschaft sich aus einem 0:2-Rückstand zum Sieg spielte und kämpfte, begeisterte Ristic: „Ich kann nur ein Lob aussprechen, die Jungs sind so fokussiert und willig.“ Auch Geschäftsführer Thomas Sobotzik war völlig aus dem Häuschen: „Ein Wahnsinnsspiel, das hat richtig Spaß gemacht.“

„Es ist noch nicht vorbei“, sagt Ristic seit Wochen mit Blick auf die Tabelle. Die Ausgangsposition vor dem Anpfiff war nach dem 3:1-Sieg von Spitzenreiter SC Freiburg II klar: Nur ein Sieg hält den OFC noch im Rennen um den Aufstieg. Ristic hatte in der dritten Englischen Woche in Folge die Mannschaft gegenüber dem 4:0 in Kassel unverändert auf den Platz geschickt. Was auch daran lag, dass er angesichts von acht Ausfällen kaum Möglichkeiten zur Rotation besitzt. Immerhin: Serkan Firat war rechtzeitig fit geworden. Und die Partie nahm sofort Fahrt auf. Davud Tuma fand in der 2. Minute Mathias Fetsch, der aber die Kugel nicht richtig verwerten konnte. Beide Teams setzten den Gegner sofort unter Druck und suchten den schnellen, direkten Weg zum Tor. Vor allem im ersten Durchgang gab es kaum Verschnaufpausen. Homburgs Patrick Dulleck (10.) schoss nach vorangegangenem Missverständnis der Kickers-Abwehr noch vorbei. Vier Minuten später traf er nach starker Kombination der Gäste wuchtig ins linke Eck – 0:1. In der 17. Minute die nächste Konfusion im Kickers-Strafraum – und wieder schlug Homburg zu, diesmal in Person von Patrick Lienhard, der per Kopf mit Hilfe des Innenpfostens traf.

Doch die Kickers zeigten unglaubliche Comeback-Qualitäten. In der 24. Minute war der Anschluss hergestellt. Nach Flanke von Davud Tuma köpfte Firat aus kurzer Distanz ein – sein siebtes Saisontor. „Ein geiles Spiel, es zeugt von unserem Charakter, wie wir zurückgekommen sind“, sagte er.

Und zwei Minuten später war wieder Tuma hellwach, eroberte den Ball nach einem Homburger Freistoß in der eigenen Hälfte und überlistete Torwart David Salfeld. Noch vor der Pause hatte der dieses Mal glücklose Offenbacher Toptorschütze Mathias Fetsch nach Vorarbeit von Tuma das 3:2 auf dem Fuß, scheiterte aber artistisch an Salfeld (37.).

Auch nach Wiederanpfiff hielten beide Teams das Tempo hoch, suchten unvermindert zügig den Weg nach vorne. Die Kickers hatten durch Sebastian Zieleniecki (73.), der mit einem Kopfball den Pfosten traf, die große Chance zur Führung. Die Gäste vergaben durch Marceta ebenfalls eine große Gelegenheit. Der Mittelstürmer wurde dabei von Malte Karbstein mit einer starken Grätsche am Torschuss gehindert (79.). Fünf Minuten später jubelte der OFC. Im Anschluss an eine Ecke stand Tunay Deniz am Fünfer frei und schoss zum 3:2 ein. Für den Mittelfeldspieler, mit 14 Torvorlagen der beste Scorer der Liga, war es bereits das neunte Saisontor.

Kickers Offenbach: Flauder (Note: 2) – Fritscher (2), Zieleniecki (2), Karbstein (2), Marcos (2) – Huseinbasic (2), Deniz (1,5) – Firat (1,5/90.+1 Reinhard -), Bojaj (2), Tuma (1,5/64. Lemmer -) – Fetsch (3,/70. Garic -)

FC Homburg: Salfeld – Ristl (79. Stegerer), Reuss, Sachanenko, Plattenhardt – Di Gregorio – Hoffmann, Lienhard (69. Hingerl), Dulleck (88. Carl), Weiss (88. Sommer) – Gösweiner (46. Marceta)

Schiedsrichter: Falcicchio (Konstanz) – Zuschauer: keine – Tore: 0:1 Dulleck (14.), 0:2 Lienhard (17.), 1:2 Firat (22.), 2:2 Tuma (24.), 3:2 Deniz (84.) - Gelb: Bojaj (6) / Plattenhardt, Di Gregorio

Von Jörg Moll

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