OFC: Stefano Maier sieht Rot und übt nach 0:3 in Saarbrücken Selbstkritik

Ungewissheit als Belastung

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Stefano Maiers finaler Fehltritt: Der OFC-Innenverteidiger bremst Kevin Behrens in höchster Not und sieht dafür seine erste Rote Karte als Profi. Im Hintergrund schauen Dennis Schulte (von links) und Thomas Franke zu. Sie hoffen noch auf einen neuen Vertrag beim OFC, den Julian Dudda (rechts) nicht erhalten wird.

Offenbach - Oliver Recks Wunsch für das sportliche bedeutungslose letzte Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest ging nicht in Erfüllung. Der Trainer der Offenbacher Kickers wollte sich mit seinem Team als beste Rückrundenmannschaft in die Sommerpause verabschieden. Von Jörg Moll 

Stattdessen gab es mit dem 0:3 beim 1. FC Saarbrücken eine verdiente Niederlage und betröppelte Gesichter. Stefano Maier hatte es die Laune richtig verhagelt. „Das ist richtig scheiße“, meinte der Innenverteidiger nach seiner Roten Karte, die einen schwachen Auftritt der Kickers in der 73. Minute in negativer Hinsicht krönte. Beim Stand von 0:2 nach Toren von Marius Willsch (20.) und Marco Meyerhöfer (45.) hatte der Offenbacher gegen Kevin Behrens, der später zum 3:0 traf (79.), mit einer Notbremse ein weiteres Gegentor verhindert. Anschließend übte er harte Selbstkritik. „Ich war einen Tick zu spät, das hatte sich in der Trainingswoche angedeutet, die ein wenig Larifari war“, sagte der 23-Jährige und räumte ein: „Es war schwer, die Motivation hoch zu halten.“ Kein Zweifel ließ er daran, dass die ungewisse Zukunft belastet. Am Mittwoch will er nun seinen Urlaub unterbrechen, um dann das vom Verein angekündigte Vertragsangebot zu sichten - und wohl auch zu unterschreiben.

Wie Maier stehen viele Teamkollegen vor ungewissen Zeiten. Noch immer hat der OFC erst fünf Spieler unter Vertrag: Ersatztorwart Alexander Sebald, Robin Scheu, Martin Röser, Dren Hodja und den am Samstag mit Adduktorenproblemen fehlende und im Mittelfeld schmerzlich vermisste Marco Rapp. Geschäftsführer Remo Kutz wollte sich gestern nicht zu Personalien äußern. Bei der teaminternen Abschiedsparty am Samstagabend in einem Offenbacher Steakhaus wurden nur jene sieben Spieler offiziell verabschiedet, deren Weggang schon vor dem letzten Auftritt in Saarbrücken klar war: Marcel Gebers, Julian Dudda, Sascha Korb, Matthias Schwarz, Markus Müller, Steven von der Burg und Benjamin Pintol.

Letzterer verabschiedete sich pathetisch nach drei Jahren OFC in Richtung Drittligist Hallescher FC, wo er auf Ex-Coach Rico Schmitt trifft. „Ich habe in Offenbach die besten drei Jahre meiner Karriere erlebt, wir haben drei Titel geholt und auch diese Saison recht ordentlich abgeschnitten“, sagte der 26-Jährige. „Andere Klubs sind nach einer vorangegangenen Meisterschaft und gescheiterter Relegation abgestürzt, wir sind immerhin Vierter geworden, für mehr hat es nicht gereicht“, resümierte er und verabschiedete sich mit einer Liebeserklärung an die Kickers: „Ich werde immer Fan des Klubs bleiben.“ Dessen Zukunft sieht Pintol nicht so düster, wie mancher fürchtet. „Es wird vielleicht etwas dauern, aber der OFC hat schon einmal nach der Insolvenz gezeigt, was möglich ist.“ Vor drei Jahren war das, als auch Pintol zu den Kickers kam. „Damals haben wir bei Null angefangen“, erinnert er sich.

Bilder: OFC verliert gegen Saarbrücken

Beim Trainingsauftakt am 27. Juni soll das anders sein. Trainer Oliver Reck gibt sich optimistisch: „Wir hatten eine Mannschaft, die funktioniert und wir werden wieder eine Mannschaft haben, die funktioniert“, meinte er. Seinem Team zollte er trotz der finalen Niederlage ein Kompliment: „Die letzten Wochen waren kompliziert, die Belastungen waren hoch, dazu kam die Ungewissheit. Doch die Mannschaft hat sich dafür sehr professionell präsentiert.“

OFC-Zeugnis gegen 1. FC Saarbrücken 

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