Vereine holen sich Geld zurück

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Es reicht. Schiedsrichter Christian Fischer holt die Profis aus Offenbach und Chemnitz vom Platz, nachdem Fans von der Waldemar-Klein-Tribüne Feuerzeuge aufs Feld geworfen hatten. Zehn Minuten später pfeift er wieder an.

Offenbach - Auf den Spuren von Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen. Kickers-Geschäftsführer Thomas Kalt hat angekündigt, die Fans, die am Samstag beim 0:1 gegen den Chemnitzer FC Feuerzeuge, Bratwürste usw. aufs Feld geworfen hatten, zu ermitteln und zur Kasse zu bitten. Von Holger Appel

Denn dem OFC, der in dieser Saison wegen Fanvergehen beim 1:3 in Wiesbaden und beim 0:0 in Darmstadt bereits 6800 Euro an den DFB zahlen musste, droht nach dem Fast-Abbruch gegen Chemnitz wohl erneut eine empfindliche Geldstrafe. Gestern Nachmittag hat nach Angaben von Polizeisprecher Henry Faltin ein szenekundiger Beamter die Videoaufzeichungen aus dem Stadion angeschaut und analysiert. Über die Erkenntnisse machte Faltin keine Angaben.

Vom Gesetz her ist Geschäftsführer Kalt mit seiner angekündigten Schadenersatzforderung nach einem Urteil des Düsseldorfer Landgerichts im Sommer 2011 auf der sicheren Seite. Offen ist, wie sie sich umsetzen lässt. Das Landgericht jedenfalls war einem Urteil des Oberlandesgerichts Rostock gefolgt, wonach jeder Besucher eines Fußballstadions durch den Kauf einer Eintrittskarte mit dem Veranstalter (Stadionbetreiber oder Heimatverein) einen Vertrag abschließt. Das verpflichtet ihn zum Wohlverhalten. Verletzt er diese Pflicht, macht er sich schadenersatzpflichtig. Der Schaden kann auch in einer Verbandsstrafe bestehen, die einem Verein wegen des Verhaltens seiner Anhänger auferlegt wird. Von den Zuschauern haftet jeder für die gesamte Schadenhöhe - auch wenn der einzelne nur für einen geringen Teil der bestraften Ausschreitungen verantwortlich war.

Gespräche zwischen Polizei, Verantwortlichen des OFC und Ordnungsdienst

Faltin, am Samstag selbst im Stadion, kündigte noch für diese Woche Gespräche zwischen Polizei, Verantwortlichen des OFC und Ordnungsdienst an. „Wir müssen das Geschehen aufarbeiten und Verbesserungsmöglichkeiten erörtern.“ Auch über bauliche Änderungen müsse nachgedacht werden.

Er bitte trotz Videoanalyse die Fans um Mithilfe. „Wer Hinweise auf die Täter geben kann, soll uns informieren. Die falschen Fans schaden dem Verein, wir müssen sie mit dem OFC aussortieren.“

Tel. 069/8098-1234.

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