Vertrag des Abwehrspielers bei Kickers Offenbach ausgelaufen

Verletzter Wilke braucht Geduld

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Marcel Wilke konnte letzte Saison nur vier Spiele bestreiten, eines davon über 90 Minuten gegen den SC Freiburg. Seit März pausiert der Abwehrspieler wegen Leistenproblemen.

Offenbach - Verabschiedet haben die Verantwortlichen der Offenbacher Kickers Marcel Wilke (26) zwar nicht, aber sein Ersatzmann ist bereits da: Thomas Franke (27). Beide spielen in der Innenverteidigung, beide sind erfahren und beide wechselten von einem Ost-Verein zum OFC.

Wilke kam vor zwei Jahren vom Chemnitzer FC, Franke von der TSG Neustrelitz. „Ich habe dafür Verständnis“, sagt Wilke mit Blick auf die Personalsituation bei den Kickers. In Giuliano Modica (Dynamo Dresden) hat ein herausragender Innenverteidiger den Regionalligisten in Richtung 3. Liga verlassen. „Und bei mir ist klar, dass ich für den Verein ein Fragezeichen bin.“ Aufgrund immer wieder auftretender Probleme im Leistenbereich war Wilke in der vergangenen Saison nur vier Mal für die Kickers in der Regionalliga Südwest zum Einsatz gekommen, insgesamt spielte er nur 192 Minuten. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert – obwohl die OFC-Verantwortlichen betont hatten, dass sie sich ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Spielern bewusst seien. „Ich hatte etwas Schriftliches“, sagte Wilke. „Wir haben immer gesagt, dass wir an einer Lösung arbeiten.“ Das Problem: Wilke ist ein „Krankenkassen-Fall“, wie er betont. Und keiner für die Berufsgenossenschaft, die das Gehalt dann weiter zahlt, wenn sich ein Profi im Spiel oder Training verletzt. Ob und wann Wilke wieder Fußball spielen kann, ist weiter offen.

Der Verteidiger hat zahlreiche Ärzte konsultiert, und ist wieder optimistisch, zumal er das erste Mal Fortschritte macht. „Es geht mir eigentlich gut. Ich bin mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden“, sagte Wilke, der das Rehazentrum gewechselt hat und nun in Obertshausen an seinem Comeback arbeitet. „Man hat festgestellt, dass bei mir die Bauchmuskulatur wesentlich schwächer ist als die Rückenmuskulatur“, erklärt der gebürtige Plauener. Spezielle Geräte sollen dabei helfen, dieses „extreme Ungleichgewicht“ ausgeglichen. „Diese neue Herangehensweise hat bislang die besten Erfolge gebracht. Es gibt Werte, die sich verbessert haben. Auch das Schmerzempfinden hat sich geändert.“

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Gegen den Ball hat Wilke allerdings noch nicht getreten. Er müsse weiter Geduld haben, betont der 26-Jährige, der mit seiner Frau in Seligenstadt wohnt. Weil nicht absehbar ist, ob die Reha am Ende erfolgreich sein wird, hat er sich für einen Studienplatz in Frankfurt (Sportwissenschaften und BWL) beworben. „Ich muss das machen, es gibt keine Garantie“, sagt Wilke. Einer Fortsetzung der Karriere beim OFC würde das Studium nicht im Wege stehen. „Der Verein und ich wissen, was wir aneinander haben.“ Kontakt habe es zuletzt allerdings nur noch „ab und zu“ gegeben.

cd

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