Kickers Offenbach

„Wieder tragende Rolle spielen“: Der dienstälteste OFC-Spieler will unter neuem Trainer angreifen

Maik Vetter hat als einziger Offenbacher Profi alle sechs Trainer in der Regionalliga Südwest erlebt. Der dienstälteste Kickers Offenbach Spieler will unter dem neuen OFC-Trainer wieder Verantwortung übernehmen.
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Maik Vetter hat als einziger Offenbacher Profi alle sechs Trainer in der Regionalliga Südwest erlebt. Sein erster nach dem Wechsel 2014 war Rico Schmitt (links). Mit ihm feierte Vetter im Frühjahr 2015 die Meisterschaft. Unter dem sechsten, Sreto Ristic, soll das wieder gelingen.

Maik Vetter ist der dienstälteste Spieler bei den Kickers Offenbach. Er spielt unter sechs OFC-Trainern in Offenbach, die ihn alle unterschiedlich einsetzen. Das sagt Vetter vor dem ersten Spiel unter Sreto Ristic.

Offenbach – Maik Vetter hat sich diese Woche wieder mal an ein neues Trainergesicht gewöhnen müssen. Sreto Ristic hatte sich als Nachfolger von Angelo Barletta vorgestellt. Ein neues Gesicht, ein neuer Typ. Zum sechsten Mal, seit Vetter im August 2014 zum OFC kam, erlebt er das spezielle Gefühl eines Trainerwechsels. Unter Ristic will der Mittelfeldspieler, der lange verletzt ausgefallen war, wieder den Stellenwert im Team erlangen, den er bis Frühjahr 2020 hatte.

Dienstälteste OFC-Spieler Maik Vetter kann auf eine Reihe von Kickers Trainer blicken

Der dienstälteste Spieler des Fußball-Regionalligisten nimmt die Veränderungen professionell hin. „Das gehört zu unserem Job dazu, dass Trainer und Spieler kommen und gehen“, sagt Vetter. Auf Vergleiche der Arbeitsweisen verzichtet er ebenso wie auf Typencharakterisierungen. Dabei könnte Vetter einiges erzählen, schließlich hat er als einziger Offenbacher alle Trainer seit dem Drittliga-Abstieg 2013 erlebt. Sein erstes Jahr 2014, unter Rico Schmitt, war gleich das erfolgreichste: Die Kickers wurden trotz laufendem Insolvenzverfahren Meister, scheiterten aber in der Relegation an Magdeburg. Vetter absolvierte unter dem eigenwilligen wie erfolgreichen Sachsen 20 Einsätze, aber nur drei über die komplette Spielzeit. In der nächsten Saison 2015/16 änderte sich das. Unter Schmitt und ab Februar 2016 unter dessen Nachfolger Oliver Reck war Vetter in zehn seiner 23 Einsätze über die komplette Spielzeit am Ball.

Bei allen Trainern gleich beliebt war Vetters Vielseitigkeit. Der gelernte Mittelfeldspieler kam auf fast allen Positionen außer Torwart zum Einsatz, oft auf der rechten Außenbahn, zuweilen im zentralen Mittelfeld, mal links hinten, selten Innenverteidiger, unter Oliver Reck phasenweise mit großem Erfolg sogar als zweite Spitze. 2017/18 war das, der OFC beendete die Saison auf Rang vier, nachdem er lange auf Kurs Aufstiegsrelegation war. Vetter steuerte zehn Treffer in 31 Regionalligapartien bei - sein Karrierebestwert.

Maik Vetter spielt fast über all bei den Kickers Offenbach - erst Barletta gibt ihm feste Position

Unter Daniel Steuernagel rutschte Vetter wieder eine Position nach hinten - und war wieder als polyvalenter Typ gefragt: Mal links im Mittelfeld, mal rechts, mal zentral, mal defensiv. Erst bei Angelo Barletta, Nachfolger von Steuernagel und Interimscoach Steven Kessler, sollte Vetter eine feste Position erhalten. „Ich sehe ihn als zentralen Mittelfeldspieler“, hatte Barletta stets betont.

Vetters Pech: Erst kam Corona, das die Saison 2019/20 nach drei Einsätzen unter Barletta vorzeitig beendete, dann verletzte er sich schwer. Eine Sehnenverletzung im Oberschenkel zwang ihn zu einer monatelangen Pause. Erst nach der Pandemie-bedingten Zwangspause im November kehrte Vetter ins Team zurück. In Walldorf (0:0), gegen Aalen (0:2) und in Balingen (0:1) kam er jeweils von der Bank zu mehr oder weniger kurzen Einsätzen.

Kickers Offenbach: Maik Vetter ist nach langwieriger Verletzung „körperlich auf Topniveau“

„Es gibt unterschiedliche Verletzungen, solche, bei denen du einfach zurückkommst und nichts mehr merkst, aber eben auch die anderen“, räumt Vetter ein. Der 29-Jährige hatte eine solche hinter sich. Die Sehnenverletzung im Oberschenkel machte ihm lange zu schaffen.

Unter „Papa“ Oliver Reck war Vetter auch als Stürmer der Kickers Offenbach gefragt. 2017/18 gelangen ihm zehn Tore.

„Das war unangenehm und langwierig, aber nun bin ich seit einiger Zeit schmerzfrei, fühle mich gut, bin körperlich auf Topniveau“, erklärt er. Und so formuliert er sein ehrgeiziges Ziel für das neue Jahr: „Ich möchte wieder eine tragende Rolle spielen.“ Eine, die ihn in den vergangenen drei Spielzeiten so unverzichtbar gemacht hatte. Mit seiner Dynamik, seinem unbändigen Einsatz war er unter Reck, Steuernagel, Kessler und Barletta immer gesetzt gewesen.

OFC: Vetter ist auch unter Ristic ein Kandidat fürs zentrale Mittelfeld der Kickers Offenbach

Sreto Ristic, unter dem die Mannschaft in dieser Woche „mit viel Feuer“ (Vetter) trainiert habe, ließ sich in Sachen Personal nicht in die Karten schauen. Plant er mit Vetter, dürfte er neben Winterzugang Charles Elie Laprevotte im zentralen Mittelfeld an diesem Samstag (09.01.2021 14 Uhr) beim Schlusslicht Eintracht Stadtallendorf auflaufen.

Vetter weiß, was bei den Oberhessen auf Kunstrasen („Wenn wir gut ins Laufen kommen, kann uns das als technisch gute Mannschaft zugute kommen“) gefragt ist: „Das wird ein unangenehmer Gegner“, sagt er: „Aber wir wissen, dass wir, wenn wir die richtige Einstellung an den Tag bringen, das Spiel gewinnen können.“

Kickers Offenbach: Niederlagen im alten Jahr spielen für Maik Vetter und die Mannschaft keine Rolle mehr

Den Rucksack der zwei Niederlagen im alten Jahr habe seine Mannschaft abgelegt. „Das ist Vergangenheit.“ Vetter hat in seinen fast sieben Spielzeiten beim OFC gelernt, mit Rückschlägen umzugehen - und will das nun auch unter dem sechsten Trainer zeigen. (Jörg Moll)

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