Viertes Heimspiel ohne Sieg

Viel Frust beim Reck-Abschied

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Mit erhobenem Daumen und seinen Spielern im Rücken verabschiedete sich Oliver Reck nach seinem letzten Heimspiel als OFC-Trainer von den Fans. Die Gesichter zeigten die Enttäuschung nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart II.

Offenbach - Mit dem erhofften Abschiedsgeschenk für Oliver Reck wurde es nichts. In seinem letzten Heimspiel als Kickers-Trainer gab es für Reck gestern Abend eine 0:1-Heimniederlage gegen die junge U23-Mannschaft des VfB Stuttgart. Von Jochen Koch 

Das vierte sieglose Heimspiel in Folge war der Abschluss eines Horror-Monats April, in dem die Kickers völlig außer Form waren, vier von fünf Spielen verloren und alle Aufstiegschancen verspielten.
Der Frust bei den Fans war nicht zu überhören. Ab der 75. Minute stellten sie ihre Unterstützung für die Mannschaft ein und feierten sich lieber eine Viertelstunde lang selbst („Waldemar-Klein-Tribüne“).

Sprechchöre für Reck während des Spiels hatte es nicht gegeben. Die Fans entrollten nach Spielschluss ein großes Transparent („Am Tiefpunkt Verantwortung übernommen, Danke Olli!“). Als sich Reck, der diesmal an der Seitenlinie auf jedes OFC-Symbol an der Kleidung verzichtet hatte, vor der Fantribüne verabschiedete, gab es Beifall, aber auch Pfiffe. Als zum Abschluss das ganze Stadion dann noch minutenlang „Ole, Ole, Ole - nur der OFC - Rot und weiß, ein Leben lang“, sang, verließ Co-Trainer Joti Stamatopoulus weinend den Rasen.

Auf der Pressekonferenz bedankte sich Oliver Reck dann beim OFC „für die Unterstützung. Ich habe zweieinhalb Jahre lang versucht, alles einzubringen.“ Dabei habe er dem Verein sogar finanziell „mit einem mittleren fünfstelligen Betrag geholfen“, mit dem ein Trainingslager ermöglicht wurde. „Wichtig war, Farbe zu bekennen, in einer schwierigen Lage. Ich drücke alle Daumen, dass es irgendwann klappt, aus dieser Liga herauszukommen.“ Unter welchem Trainer, bleibt offen. Die OFC-Verantwortlichen beteuerten auch gestern, noch mit keinem Kandidaten gesprochen zu haben. Ab nächste Woche sollen die Gespräche beginnen.

Nur 4506 Zuschauer wollten das letzte Heimspiel sehen, lediglich das Heimspiel am 2. Dezember gegen Ulm war schlechter besucht (4203). Oliver Reck musste wie schon gegen Saarbrücken wieder einige Spieler ersetzen. Kapitän Daniel Endres, Benjamin Kirchhoff, Maik Vetter, Semi Sentürk und Ko Sawada standen nicht zur Verfügung. Gegen die junge, dynamische und sehr gut organisierte Stuttgarter Mannschaft fehlten den Kickers die Ideen und die Laufwege in die Tiefe, um sich gegen die variable Fünferkette durchzusetzen.

Kickers gegen VfB Stuttgart II: Bilder

Ganz anders die schnellen Stuttgarter, die sich zwei-, dreimal frei durchkombinierten. Dabei sorgte VfB-Angreifer Jan Ferdinand kurz vor der Pause für eine Slapstick-Aktion. Der 20-Jährige hatte OFC-Torwart Sebastian Brune schon überlupft, musste nur noch einschieben, bugsierte den Ball dabei aber nicht ins Netz, sondern an die Latte, um dann auch den Abpraller aus vier Metern übers Tor zu schmettern. Die Zuschauer feierten den Fehlschuss des Tages mit Sprechchören („Das war super, das war elegant“, und „Oh wie ist das schön“).

Die zweite Halbzeit begannen die Kickers etwas engagierter und hatten durch Ihab Darwiche (47.) und Marco Rapp (58.) auch zwei klare Torchancen.

Das OFC-Zeugnis gegen VfB Stuttgart II

Doch es fehlte wie so oft die Nachhaltigkeit und letzte Konsequenz. Stattdessen kassierten die Kickers nach einem schnellen VfB-Angriff durch einen 18-Meter-Flachschuss des eingewechselten Dijon Ramaj das 0:1 (69.). Vom OFC kam dann nichts mehr. Bleibt jetzt die Hoffnung auf einen besseren Abschluss am 12. Mai beim TSV Schott Mainz und eine bessere Saison 2018/19.

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