Hoffnung bei Darwiche und Hecht-Zirpel

Zu viele Ausfälle in der Offensive

+
Semih Sentürk (vorne) und Jan Hendrik Marx (hinten) beackerten beim Spiel in Kassel die rechte Seite der Offenbacher Kickers. Während Marx gelernter Außenverteidiger ist, spielt Sentürk normalerweise im defensiven Mittelfeld. Aus personellen und taktischen Gründen kam er diesmal jedoch in der Offensive zum Einsatz.

Offenbach -  Wenn der Zweite beim Letzten nur unentschieden spielt, spricht man schnell von zwei liegengelassenen Punkten. Bei den Verantwortlichen und Spielern von Kickers Offenbach hielt sich die Enttäuschung nach dem 1:1 beim KSV Hessen Kassel aber vor allem aus personellen Gründen in Grenzen. Von Christian Düncher

Wenn es um die Beurteilung der Leistungen der Offenbacher Kickers geht, ist Sead Mehic nicht unbedingt als Schönredner bekannt. Im Gegenteil: Der OFC-Sportdirektor hatte in den vergangenen Wochen und Monaten trotz des zweiten Tabellenplatzes immer wieder mahnend den Finger gehoben und zum Teil deutliche Kritik geübt. Nach dem 1:1 beim seit nunmehr 16 Spielen sieglosen Schlusslicht KSV Hessen Kassel war Mehic jedoch darum bemüht, dieses Ergebnis in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Die Kickers sind schließlich auch nach dem dritten Spiel im neuen Jahr ungeschlagen.

„Sieben Punkte aus drei Spielen – damit müssen wir zufrieden sein“, sagte der 42 Jahre alte Ex-Profi und lag damit auf einer Linie mit dem Trainer sowie den Spielern. Stellvertretend für die Mannschaft resümierte Kapitän Daniel Endres nach dem 1:1 beim Angstgegner (seit Einführung der Regionalliga Südwest noch kein Sieg in Kassel): „Ein Punkt auswärts, das ist okay. Wir haben zwei Punkte Vorsprung auf Mannheim, das ist alles, was zählt.“ Dass der OFC nicht sogar vier Punkte vor dem Tabellendritten liegt, führt Endres auch auf die angespannte Personalsituation zurück.

Trainer Oliver Reck hatte zwar vor der Begegnung erneut betont, dass man Ausfälle kompensieren könne und dies auch schon mehrfach bewiesen haben. Diesmal war der Aderlass in einem Mannschaftsteil jedoch besondern hoch. „Man darf auch nicht vergessen, wer alles offensiv gefehlt hat“, merkte Endres an. So mussten die Kickers in Niklas Hecht-Zirpel (Knieprobleme), Ihab Darwiche (Oberschenkelprobleme) und Florian Treske (Achillessehnenprobleme) auf ein Trio verzichten, das diese Saison zusammen 14 Tore erzielt und 15 vorbereitet hat. Top-Joker Varol Akgöz war zwar nach auskurierten Achillessehnenproblemen zum ersten Mal in diesem Jahr im Kader, aber noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Als Alternativen auf der Bank saßen sonst nur noch die Teenager Nicola Jürgens (19) und Marco Ferukoski (18), der zuletzt meistens links hinten spielende Christos Stoilas und Ko Sawada.

Das OFC-Zeugnis gegen Hessen Kassel

Der Japaner war zuvor in Völklingen für Darwiche eingewechselt worden. Doch gegen die robusten Nordhessen entschied sich Reck bei alles andere als optimalen Bedingungen für eine andere Variante. Semih Sentürk, eigentlich gelernter Sechser, half zum zweiten Mal diese Saison rechts aus. Francesco Lovric begann im defensiven Mittelfeld und Dren Hodja rückte dafür eine Position nach vorne. Zwar erzielte Sentürk das 1:1, doch offensiv lief bei den Kickers wenig zusammen. „Wir haben versucht, aus einer gestaffelten Organisation heraus Angriffe zu starten. Das ist uns am Anfang weniger gelungen, aber je länger das Spiel dauerte, immer mehr“, fasste Reck zusammen. Und Endres stellte fest: „In der zweiten Hälfte hatten wir etwas Überhand, bloß nicht bis ganz vorne.“ Doch Besserung ist in Sicht. Zumindest bei Darwiche und Hecht-Zirpel stehen die Chancen gut, dass sie fürs Topspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Freiburg II (4.) zur Verfügung stehen. Und bei Treske steht ein Belastungstest an.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare