Vom Main an den Rhein: Ex-Offenbacher bei Nachwuchs des FSV Mainz 05 gefragt

Modica und Nebel erhalten bald „Verstärkung“

Duell mit dem Ex-Verein: Der Mainzer Paul Nebel (Mitte) behauptet den Ball gegen die OFC-Spieler Charles Elie Laprevotte (rechts) und Sebastian Zieleniecki.
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Duell mit dem Ex-Verein: Der Mainzer Paul Nebel (Mitte) behauptet den Ball gegen die OFC-Spieler Charles Elie Laprevotte (rechts) und Sebastian Zieleniecki.

Offenbach – Einst Kickers Offenbach, nun Mainz 05 - das ist im Nachwuchsbereich bis hin zur U23 des Karnevalsvereins alles andere als eine Seltenheit. So zählen bei der Reserve der 05er, die heute ab 19 Uhr auf dem Bieberer Berg gastiert, in Giuliano Modica und Paul Nebel zwei Akteure mit OFC-Vergangenheit zum Stammpersonal.

Während der 30-jährige Innenverteidiger Modica erst über Umwege (Dynamo Dresden, 1.FC Kaiserslautern, SV Wehen Wiesbaden) den Weg vom Main an den Rhein fand und dort seine Erfahrung einbringen soll, wechselte Nebel - wie viele Talente vor ihm - direkt von den Kickers zu den 05ern, wurde dort zum Junioren-Nationalspieler (bisher 23 Einsätze von der U15 bis zur U19) und lief sogar bereits fünfmal für die erste Mannschaft (viermal in der 1. Liga, einmal im DFB-Pokal) auf.

In Offenbach aus-, in Mainz weitergebildet - das hat eine gewisse Tradition. Zumal sich unter den Mitarbeitern des Leistungszentrums der 05er ebenfalls einige Ex-Offenbacher befinden. Stefan Willhardt, U13-Coach der Mainzer, war zuvor Jugendtrainer beim OFC. Er erkannte Nebels Talent 2013 bei einem Testspiel und drängte Stefan Hirschberg (damals Leiter des OFC-Leistungszentrums, seit 2014 in Mainz Sportlicher Leiter für U12 bis U16), den Spieler vom Karbener SV zu verpflichten. Nun sind also alle drei bei den 05ern und dort keineswegs alleine mit ihrer Kickers-Vergangenheit.

Die Mainzer befördern zur kommenden Saison wieder einige Akteure von der U19 in die U23, darunter auch Torwart Tristan Mohn sowie den zentralen Verteidiger Hans-Juraj Hartmann. Beide hatten bis zur U17 für den OFC gespielt. In der Reserve werden sie auf Dominik Crljenec (21) treffen, der von Bayern Alzenau kommt, aber einen Teil seiner Ausbildung ebenfalls bei den Kickers genossen hat, wo er auch den Sprung in die U18-Auswahl des DFB schaffte. Nach seiner ersten U19-Saison war der Defensivspieler zum SV Wehen Wiesbaden gewechselt, um weiterhin in der A-Junioren-Bundesliga spielen zu können. Die ersten Schritte im Seniorenbereich machte er in der Hessenliga bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, ehe er sich vor der nun endenden Saison dem FC Bayern Alzenau anschloss. Trotz des früh feststehenden Abstiegs überzeugte Crljenec und will nun bei Mainz 05 den nächsten Karriere machen - als einer von vielen Ex-Offenbachern.

Dass die Rheinhessen gerne am Main „fischen“ und die Talente teilweise per Bus von Offenbach nach Mainz zum Training fahren, damit muss man beim OFC leben. Und im Fall Jayson Breitenbach hat sich das Faible der 05er für Kickers-Jugendspieler sogar indirekt ausgezahlt. Der 23-jährige Außenverteidiger kehrt zur kommenden Saison von Drittligist 1.FC Saarbrücken an den Bieberer Berg zurück, nachdem er zwischenzeitlich vier Jahre lang in Mainz in der U17, U19 und U23 gereift war. Der OFC darf sich also auf einen bestens ausgebildeten Spieler freuen.

Von Christian Düncher

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