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Vor 25 Jahren: Als die OFC-Reserve in die Landesliga aufstieg

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Von: Holger Appel

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Polonaise auf dem Nebenfeld: So feierte das B-Team des OFC vor 25 Jahren den Aufstieg in die Verbandsliga
Polonaise auf dem Nebenfeld: So feierte das B-Team des OFC vor 25 Jahren den Aufstieg in die Verbandsliga © Erwin

Kickers Offenbach wird 2022/23 wieder eine Reserve stellen - in der Kreisoberliga. Vor 25 Jahren gelang dem B-Team der Aufstieg in die Verbandsliga. Im Interview spricht der damalige Trainer Frank Bartenstein über Offensivfußball und einen eingewechselten Sponsor.

Offenbach – Polonaise auf dem Nebenfeld: Nach einem 3:0 gegen den SV Bernbach II feierte die zweite Mannschaft der Offenbacher Kickers am drittletzten Spieltag der Saison 1996/97 in der Frankfurter Fußball-Bezirksoberliga überschwänglich den Aufstieg in die damalige Landesliga. Trainer Frank Bartenstein, 57 Jahre alt und früher selbst Oberligaspieler bei den Kickers, erinnert sich an diese Zeit.

Frank Bartenstein, was hat Ihre Mannschaft vor 25 Jahren ausgezeichnet?

Wir hatten junge und hungrige Spieler, die konnten alle kicken. Wir haben auf dem Nebenfeld hinter dem Bieberer Berg gespielt und trainiert. Wir hatten das Stadion also immer im Blick. Und die Jungs wollten alle in diesen Käfig. Bei dem einen oder anderen wie zum Beispiel Kai Giersch hat das ja auch geklappt.

Wie haben Sie damals spielen lassen?

Immer offensiv, bei uns ging es gefühlt nur nach vorn. Uns war ein 5:4 viel lieber als ein 1:0.

Frank Bartenstein, Aufstiegstrainer der OFC-Reserve
Frank Bartenstein, Aufstiegstrainer der OFC-Reserve © -

Sie hatten auch den einen oder anderen Spieler aus der ersten Mannschaft dabei.

Ja, die Absprache nach oben zur damaligen Oberligamannschaft war immer gut. Jungs wie Paul Koutsoliakos, Giuseppe Messinese oder Oliver Speth kamen damals auch bei mir zum Einsatz. Sie haben nie die Stars raushängen lassen, sondern sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Sie hatten eine Vorbildfunktion. Sie wussten, dass meine Jungs ebenfalls fünfmal die Woche trainieren und gut sind.

In den letzten beiden Partien haben Sie selbst noch mitgespielt , einmal sogar kurz vor Spielende noch den Spielausschussvorsitzenden und Sponsor Jörg Siebert eingewechselt. Was war denn da los?

Da waren wir schon Meister, da war alles gelaufen. Jörg erzählt heute noch, wie wichtig er in dieser Partie vor 25 Jahren beim 1:1 gegen den FC Dietzenbach war (lacht). Nicht zu vergessen bei den Leuten drumherum ist Kurt Schwilk, der für uns das Mädchen für alles war und super Kontakte hatte. Wir waren damals ein tolles Team auf und neben dem Platz, wir haben für die Jungs sogar eine eigene Hütte gebaut mit Kabinen wie bei den Profis. Sie steht noch immer. Wir hatten großen Spaß.

Die Kontakte bestehen auch weiterhin?

Na klar. Spieler von damals wie Thorsten Rohrbach, Kai Giersch oder Giuseppe Messinese haben in meiner Firma eine Ausbildung gemacht. So kann man noch heute Spieler locken und binden. Den einen oder anderen Spieler treffe ich noch auf den Sportplätzen, da deren Kinder wie mein Sohn Ben auch ambitioniert Fußball spielen. Wir sehen uns also immer wieder.

Nächste Saison meldet der OFC nach vielen Jahren Abstinenz wieder eine zweite Mannschaft. Was denken Sie darüber?

Das ist gut, dass die Kickers das wieder machen, aber die Abmeldung damals war völlig falsch. Die Eintracht hat ihre zweite Mannschaft 2014 zurückgezogen, wir und der FSV haben das sinnloserweise nachgemacht.

Warum bezeichnen Sie die Entscheidung damals als falsch?

Weil die Jugend für einen Verein wie den OFC die Basis sein muss, der Sprung aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum hoch zu den Profis aber viel zu groß ist. Das schafft doch fast keiner. Spieler wie Denis Huseinbasic sind die absolute Ausnahme. Und dann kannst Du den eigenen Jungs direkt nach der A-Jugend nichts anbieten – und weg sind sie.

Die neue Mannschaft beginnt jetzt vermutlich in der Kreisoberliga...

Kreisoberliga, Gruppenliga – das ist alles nicht sinnvoll für die Kickers. Das B-Team muss so schnell wie möglich in die Verbandsliga oder in die Oberliga, damit das als Unterbau passt. Wir haben damals den Aufstieg aus der Landesliga in die Oberliga auch mit ganz geringen Mitteln geschafft. Das ist die Perspektive, die man den Jungs bieten muss.

Man merkt, Sie fiebern nach wie vor mit den Kickers.

Na klar, das ist und bleibt neben Gemaa Tempelsee mein Verein. Ich bin Mitglied und ich bleibe Mitglied beim OFC. Aber ich schaue mir nicht mehr jedes Spiel in der Regionalliga an.

Haben Sie sonst noch einen Wunsch rund um Ihren Verein?

Ja, dass das Fanmuseum endlich einen Platz in unserem Stadion findet. Das gehört sich für einen Traditionsverein einfach so.

Das Gespräch führte Holger Appel

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