Niederlage wirft viele Fragen auf

OFC wacht erst nach der Pause auf

+
Offenbacher Frust nach dem 1:2 in Ulm. Von links: Sportdirektor Sead Mehic, Lucas Albrecht, Trainer Daniel Steuernagel und Torwart Daniel Endres.

Ulm - Der Fehlstart der Offenbacher Kickers in der Fußball-Regionalliga Südwest nimmt dramatische Züge an. Das 1:2 (0:2) beim SSV Ulm 1846 war das vierte Spiel ohne Sieg. Die Partie bei den Schwaben, die vorerst die Tabellenführung übernahmen, wirft viele Fragen auf. Von Jörg Moll 

OFC-Trainer Daniel Steuernagel schöpft dagegen Hoffnung aus einer couragierten zweiten Hälfte und einem tollen Debüt von Angreifer Jake Hirst. „Kratzen, beißen, spucken“ - das hatte OFC-Trainer Daniel Steuernagel vor der Partie im Ulmer Donaustadion gefordert. Erst im zweiten Durchgang und nach drei Auswechslungen sah der 38-Jährige diese Basistugenden. „Erst dann haben wir so gespielt, wie wir uns das vorstellen.“

Steuernagel hatte seine Elf gegenüber dem 0:1 gegen den FSV Mainz 05 II auf drei Positionen verändert. Für Ihab Darwiche (wie Varol Akgöz nicht im Kader), Dennis Schulte und Maik Vetter (beide Bank) begannen Lucas Albrecht, Francesco Lovric und Serkan Firat. Albrecht rückte rechts in die Innenverteidigung neben Benjamin Kirchhoff, der Schultes Part einnahm. Im defensiven Mittelfeld begann Lovric neben Göcer. Dren Hodja lief als zweite Spitze neben Florian Treske auf.

Ganze vier Minuten lang währten die Hoffnungen auf Besserung bei den Kickers. Dann segelte ein Freistoß von links in den Strafraum und Steffen Kienle bugsierte freistehend mit dem Hinterkopf den Ball zum 1:0 für die Schwaben ins Tor. Danach war von Kratzen, Beißen und Spucken beim OFC erst recht nichts mehr zu sehen. Die Ulmer kontrollierten mühelos die Partie, warteten auf Fehler der Kickers – und die kamen. In der 17. Minute stand Ardian Morina nach einem weiteren Freistoß von links im Fünfer frei, säbelte aber freistehend drüber. In der 33. Minute die nächste Einladung: Albrecht verlor an der Mittellinie im Vorwärtsgang den Ball, Steffen Kienle sprintete völlig alleine gelassen los – und vollendete cool zum 2:0. Und die Kickers? Die brachten in Hälfte eins keinen einzigen Torschuss zustande

Zur Pause reagierte Steuernagel – wieder durchaus überraschend. Er nahm Hodja und Göcer raus, brachte dafür Vetter und Jake Hirst. Zehn Minuten später kam Luka Garic für den gelb-verwarnten Lovric. „Dann hatten wir endlich die Tiefe und das Tempo im Spiel“, meinte Steuernagel: „Die zweite Hälfte war daher sehr aufschlussreich für mich“, ergänzte er.

Bilder zum OFC-Spiel in Ulm

Die Kickers sammelten sich, kamen durch Treskes Kopfbälle (57., 73.) und Direktabnahmen von Firat (64.) und Hirst (69.) zu guten Chancen. Und der aus der achten Liga geholte Angreifer belohnte sich für eine couragierte Leistung mit dem Anschlusstor zum 1:2 (79.). Nach Pass von Jan Hendrik Marx stand Hirst völlig frei und lupfte cool am Torwart vorbei ins Netz. Was für ein Debüt für den Kreisoberliga-Torjäger, der vergangene Saison 51 Tore für den TSV Bad Nauheim erzielt hatte.

OFC-Zeugnis gegen SSV Ulm

„Schade, dass wir uns nicht noch belohnt haben“, meinte Trainer Steuernagel mit Blick auf weitere Großchancen des wie entfesselt spielenden Hirst (82./86.). Am Ende stand aber das vierte Spiel ohne Sieg – und die zweite Niederlage in Folge. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim OFC weiterhin Welten. Konsequenzen muss Steuernagel aber nicht fürchten. „Präsident, Geschäftsführer und Sportdirektor wollen den Weg mit mir gehen“, versicherte er am Freitagabend in Ulm.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare