Laprevotte und Lemmer in Regionalliga etabliert

Was aus den Abgängen der Offenbacher Kickers wurde

Charles Elie Laprevotte (links) vom SV Elversberg
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Leistungsträger beim Titelrivalen: Charles Elie Laprevotte (links) kam in 24 Pflichtspielen für die SV Elversberg zum Einsatz. Gegen Ex-Klub OFC mit Serkan Firat blieb er zweimal ohne Punkte.

Mehr als eine gesamte Elf hat den Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach in der ersten Transferperiode verlassen: Zwei Torhüter und zwölf Feldspieler. Was wurde aus den Abgängen, von denen Jakob Lemmer als Leihgabe an den FC RW Koblenz nur auf Zeit ging? Wirklich verbessert hat sich die Situation nur für wenige. Eine Bilanz.

Offenbach – Dominik Draband: War absoluter Leistungsträger sowie die unangefochtene Nummer eins, büßte diesen Status jedoch mit der Verpflichtung Stephan Flauders ein. Wollte den OFC vergangene Saison verlassen, erhielt aber keine Freigabe und zog die Runde vorbildlich durch. Vor der aktuellen Spielzeit kehrte er zu seinem Ex-Verein TSG Hoffenheim II zurück, wo der 25-Jährige aber auch wegen der Ü23-Regel erst ein Spiel absolvierte - beim 1:2 gegen seinen Ex-Klub SV Elversberg. Bietet nebenbei Kurse als Fitness- und Krafttrainer an.

Felix Ferahyan: In seinem halben Jahr beim OFC kam der Torwart nur in Testspielen zum Einsatz. Der Vertrag des Deutsch-Finnen wurde nicht verlängert. Seitdem ist der 22-Jährige ohne Verein.

Maurice Pluntke: Eine „katastrophale Zeit“ seien die anderthalb Jahre beim OFC für ihn gesundheitlich und somit auch sportlich gewesen, sagte der 27-Jährige mit Blick auf sein großes Verletzungspech, das lediglich einen Kurzeinsatz zuließ. Fährt nun zweigleisig und spielt nebenbei für den ambitionierten Oberligisten 1. FC Bocholt. Der Verteidiger stand zuletzt elfmal in Folge in der Startelf (2 Tore). Die Bilanz: Zehn Siege und nur eine Niederlage.

Lucas Albrecht: Nach drei Jahren beim OFC (58 Pflichtspiele, ein Tor, fünf Vorlagen) zog es den verlässlichen Defensiv-Allrounder aus privaten Gründen zurück in die Heimat. Für Nordost-Regionalligist VSG Altglienicke kam der 30-Jährige in elf der ersten zwölf Saisonspiele zum Einsatz. Die letzten acht Partien verpasste er wegen einer Blinddarm-OP.

Marco Fritscher: Das Verletzungspech, das den Außenverteidiger beim OFC immer wieder zurückwarf (er verpasste so 20 Spiele), blieb dem Hainburger auch nach der Vertragsauflösung sowie der Rückkehr in die Regionalliga Bayern treu: Bei Viktoria Aschaffenburg zog sich der einstige Schweinfurter nach vier Spielen eine Schulterverletzung zu und fehlt seitdem.

Francesco Calabrese: Es habe sich für ihn „ein Traum“ erfüllt, hatte der einstige Jugendspieler des OFC nach seiner Rückkehr gesagt. Für den gebürtigen Offenbacher gab es allerdings ein böses Erwachen. Als Stammspieler von Bayern Alzenau gekommen, reichte es für ihn bei den Kickers - auch verletzungsbedingt - nur zu zwölf Einsätzen. Der 25-Jährige schloss sich dem Hessenligisten Hanau 93 an, wurde dort als „Königstransfer“ gepriesen. Verpasste die ersten zwei Saisonspiele verletzt und trug dann mit drei Toren und zwei Vorlagen dazu bei, dass es nach verpatztem Start kurzzeitig aufwärtsging. Das Ziel, die Aufstiegsrunde, konnte er aber auch nicht realisieren.

Leonidas Tiliudis: Aufgrund einer Schambeinentzündung kam der ehemalige Kapitän der OFC-U19 in seinen ersten beiden Spielzeiten als Profi nur einmal zum Einsatz - für sieben Minuten beim 4:0 gegen Stadtallendorf. Blieb in der Regionalliga Südwest und brachte es beim FC Gießen als Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler immerhin auf 14 Einsätze.

Charles Elie Laprevotte: Bei den Kickers war der erstliga-erprobte Franzose im defensiven Mittelfeld gesetzt, bis er sich schwer an der Schulter verletzte. Dies war auch der Grund dafür, dass die Zusammenarbeit endete. Der OFC wollte zunächst abwarten, ob Laprevotte wieder richtig fit wird. Das dauerte dem 28-Jährigen zu lange. Er nahm das Angebot des Ligarivalen SV Elversberg an. Stand bisher in sämtlichen 24 Pflichtspielen (21 in der Liga, zwei im Landes-, eins im DFB-Pokal) auf dem Platz.

Luka Garic: Das Eigengewächs kam in seinem ersten Jahr bei den Profis auf 27 Einsätze und galt als großer Hoffnungsträger. Dann häuften sich Verletzungen. 2019/20 absolvierte der Mittelfeldspieler lediglich acht Spiele, vergangene Saison immerhin 16, aber nur fünf von Anfang an. Der Dietesheimer (21) ist bis heute ohne Klub.

Tim Dierßen: Der erstligaerprobte Mittelfeldspieler (vier Einsätze für Hannover 96) erlebte in seinen eineinhalb Jahren bei den Kickers ein Wechselbad der Gefühle. Er pendelte zwischen Startelf, Bank, Tribüne und Lazarett. Letztlich bracht er es auf 18 Einsätze, bis er sich im April das Kreuzband riss. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert, einen neuen Klub fand der 25-Jährige noch nicht.

Marcell Sobotta: Fing beim OFC stark an (zehn Torbeteiligungen in den ersten 13 Spielen), ließ jedoch auch stark nach und sammelte in den folgenden 25 Einsätzen nur noch fünf Scorerpunkte. Der Vertrag mit dem Flügelspieler wurde aufgelöst. Der 24-Jährige schloss sich dem Ligarivalen TSV Steinbach Haiger an. Seine Bilanz dort ist überschaubar, auch wegen einer Schulterverletzung. Zehn Spiele absolvierte er, eins davon in der Reserve (Verbandsliga). Dort gelang ihm auch sein einziges Saisontor.

Abu Bakarr Kargbo: Als Torjäger verpflichtet, zog er sich in der Saisonvorbereitung einen Kreuzbandriss zu. Kam daher nur zu zwei Kurzeinsätzen (ein Tor). Weil der als Kargbo-Ersatz geholte Elia Soriano überzeugte und die Verantwortlichen mit fitten Spielern in die Saison gehen wollten, trennten sich die Wege vorzeitig. Der Stürmer kehrte zurück zum Berliner AK (Regionalliga Nordost). Dort traf der 28-Jährige in 23 Pflichtspielen sechsmal und bereitete drei Tore vor.

Jakob Lemmer: Das Eigengewächs des OFC (21) ist an Ligarivale FC RW Koblenz ausgeliehen, kam dort in 26 Pflichtspielen zum Einsatz, ist mit sechs Toren und zwei Vorlagen Topscorer der Rheinländer.

Moritz Reinhard: Der „Bomber“ (26), der einst aus der Gruppenliga kam, erhielt nach 40 Ligaeinsätzen (neun Tore) keinen Vertrag mehr. Sein Wechsel zum ambitionierten Hessenligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz zahlte sich aus. In 19 Punktspielen war er an 13 Toren beteiligt (4 Treffer, 9 Vorlagen).

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