Kickers Offenbach

OFC: Abgänge verbesserten sich nur selten

Die Offenbacher Kickers haben im Jahr 2020 16 Spieler abgegeben. Die Situation der OFC-Abgänge hat sich aber nur selten verbessert.
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Jubeln nicht mehr für den OFC: Der aktuelle Verein von Matias Pyysalo (links) ist unbekannt. Richard Weil (Mitte, VfB Stuttgart II) und Manolo Rodas (rechts, Bahlinger SC) sind in der Regionalliga Südwest geblieben.

Seit der vergangenen Winterpause im Jahr 2020 haben 16 Spieler den Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach verlassen, verbessert hat sich die Situation unterm Strich lediglich für wenige. Ein Überblick über die OFC-Abgänge.

Offenbach – Für einen kompletten 18-Mann-Kader auf einem offiziellen Spielberichtsbogen reicht es nicht ganz. Aus den Akteuren, die Kickers Offenbach in den vergangenen zwölf Monaten als Abgänge vermeldete, könnte man jedoch eine Elf zusammenstellen und hätte noch fünf Ersatzleute. Zwei Torhüter befinden sich darunter und 14 Feldspieler. Das ist aus ihnen geworden.

OFC-Abgänge Losic und Kurz: Vereinslos und eine Liga runter

Luka Losic: War mit 2,03 Metern der größte Spieler im Kader, hatte aber keine große Geduld. Da der Deutsch-Serbe mit seiner Rolle als Torhüter Nummer drei nicht zufrieden war, wechselte er nach nur einem halben Jahr nach Österreich. Bei Drittligist FC Kitzbühel erhoffte sich der inzwischen 20-Jährige mehr Spielpraxis. Vergebens. Ist aktuell vereinslos.

Bastian Kurz: Kam vom FC Augsburg II (Regionalliga Bayern) als U23-Offensivspieler, wurde nur fünfmal eingesetzt und kehrte zurück nach Augsburg - zum TSV Schwaben (Bayernliga).

Vom OFC nach Gießen und in die Verbandsliga: Kevin Pezzoni

Kevin Pezzoni: Der ehemalige Bundesliga-Profi war nicht der erhoffte Führungsspieler. Wurde nach nur einem halben Jahr abgegeben. Für den FC Gießen hat der Innenverteidiger jedoch nur drei Spiele absolviert. Der 31-Jährige kickt jetzt für die SG Bad Soden (Verbandsliga) und konzentriert sich auf die Karriere nach dem Fußball - in der Immobilien-Branche.

Andis Shala: Der Wandervogel wechselte nach nur einem halben Jahr in seine Heimatstadt zu Waldhof Mannheim und kam zu zwei Einsätzen in der 3. Liga. Ist nun für den Chemnitzer FC (Regionalliga Nordost) aktiv - sein elfter Verein.

OFC-Eigengewächs kommt nach erzwungenem Wechsel zu Waldhof noch nicht ganz zum Durchbruch

Gerrit Gohlke: Das Eigengewächs war beim OFC auf dem Weg zum Stammspieler. Das reichte dem Innenverteidiger aber nicht. Erzwang seinen vorzeitigen Wechsel zu Waldhof Mannheim, indem er sich mit dem Trikot des Erzrivalen ablichten ließ. Im ersten Halbjahr kam der 21-Jährige auf acht Einsätze in der 3. Liga. Diese Saison war bislang ein Wellenbad: Erst wenig berücksichtigt, zuletzt Stammkraft (neun Spiele).

Matias Pyysalo: Erster Finne im OFC-Trikot. 19 Pflichtspiele, drei Tore, drei Vorlagen. „Pokalheld“ beim 1:0 nach Verlängerung in Alzenau. Legte in seinem letzten Spiel das Tor zum 2:0-Endstand in Elversberg auf. Verabschiedete sich mit unbekanntem Ziel.

Niklas Hecht-Zirpel: Sein Fazit nach drei Jahren in Offenbach (48 Spiele, sechs Tore, drei Vorlagen): „Ich weiß, dass es als Profi nichts mehr wird, dafür bin ich mit fast 27 Jahren zu alt.“ Spielt wieder für den FC Nöttingen (Oberliga), weil das besser mit dem Studium vereinbar ist.

OFC-Abgänge: Seidel ist vereinslos, Rodas macht zwölf Spiele beim Ligakonkurrenten, Weil beim VFB II

Mario Seidel: Kam als Nummer zwei von Zweitligist FC Magdeburg, um die Nummer eins zu werden. Verlor jedoch das interne Duell mit Dominik Draband um Haaresbreite. Zeigte in Testspielen und im Hessenpokal, dass auf ihn Verlass ist. Dass er ging, sei „ein eher beiderseitiger Entschluss“ gewesen, betonte OFC-Geschäftsführer Sobotzik. Aktuell ohne Verein.

Manolo Rodas: Wurde beim SC Freiburg ausgebildet, zeigte sein Talent aber zu selten. Der linke Offensivmann kam in zwölf Spielen auf fünf Scorerpunkte, drei davon beim 4:0-Heimsieg gegen Schlusslicht Koblenz. Den 24-Jährigen zog es in den Schwarzwald zurück, er blieb in der Regionalliga Südwest: Zwölf Spiele, zwei Vorlagen für den Bahlinger SC,

Richard Weil: Kam als Aufstiegsexperte und Führungsspieler. Fing stark an, ließ jedoch - auch bedingt durch eine Verletzung - stark nach. Folgte Co-Trainer Max Lesser zu Ligarivale VfB Stuttgart II. Der 32-Jährige kam dort in 13 von 14 Spielen zum Einsatz.

Vom OFC in die Kreisliga: Ex-Bundesligaspieler Moritz Hartmann

Moritz Hartmann: Traf für den FC Ingolstadt in 44 Erstliga-Spielen 13 Mal - und für den OFC in zwölf Regionalligas-Spielen viermal. Man hatte sich mehr erwartet. Die Kickers ließen den Vertrag auslaufen. Der 34-Jährige klagte, weil ihm durch den corona-bedingten Saisonabbruch die Chancen genommen worden sei, auf die für eine automatische Verlängerung nötige Anzahl an Spielen zu kommen. Scheiterte in erster Instanz, ging aber in Berufung. Kickt in der rheinländischen Heimat für Bessenich (Kreisliga).

OFC kurz vor Vergleich mit dem aktuell vereinslosen Daghfous

Nejmeddin Daghfous: Der Top-Verdiener brachte zu selten Top-Leistungen. Weil der einstige Bundesliga-Profi Luigi Campagna im Training per Faustschlag die Nase brach, wurde ihm fristlos gekündigte. Der 34-Jährige ging in Berufung, daher platzte der Wechsel zu Ligarivale FC Gießen. Aktuell vereinslos, aber kurz davor, einen Vergleich mit dem OFC zu schließen.

Julian Scheffler: Der OFC hatte ihm bereits nach seiner ersten Saison (18 Spiele) zu verstehen gegeben, dass man ohne ihn plant. Der Linksverteidiger blieb aber und machte nur noch ein Spiel. Ist in der Hessenliga für Türk Gücü Friedberg im Einsatz.

Vom OFC zum Stammspieler in der dritten Liga

Marco Schikora: Vergangene Saison verschwieg er vor zwei Spielen, dass er krank und somit nicht fit war. Das kam nicht gut an. Dennoch in 19 von 22 Spielen eingesetzt. Der Außenverteidiger erzielte in der letzten Partie in Elversberg beide Tore beim 2:0-Sieg. Musste dennoch gehen. Ist jetzt beim Drittligisten FSV Zwickau Stammspieler.

Francesco Lovric: War vergangene Saison der Innenverteidiger mit den meisten Einsätzen (17) und Toren (drei). Erhielt nach zweieinhalb Jahren dennoch keinen neuen Vertrag. Wechselte im Oktober zum AE Karaiskakis Artas in die 2. Liga Griechenlands, in der corona-bedingt noch kein Spiel stattfand.

Pelle Hoppe: Der Angreifer (21) kam im Januar vom Chemnitzer FC. Wurde nur zweimal eingesetzt, wechselte daraufhin in die Nordost-Gruppe zu Germania Halberstadt (drei Spiele, zwei Tore). (Chrstian Düncher)

Abgänge wahrscheinlicher als Zugänge

Angesichts der stattlichen Kadergröße von aktuell 29 Spielern will sich Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach in den kommenden Wochen etwas verschlanken. Abgänge seien wahrscheinlicher als Zugänge, sagte Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Zu den Kandidaten zählen die defensiven Mittelfeldspieler Luigi Campagna (31) und Leonidas Tiliudis (20), die zuletzt getrennt vom restlichen Team trainiert hatten. Aber auch Torhüter Dominik Draband werden weiterhin Wechselambitionen nachgesagt. Obwohl der 24-Jährige vergangene Saison unumstrittene Stammkraft war, wurde in Stephan Flauder (34) eine erfahrenere neue Nummer eins verpflichtet. Zuletzt war Draband sogar nur noch die Nummer drei, da Felix Ferahyan (22) aufgrund der U23-Regel auf der Ersatzbank saß. (cd)

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