Junge, deutsche Spieler mit Erfahrung nötig

OFC wegen U23-Regel in der Zwickmühle

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Mit Jan Hendrik Marx (Mitte) kann der neue OFC-Trainer Daniel Steuernagel (links) mit Blick auf die U23-Regel nicht mehr planen, aber Talent Luca Garic (rechts) könnte ein Thema werden.

Offenbach - Elf Freunde müsst Ihr sein – dieses Kriterium ist in der Fußball-Regionalliga längst nicht mehr genug. Man muss auch die U23-Regel beachten. Von Christian Düncher 

Die Offenbacher Kickers haben zwar bereits 19 Akteure für die nächste Saison unter Vertrag, an jungen, deutschen Spielern hapert es allerdings noch. 
Bilal Jomaa Zabadne hatte vermutlich schon vergessen, wie es sich anfühlt, ein Trikot zu tragen. 17 Mal in Folge saß das Torhüter-Talent des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach nur als Zuschauer auf der Tribüne, ehe der 19-Jährige vor ein paar Wochen bei den Partien in Stadtallendorf und gegen Mannheim auf einmal wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte. Sebastian Brune, die seit-herige Nummer zwei, hatte nicht schlecht trainiert und war auch nicht verletzt, sondern musste aus Altersgründen weichen: Mit seinen 24 Jahren fällt er nicht mehr unter die U23-Regel, deren Einhaltung dem OFC vor diesen zwei Partien Probleme bereitet hatte. Und nach jetzigem Stand könnte das auch kommende Saison so sein

Vier Akteure, die am 1. Juli noch nicht das 23. Lebensjahr vollendet haben und zudem für eine DFB-Auswahl auflaufen dürfen, muss jeder Verein pro Partie auf dem Spielberichtsbogen auflisten. Von den 19 Spielern, die der OFC bisher für 2018/19 unter Vertrag hat, trifft das auf fünf zu: Zugang Julian Scheffler (1.FC Nürnberg II), die nur gelegentlich eingesetzten Semih Sentürk, Christos Stoilas und Zabadne sowie den von der U19 in den Profikader aufgerückten Gerrit Gohlke. Also überwiegend Kandidaten für die Bank – und auf der hätte man ja eigentlich gerne so viel Platz wie möglich für Alternativen.

Die anderen vier Akteure, die aktuell noch unter die U23-Regel fallen, sind in der kommenden Saison zu alt oder ihr Vertrag läuft aus. Darunter befinden sich in Außenverteidiger Jan Hendrik Marx und Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff (hat ein neues Angebot vom OFC erhalten) auch zwei Stammkräfte. Nicola Jürgens und Luca Dähn würden das Kriterium noch erfüllen, ihre Zukunft ist aber unklar. Bei beiden endet das Arbeitspapier mit der Saison. Ihre Einsatzzeiten sprechen nicht für eine Verlängerung.

Dähn (22) kam erst im Oktober, trug jedoch auch aufgrund von Verletzungen nur einmal das OFC-Trikot, als er beim Spiel in Walldorf (2:1) in der 90. Minute eingewechselt wurde. Eigengewächs Jürgens (19) kam in vier Partien nur auf 38 Spielminuten. Vergangene Saison hatte der Außenangreifer doppelt so lange auf dem Platz gestanden. Sportdirektor Sead Mehic bescheinigt Jürgens zwar, „großes Potenzial“ zu haben, betont jedoch auch: „Er muss spielen.“ Mehic will „eine Lösung“ suchen. Ein Leihgeschäft nach Vertragsverlängerung hält er für unwahrscheinlich. Daher geht die Tendenz in Richtung Abschied. Jürgens hat bereits bei Mainz 05 II vorgespielt.

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Der ein Jahr jüngere Marco Ferukoski (18) bleibt hingegen bei den Kickers, fällt jedoch nicht unter die U23-Regel, da ihm dafür ein deutscher Pass fehlt. „Er hat zwei Staatsbürgerschaften, müsste eine abgeben“, sagt Mehic. Auf die mazedonische will Ferukoski nicht verzichten, da er U21-Nationalspieler ist. Bliebe noch die slowenische, aber bei der gibt es Probleme. Mehic ist jedoch optimistisch: „Das Thema hat sich noch nicht erledigt.“

Zur Not könnte man Akteure aus der U19 hochziehen. Zuletzt trainierte der zentrale Mittelfeldspieler Luca Garic oben mit. Linksverteidiger Max Wolf, der ebenfalls mit den Profis im Trainingslager war, verlässt den OFC.

Mehic weiß, dass es alleine mit jungen Spielern nicht geht. Der Mix wird entscheidend sein. „Wir müssen ja auch unser Budget im Blick haben“, so Mehic. „Wir werden auch nicht zehn fertige Spieler holen können. Alles muss mit Bedacht erfolgen. Wir stehen in der Verantwortung, dass der Verein nicht erneut finanzielle Probleme bekommt, aber trotzdem guter Fußball geboten wird.“

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