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„Wenig Inhalt, viel Emotion“

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Von: Jörg Moll

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Starke Lösungen auf engstem Raum gefragt: OFC-Zugang Christian Derflinger (Mitte), hier im Test gegen Hanau 93, ist genau wegen dieser Qualitäten ein Mann für die Startelf im Auftaktspiel bei Wormatia Worms.
Starke Lösungen auf engstem Raum gefragt: OFC-Zugang Christian Derflinger (Mitte), hier im Test gegen Hanau 93, ist genau wegen dieser Qualitäten ein Mann für die Startelf im Auftaktspiel bei Wormatia Worms. © Hübner

Die Offenbacher Kickers sind bereit für den Saisonauftakt in der Fußball-Regionalliga Südwest. Am Sonntag geht es zu Aufsteiger Wormatia Worms.

Offenbach – Alexander Schmidt macht aus seiner Ansprache in der Kabine vor dem ersten Punktspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest kein großes Geheimnis. „Wenig Inhalt, viel Emotion“, sagt der Trainer der Offenbacher Kickers, die am Sonntag (14 Uhr) beim Aufsteiger VfR Wormatia Worms das Unternehmen Aufstieg starten. „Es geht darum, die Mentalität und die Freude aufs Spiel vorzuleben“, erklärt der neue OFC-Coach: „Inhalte gab es die ganze Woche genug.“

Seine Mannschaft sieht er für die Partie beim Meister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bestens vorbereitet. „Wir müssen den Gegner 90 Minuten physisch bearbeiten“, fordert der Fußballlehrer: „Dafür müssen alle mit und gegen den Ball arbeiten.“ Den Gegner hat Schmidt zwar beobachtet und in Videostudien analysiert, will sich aber gar nicht zu lange mit ihm beschäftigen. „Das ist eine Mannschaft, die eher einen spielerischen Ansatz wählt“, erklärt er. Zudem werde sie nach dem Aufstieg mit Selbstbewusstsein und Euphorie ins Spiel gehen.

Beides ist aber auch bei den Offenbachern deutlich zu spüren. „Wir sind bereit und motiviert für die ersten drei Punkte, die Stimmung ist super“, betont Kapitän Sebastian Zieleniecki. Der Abwehrchef weiß wie sein Trainer natürlich auch um die Bedeutung eines guten Starts. Für die Kickers, das ist zu spüren, ist die erste Auswärtsaufgabe in der Regionalliga viel mehr Lust als Last. „Zum Fußball gehört auch Lockerheit und Spaß, da müssen wir nicht noch mehr Druck aufbauen“, erklärt Schmidt: „Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel.“

Seine Spieler lässt der OFC-Coach bis zum Abschlusstraining am Samstag zappeln, wer denn nun in der Startelf stehen wird. Bis auf Torwart Maximilian Engl (Kniescheibenverletzung) und den zuletzt von Adduktorenproblemen geplagten Julian Albrecht stehen ihm alle Akteure zur Verfügung, derzeit zwei Torhüter und 20 Feldspieler. Schmidt wird also erstmals zwei Akteuren erklären müssen, dass sie nicht zum Kader der Auftaktpartie gehören werden. Eine Aufstellung habe er im Kopf, „aber es ist angesichts unseres breiten und guten Kaders schwer, sich frühzeitig festzulegen“. Eine Tendenz ist da, „bis auf zwei, drei Positionen“.

Die Personalauswahl macht er auch von den vermutlich stark veränderten Spielanforderungen im Vergleich zum physisch herausfordernden Einsatz im DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf (1:4) abhängig. „Es werden andere Kriterien wichtig sein, wir werden den Gegner bespielen müssen“, erklärt Schmidt. Dafür braucht es gute Lösungen im letzten Drittel. „Wichtig wird sein, dass wir vor dem Tor effizienter sein müssen.“ Die zwei bis drei Positionen, über die Schmidt noch rätselt, dürften am wenigsten in der Viererkette zu finden sein. Im Mittelfeld schon eher. Dort begann gegen Düsseldorf Jost Mairose, in Worms könnte nun Christian Derflinger starten, dem Schmidt bescheinigt, auf engstem Raum starke Lösungen zu finden. Auch die Besetzung des Angriffs wird ein Thema sein. Beginnt wieder der lauf- und einsatzfreudige Youngster-Sturm mit Lucas Hermes, Törles Knöll und Jakob Lemmer? Oder entscheidet sich Schmidt auch hier für eine andere Lösung? Etwa den spielstarken Philipp Hosiner oder den gegen Düsseldorf sofort gefährlichen Dejan Bozic. „Es geht um Leistung, Lieblingsspieler gibt es bei mir nicht“, erklärt Schmidt, wie er auf dem schmalen Grat wandeln will, der zwischen Motivation und Frustration trennt. Sein Abwehrchef und Kapitän Sebastian Zieleniecki hat dahingehend keine Sorge: „Worms kann kommen.“

Von Jörg Moll

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