Werben um Tosunoglu und Haas

Mittelfeldspieler Steffen Haas (rechts) gestern im Testspiel gegen den russischen Erstligisten Amkar Perm.Foto: Gamer

„Klare Absage“ für türkisches Angebot für Kickers-Stürmer / Haas „will gerne in Offenbach bleiben“

Lara(cd) Jörg Hambückers bringt so schnell nichts aus der Fassung. Ein türkischer Fußballklub hat den kaufmännischen Manager der Offenbacher Kickers nun jedoch mit seinem dreisten Werben um OFC-Stürmer Tufan Tosunoglu (20 Jahre, Vertrag bis 2010) mächtig verärgert. „Das ist ein unmögliches Verhalten“, schimpfte Hambückers und warf dem Klub, bei dem es sich um den Tabellenführer der türkischen Liga Sivaspor handeln soll, vor, gegen internationale Regeln verstoßen zu haben.

„Es gibt gewisse Schutzvorschriften, die Interessenten einhalten müssen, wenn ein Spieler noch mehr als ein Jahr Vertrag hat“, sagte Hambückers. Gemeint war das Verbot des Fußball-Weltverbandes FIFA, mit einem Spieler, der noch mindestens ein Jahr unter Vertrag steht, Gespräche ohne das Wissen seines Klubs zu führen. Doch genau das scheint bei Tufan Tosunoglu der Fall gewesen zu sein, wenngleich der türkische Verein einen Berater eingeschaltet haben soll. „Das war ein ganz windiges Ding“, so Hambückers. „Wir hatten bereits beim ersten Mal eine klare Absage erteilt.“ Der Klub ließ aber nicht locker und soll Gerüchten zufolge 300 000 Euro für einen Wechsel von Tosunoglu geboten haben, was Hambückers allerdings nicht bestätigen wollte. „Es stört mich gewaltig, dass ein junger Spieler durch so etwas verrückt gemacht wird“, ärgerte sich Hambückers. „Wir haben dem Angebot eine klare Absage erteilt und das ganze schnell in die Ablage verschoben. Es besteht unsererseits überhaupt kein Interesse, Tufan abzugeben, und dem Spieler gefällt es bei uns auch sehr gut.“

In der Tat fühlt sich der türkische Offensivspieler sehr wohl in Offenbach und betonte noch einmal, dass er in Deutschland bleiben und so schnell wie möglich mit den Kickers in die 2. Liga aufsteigen wolle. „Ich habe kein Interesse, den Verein zu wechseln. Ich habe hier in Offenbach Vertrag bis 2010 und will in dieser Zeit mit dem OFC aufsteigen.“

„Die Rückkehr zu Kickers Offenbach war für Tufan eine wichtige Entscheidung in seiner Karriere“, so Hambückers. „Die Heimatverbundenheit zum Rhein-Main-Gebiet und die Art und Weise wie sich Hans-Jürgen Boysen und Andreas Möller um ihn bemüht haben, hat da sicher großen Einfluss gehabt.“

Bemühen wollen sich die Kickers auch um eine Verlängerung des Engagements von Mittelfeldspieler Steffen Haas, der vom Erstligisten Hoffenheim ausgeliehen ist und dort noch bis 2010 Vertrag hat. Haas würde „grundsätzlich sehr gerne in Offenbach bleiben“, zumal er bislang „ein sehr schönes halbes Jahr“ bei den Kickers gehabt habe. Die Entscheidung liegt aber nicht allein bei ihm: „Nach dem Trainingslager gibt es ein erstes Gespräch“, sagte Haas. „Da wird sich dann zeigen, ob ich nach Hoffenheim zurück muss.“ Wo die Konkurrenz allerdings sehr groß ist. Ein weiteres Leihgeschäft bis 2010 wäre für Haas nur möglich, wenn vorher sein Vertrag in Hoffenheim verlängert wird. Denn Spieler, die ausgeliehen werden, müssen auch für die nächste Saison noch unter Vertrag stehen.

„Wir werden das Thema in kürzester Zeit angehen“, kündigte Sportmanager Andreas Möller Gespräche mit Hoffenheim an. „Steffen ist ein ehrgeiziger Spieler, der sich bei uns zu einem absoluten Leistungsträger entwickelt hat. Wir haben auf alle Fälle das Interesse, ihn über den Sommer hinaus zu halten. Der Spieler gehört aber leider nicht uns, sondern Hoffenheim.“ Und dorthin unterhalten die Kickers besonders über Trainer Hans-Jürgen Boysen, der vor der Verpflichtung von Ralf Rangnick ein Kandidat für den Trainerposten war, sehr gute Kontakte.

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