OFC schöpft aus Kraftakt gegen Homburg Selbstvertrauen für letzte sechs Spiele

Serkan Firat ist begeistert: „Wir haben eine unglaubliche Gier“

„Einfach geil“: Tunay Deniz, Torschütze zum 3:2 gegen Homburg, freut sich nach der Aufholjagd nach 0:2-Rückstand mit Serkan Firat (rechts). Der Rechtsaußen hatte mit dem Tor zum 1:2 das Signal zur Wende gegeben.
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„Einfach geil“: Tunay Deniz, Torschütze zum 3:2 gegen Homburg, freut sich nach der Aufholjagd nach 0:2-Rückstand mit Serkan Firat (rechts). Der Rechtsaußen hatte mit dem Tor zum 1:2 das Signal zur Wende gegeben.

Offenbach – Serkan Firat fand nur ein Attribut für das, was sich am Dienstagabend am Bieberer Berg zugetragen hatte: „Geil, einfach nur geil“, sagte der Rechtsaußen der Offenbacher Kickers über die phasenweise atemberaubende Partie zwischen dem Tabellenzweiten der Fußball-Regionalliga Südwest und dem Siebten FC Homburg. „Es macht Spaß, solche Spiele zu spielen“, meinte der Torschütze zum 1:2 beim spektakulären 3:2 (0:2).

Der 27-Jährige, der in Offenbach auch schon ganz andere Zeiten erlebt hat, gehört zu jenen Spielern, die Emotionen auf dem Platz leben und brauchen - und das auch elementar wichtig finden. Die Partie gegen die starken Saarländer, die keinen Millimeter nachgegeben hatten, sich am Ende aber dem größeren Willen der Kickers geschlagen geben mussten, war für Firat ein weiterer Beleg dafür, „was für eine geile Mannschaft wir sind, was für einen Charakter und welche Mentalität wir haben. Wir halten alle eng zusammen: Spieler, Trainerstab, Verantwortliche“.

Diese Offenbacher Qualität in diesen anspruchsvollen Tagen, unbedingt noch das Spiel drehen zu wollen, zauberte Firat ein fast verklärt wirkendes Lächeln aufs Gesicht. „Wir haben einfach eine unglaubliche Gier.“ Zum Ausdruck kam diese Entschlossenheit erst nach dem Homburger Doppelschlag zum 0:2 (14./17.). „Das waren komische Gegentore, vielleicht haben wir das als Wachmacher gebraucht“, meinte Firat: „Aber jedesmal brauche ich das nicht.“ Auffällig war dabei der Reifeprozess, den die Mannschaft durchlaufen hat. „Wir haben taktisch nichts umgestellt, sind einfach ruhig geblieben und haben unser Ding gemacht“, erklärte Firat, dessen Kopfballtor (22.) Davud Tuma (24.) mit einer Willensleistung das 2:2 folgen ließ. Die gelang auch Tunay Deniz (84.), als er nach einem Getümmel im Strafraum in Folge einer Ecke von Firat per Drehschuss das 3:2 erzielte.

Was dieser Sieg in der Tabelle wert sein wird, darüber machen sich die Offenbacher aktuell kaum Gedanken. „Wir tun gut daran, nicht auf Freiburg zu schauen“, betonte Firat angesichts von fünf Zählern Rückstand auf Freiburg, das zudem ein Spiel weniger ausgetragen hat. „Aber wir wollen unbedingt die letzten sechs Spiele gewinnen - und dann ziehen wir einen Strich drunter und sehen, was rausgekommen ist. Und wenn Freiburg dann eben Meister ist, dann gratulieren wir“, betonte Firat.

Genau aus dieser Überzeugung tanken die Offenbacher in diesen Tagen Kraft - und sind zu solchen Kraftakten wie gegen Homburg in der Lage. Vier Tage nach dem 4:0 in Kassel hatte Sreto Ristic in Ermangelung an Rotationsmöglichkeiten die gleiche Elf aufgeboten, die sich ein für Regionalliga-Verhältnisse ungewöhnlich intensives und temporeiches Duell mit Homburg lieferte. Die Partie am Samstag (14 Uhr) beim Tabellendritten SV Elversberg (72 Punkte) wird ähnlich intensiv werden. Immerhin könnten dann in Lucas Albrecht und Maik Vetter weitere Alternativen zur Verfügung stehen. „Das wird wieder ein geiles Spiel“, blickt Firat voraus: „Und wenn wir es mit der gleichen Demut und der gleichen Gier angehen, bin ich zuversichtlich.“

Von Jörg Moll

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