OFC-Dauerbrenner Marcel Gebers ist nur noch Bankdrücker

Die Zeichen stehen auf Abschied

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Kickers-Verteidiger Marcel Gebers 

Offenbach - Schaulaufen für die kommende Saison – um viel mehr geht es für die Fußballer der Offenbacher Kickers in den verbleibenden sechs Ligaspielen nicht. Von Christian Düncher

Das Thema Aufstieg ist abgehakt, aber viele Verträge laufen aus - unter anderem der von Marcel Gebers, der unter Trainer Oliver Reck zuletzt keine Rolle mehr spielte. Als die Offenbacher Kickers am 12. Oktober 2015 in Trier mit 0:6 unter die Räder kamen, war auch Marcel Gebers dabei – so wie in allen 19 Partien bis zum Jahreswechsel. Und zwar jeweils über 90 Minuten. Vor dem Rückspiel am Samstag (14 Uhr) stellt sich die Situation völlig anders dar. Der einstige Dauerbrenner wurde seit dem Trainerwechsel so gut wie nicht mehr berücksichtigt und steht daher nach nur einem Jahr vor dem Abschied.

„Ich war unter Rico Schmitt ein gesetzter Führungsspieler“, betonte Gebers. Seine Bilanz unter Oliver Reck: In neun Partien kam er nur dreimal zum Einsatz – für insgesamt 104 Minuten. Einmal fehlte er wegen einer Gelbsperre. „Das ist eine blöde Situation für mich, zumal ich eine gewisse Erfahrung habe, die ich gerne einbringen würde. Ich habe in den vergangenen Jahren über 20.000 Minuten gespielt – unter anderem in der 3. Liga. Daher kann ich das alles nicht nachvollziehen, aber ich muss es akzeptieren und respektieren“, sagte der 29 Jahre alte Defensivspieler ganz sachlich.

„Vor ein paar Wochen gab es mal ein Gespräch mit dem Trainer“, berichtete Gebers. „Er hat zuletzt halt auf andere Spieler gesetzt. Das ist okay. Er ist der Chef. Für mich ist das ein Lernprozess.“ Allerdings ein schmerzhafter. Hängen lassen will er sich aber nicht. „Ich werde trotzdem weiter im Training Gas geben und bereit sein, falls ich gebraucht werde.“ Eventuell schon gegen Trier, zumal neun Gegentreffer in zwei Spielen für Reck durchaus ein Grund sein könnten, in der Innenverteidigung etwas zu ändern. Thomas Franke agierte zuletzt unglücklich, Dennis Schulte fällt vermutlich mit muskulären Problemen aus und Julian Dudda ist für den Trainer offenbar keine echte Alternative.

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Aber auch ein Einsatz gegen Trier würde nichts daran ändern, dass Gebers in Offenbach keine Zukunft hat. Sein Vertrag läuft aus. Er wird den Verein wohl verlassen. „Ich muss meine Schlüsse ziehen, zumal ich bald 30 werde“, betonte er und stellte klar: „Natürlich rede ich mit anderen Vereinen.“

Gebers ist einer von rund 20 Spielern mit auslaufendem Arbeitspapier. Bis Ende des Monats sollen Gespräche mit den Kandidaten geführt werden, die der OFC halten will. Die angespannte Finanzsituation erschwert die Personalplanung für kommende Saison. Einstige Drittliga-Spieler wie Gebers wird man sich kaum leisten können. Die Kickers müssen noch mehr auf Talente aus der Region schauen. Eines wurde dem OFC angeboten, wechselt aber zu einem anderem Verein: Der aus dem Darmstädter Nachwuchs stammende Linksverteidiger Marco Komenda (19, SF Siegen) hat sich Borussia Mönchengladbach II (Regionalliga West) angeschlossen.

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