Kickers Offenbach

Missglückter Restart beim OFC: Zwei Pleiten drücken die Stimmung

Gedrückte Stimmung beim OFC: Präsident Joachim Wagner (links) sagte, die letzten zwei Spiele seien „schwer zu verdauen“. Geschäftsführer Thomas Sobotzik (rechts) wollte sich nicht zum verpatzten Restart äußern.
+
Gedrückte Stimmung beim OFC: Präsident Joachim Wagner (links) sagte, die letzten zwei Spiele seien „schwer zu verdauen“. Geschäftsführer Thomas Sobotzik (rechts) wollte sich nicht zum verpatzten Restart äußern.

Der Restart der Fußball-Regionalliga lief alles andere als glücklich für den OFC. Die Kickers Offenbach erreichten nur vier Punkte in vier Spielen.

Offenbach – Von wegen fröhliche Adventszeit. Bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach ist die Stimmung vor Heiligabend alles andere als rosig. „Die letzten zwei Spiele sind schwer zu verdauen“, gab Präsident Joachim Wagner zu. Und auch Angelo Barletta hätte sich gerne einen schöneren Jahresausklang gewünscht. „Ich bin ja nicht erst seit gestern im Fußball-Business und weiß, dass viele jetzt zwiegespalten sind. Vor allem unser Geschäftsführer Thomas Sobotzik, der mit Anhängern und Sponsoren in Kontakt ist, muss sich derzeit viel anhören. Das ist nicht angenehm“, sagte der OFC-Trainer nach einer kurzen und unruhigen Nacht.

Kickers Offenbach (OFC): Barletta wählt „keine negativen Worte“

Gegen ein Uhr morgens waren die Kickers vom letzten Spiel des Jahres bei der TSG Balingen zurückgekehrt, wo Barlettas Mannschaft mit 0:1 die zweite Pleite in Folge kassiert hatte. Das gab es in der Liga noch nie, seitdem der 43 Jahre alte Ex-Profi im Dezember 2019 das Amt übernommen hatte.

Wer den Deutsch-Italiener kennt, weiß, wie sehr das an ihm nagt. Dennoch habe er in der Nacht bei der Verabschiedung der Spieler (sie erhielten Hausaufgaben, haben jedoch an den Weihnachtsfeiertagen frei und kommen am 28. Dezember zurück) „keine negativen Worte“ gewählt. Er habe sich vielmehr „fürs ganze Jahr bedankt“. Alle haben stets mitgezogen und ihr Bestes gegeben, auch wenn es eine spezielle Zeit mit besonderen Situationen war. Ich glaube daran, dass wir uns mittelfristig belohnen werden.“

Für die Zukunft sei er trotz der jüngsten zwei Rückschläge zuversichtlich, betonte der Trainer. „Wir sind sehr gut aufgestellt, haben gute Charaktere und einen ausgewogen Kader. Vom Tor bis zum Sturm sind wir gut besetzt“, sagte der Coach, stellte aber klar: „Es ist immer noch alles neu. Wir machen vieles richtig, alles läuft aber noch nicht reibungslos. Ich hätte mir natürlich auch mehr Punkte gewünscht. Das gehört aber zu einem Prozess dazu. Ich weiß allerdings, dass der Druck, unbedingt punkten zu müssen, nun steigt.“

Kickers Offenbach: OFC verpflichtet Charles Elie Laprevotte

Dass der OFC trotz des ausgewogen und gut besetzten Kaders in Charles Elie Laprevotte einen weiteren Spieler verpflichtet hat, begründete Barletta folgendermaßen. Er interpretiere die Position im zentralen, defensiven Mittelfeld anders als Tunay Deniz, Tim Dierßen oder Luka Garic und bringe „mehr Erfahrung mit rein“. Er sei ein „Stratege vor der Abwehr“ und könne der Mannschaft daher helfen. Denn: „Wir müssen dominant auftreten.“

Dass Kickers Offenbach damit gegen tief stehende Gegner Probleme haben, zeigte sich zuletzt gegen Aalen (0:2) und in Balingen (0:1). Und so wurde ausgerechnet für den OFC, der sich vehement für die Fortsetzung der Saison eingesetzt hatte, der Restart zum Fehlstart: Vier Zähler aus vier Spielen sind angesichts der Offenbacher Ansprüche eine schwache Bilanz. „Uns fehlen einige Punkte. Das ist sehr schmerzhaft, gehört aber dazu“, meint Barletta, der weiterhin das große Ganze im Blick hat. Die Mannschaft sei „qualitativ und charakterlich top“, betonte er.

OFC: Warum tut sich Kickers Offenbach seit dem Restart so schwer?

Aber warum tun sich die Kickers seit dem Restart so schwer, wenn sie nicht wie gegen Kassel (5:1) früh in Führung gehen? „Es ist mühselig, nachträglich über das Spiel in Balingen zu philosophieren“, sagte Barletta. „Fehlte eventuell die Leichtigkeit? Fakt ist, dass der Ball trotz vieler Chancen nicht rein wollte. Balingen hat wie Aalen gut die Räume zugemacht. Wir haben es trotzdem sauber gespielt, aber Lehrgeld gezahlt und verloren. Das muss man unter dem Punkt Entwicklung abhaken. Es sind Kleinigkeiten, ja, Millimeter, die zwischen Erfolg und Misserfolg liegen. Das kann man sich zurückverdienen. Wir arbeiten hart daran.“ (Christian Düncher)

Hauptversammlung auf der Haupttribüne

Gemäß Satzung soll die OFC-Jahreshauptversammlung innerhalb von acht Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres (1.7. bis 30.6.) stattfinden. Dies sei aber wegen der Corona-Pandemie „aus heutiger Sicht mit Präsenz unserer Mitglieder bis Ende Februar 2021 definitiv nicht möglich“, teilte der Verein mit. Gesetzlich ist auch eine virtuelle Versammlung erlaubt. Da man aber den unmittelbaren Kontakt zu den Mitgliedern „für sehr wichtig“ erachte, wird diese auf den Zeitraum April bis Juni 2021 verschoben und an einem Wochenende als Freiluftveranstaltung auf der Haupttribüne das Stadions stattfinden. (cd)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare