Zweikampf um Platz im Sturm

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Stefan Vogler

Offenbach - Beide sind 21 Jahre alt, kamen von Bundesligisten zu den Offenbacher Kickers und konkurrieren dort um den Platz als einzige Spitze. Viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nicht zwischen Pascal Testroet und Stefan Vogler. Von Christian Düncher

Im Gegenteil: Die beiden Angreifer könnten in Sachen Charakter und Spielweise unterschiedlicher kaum sein. Für Trainer Arie van Lent macht das die Entscheidung vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Chemnitz keineswegs leichter.

Pascal Testroet

Pascal Testroet schaffte es bei Werder Bremen nicht, sich im Profikader zu etablieren. Das Selbstvertrauen des gebürtigen Bocholters hat darunter aber offenbar nicht gelitten. Zehn Treffer sind sein Ziel für diese Saison. „Zwei, drei entscheidende Tore für den Aufstieg“ sollen darunter sein, kündigte Testroet an. Fünfmal hat er bislang getroffen und damit zweimal mehr als Vogler - bei der gleichen Anzahl an Einsätzen (16). Die Nummer sieben der Kickers will gehört werden und fällt auch optisch auf. Bunte Fußballschuhe, Tattoos auf den Armen und dem Oberkörper. Dazu beim Freistoß gerne mal die „Cowboy-Pose“ von Cristiano Ronaldo, der neben David Beckham zu seinen Vorbildern zählt. Testroet ist ein extrovertierter Typ - und ein „absoluter Instinktfußballer“, wie Trainer Arie van Lent betont. Allerdings vermisst der Fußball-Lehrer bei dem „Typ mit Ecken und Kanten“ (Sportkoordinator Ramon Berndroth über Testroet) bisweilen die nötige Laufbereitschaft. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler bezeichnet sich als „typischen Strafraumstürmer“ und ist während des Spiels nicht so viel unterwegs wie sein Konkurrent. Dafür überzeugt er jedoch durch eine höhere Effektivität.

„Alle meine Treffer waren Führungstore“

„Alle meine Treffer waren Führungstore“, betonte Testroet, der viermal das 1:0 für den OFC erzielte und einmal das 2:1. Dazu kommen vier Vorlagen. „Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir zur Winterpause auf Platz vier standen“, sagte er, stellte jedoch zugleich klar: „Es hätten auch drei, vier Tore mehr sein können.“

Vogler ist bis Saisonende aus Fürth ausgeliehen, wo er für die zweite Mannschaft in 20 Regionalligaspielen zehn Treffer erzielte. Bei den Kickers konnte er bislang - eine Klasse weiter oben - nicht an diese Quote anknüpfen. Dem gebürtigen Sigmaringer fehle manchmal noch die „Abgeklärtheit vor dem Tor“, hatte van Lent unlängst festgestellt, allerdings zugleich betont: „Auch wenn er mal einen schlechten Tag hat, kann man sich darauf verlassen, dass er läuferisch und kämpferisch alles versuchen wird, um das wieder gutzumachen.“ Vogler ist ein ruhiger Typ - auf und neben dem Platz. Einer, der nicht so sehr im Mittelpunkt steht und das auch nicht unbedingt will. „Man sieht ihn manchmal wenig“, sagte Berndroth.

Gemeinsamkeiten haben sie kaum

In den letzten Punktspielen hatte Vogler den Vortritt erhalten, auch weil Testroet aufgrund einer Zwangspause Trainingsrückstand hatte. Inzwischen scheint er den aber aufgeholt zu haben. Mindestens. „Ich sehe mich nicht mehr dahinter und hoffe, dass ich am Samstag spielen werde. Natürlich gibt es das Argument, dass wir zuletzt ohne mich sieben Punkte geholt haben. Aber die Vorbereitungsphase ist dazu da, um sich zu zeigen. Und das habe ich auch gemacht. Vor allem das letzte Vorbereitungsspiel gegen Eschborn hat mir gut getan.“

In den vier Testpartien stand Vogler zwar öfter in der Anfangself, ging aber leer aus, während Testroet zweimal traf. Einmal, nachdem er Thomas Rathgeber vor einem Elfmeter den Ball abgenommen hatte. Bei Vogler unvorstellbar. Aber Gemeinsamkeiten haben sie ohnehin kaum.

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