Rugby: Frankfurter zwei Mal im Endspiel

SC 1880 hofft auf doppelte Meisterschaft

+
Hoch hinaus: Die Spieler des SC Frankfurt 1880 (rot-schwarze Trikots) wollen am Samstag zum sechsten Mal die deutsche Rugby-Meisterschaft gewinnen.

Frankfurt - Der „Kiwi“ strahlte: Endlich Sommer. Da war Lofty Stevenson, der neuseeländische Trainer des Rugby-Erstligisten SC Frankfurt 1880 zum Pressegespräch anlässlich des bevorstehenden Endspieltages gleich mal in kurzer Hose erschienen.Von Christian Düncher

Und auch seine Landsleute, von denen es im Kader der Achtziger einige gibt, werden mit großer Freude zur Kenntnis genommen haben, dass am Samstag die Sonne scheinen soll. 

Bestes Wetter also für das Finale um die Meisterschaft, in dem die Frankfurter ab 14 Uhr auf dem heimischen Sportplatz an der Feldgerichtstraße den Heidelberger RK empfangen. „Aber selbst wenn es am Samstag schneit, würde das an unserer Einstellung nichts ändern“, stellte Stevenson klar.

Rugby in Bildern

Rugby: Frankfurter zwei Mal im Endspiel

Die Rückkehr des Winters kann man wohl getrost ausschließen. Dagegen stehen die Chancen, dass der SC 1880 seinen Titel gegen den Heidelberger RK verteidigt, bestens. Schließlich haben die Achtziger den HRK in der Punktrunde zwei Mal besiegt (23:13 und 27:22) sowie aus dem Pokal geworfen (51:20), wo sie ebenfalls im Finale stehen. „Die Vergangenheit zählt aber nicht“, meint Murray Archibald, der australische Trainer des HRK. „Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften ist nicht so groß. Wir haben im Finale durchaus unsere Chance.“

Rugby lenkt „Aggressionen in Bahnen“

Für Stevenson ist es keine allzu große Überraschung, dass nun genau die beiden Mannschaften im Finale stehen, die als einzige Trainer aus großen Rugby-Nationen beschäftigen. „In Deutschland gibt es zahlreiche gute Spieler“, meint der Neuseeländer. „Aber - ohne meinen Kollegen zu nahe treten zu wollen - die Klubs benötigen Hilfe im Bereich Coaching.

Ein weiteres Problem ist das Image der Sportart hierzulande. „Rugby gilt als brutal“, weiß Uli Byszio, der Manager des SC 1880. „Fakt ist aber, dass bei uns Aggressionen in Bahnen gelenkt werden.“ Der Rugbysport, bei dem Körpereinsatz zwingend erforderlich ist, Schläge und Tritte aber verboten sind, eigne sich daher bestens zur Gewaltprävention. Denn: „Wer sich auf dem Platz ausgetobt hat, kommt danach nicht mehr auf dumme Gedanken.“ Die Nachwuchsarbeit hat bei den Achtzigern daher einen besonderen Stellenwert und zahlt sich bereits aus. So ermittelt die grötenteils aus Eigengewächsen bestehende Reserve der Achtziger am Samstag (12 Uhr) im Duell mit der SG Hannover 78/08 Ricklingen den Zweitliga-Meister. Gut möglich also, dass die Frankfurter in diesem Jahr gleich zwei Meisterschaften einfahren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare