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Weltmeisterin Alina Dollheimer genießt die Ruhe

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Von: Jörg Moll

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Bereits dreimal nahm Alina Dollheimer an Weltmeisterschaften teil, weitere dürften folgen: "Ich war zwar schon im Kinderwagen auf der Kegelbahn, aber das ist das Tolle am Kegeln. Diesen Sport kannst du bis ins hohe Alter machen." © p

Münster - Wer im Fußball das Triple - Deutsche Meisterschaft, Champions League, Weltpokal - holt und Weltmeister mit der Nationalmannschaft wird, ist ein Star und bewegt sich besser getarnt durch die Welt. Die Münsterin Alina Dollheimer dagegen bleibt im Alltag weitgehend unerkannt. Die 26-Jährige ist ein Star in einer Sportart, die medial oft unter dem Radar segelt: Kegeln. Von Jörg Moll

„Mir kommt das ganz entgegen“, sagt die Bürokauffrau eines Darmstädter Großkonzerns: „Ich stehe nicht so gerne im Rampenlicht, höchstens, wenn ich meinem Sport damit helfen kann.“ Sportlich wäre die mediale Präsenz durchaus angebracht.

Die 26-Jährige gehört zu den besten Keglerinnen der Welt, gerade gewann sie mit der deutschen Frauenmannschaft den WM-Titel. Nach Vorrundensiegen gegen Estland (8:0), Österreich (6:2) und Ungarn (5:3) stand der Einzug in die K.o.-Phase fest, in der Serbien und Tschechien (jeweils 5:3) bezwungen wurden.

Das Finale geriet vor 1000 Zuschauern im badischen Dettenheim zum Krimi: Im „Elfmeterschießen des Kegelns“, dem sogenannten Sudden Victory, hatte das deutsche Quartett um Dollheimer mit 45:39 Kegeln gegen Kroatien ganz knapp die Nase vorne.

Für Dollheimer war es nach 2009 und 2011 bereits die dritte WM-Teilnahme. Nach ihrer ersten Weltmeisterschaft, damals bei der U18, legten ihr die Nationaltrainer einen Wechsel vom Regionalligisten DJK BW Münster nahe. Dollheimer zog es zum hessischen Rivalen KSC 73 Mörfelden – eine Entscheidung, die ihr im Nachhinein mehr schadete als half.

Im gerade aufgekommenen Streit um die Richtung im deutschen Kegeln entschied sich der KSC 73 Mörfelden für den Verband Deutsche Classic-Union (DCU). Dollheimers Karriere in der Nationalmannschaft war damit vorerst beendet. Erst nach ihrem Wechsel 2016 zu Viktoria Bamberg, der beim Deutschen Kegler-Bund Classic (DKBC) gemeldet ist, kam sie wieder in Gang. Hintergrund: Nur Athleten dieses Verbandes werden ins Nationalteam berufen.

Die Oberfranken sind „der FC Bayern München des Kegelns“, erklärt Dollheimer. Gespickt mit internationalen Stars der Szene, etwa aus Tschechien oder Kroatien, eilt der Klub von Triumph zu Triumph. Dollheimer reist dabei nur an Spieltagen nach Bamberg oder zu den Auswärtsspielen an. Die Nationalspielerin trainiert weiterhin zu Hause in Münster. Daran wird sich auch nach den vier Titeln nichts ändern.

„Jetzt gilt es, diese Leistungen zu bestätigen“, sagt Dollheimer. Mit 26 Jahren aufzuhören, kommt natürlich nicht in Frage. „Ich war zwar schon im Kinderwagen auf der Kegelbahn“, sagt die Tochter einer kegelbegeisterten Münsterer Familie: „Aber das ist das Tolle am Kegeln: Diesen Sport kannst du bis ins hohe Alter machen.“ Noch ein Unterschied zum Fußball.

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