White Wings: Verpflichtung des Centers hilft Landsmann Arques

Acosta ist bei den White Wings Hanau eine Wucht unter den Körben

Voll in seinem Element: Center Michael Acosta (Mitte) wühlt gerne unterm Korb und macht als Spielertyp den Kader der White Wings Hanau komplett.
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Voll in seinem Element: Center Michael Acosta (Mitte) wühlt gerne unterm Korb und macht als Spielertyp den Kader der White Wings Hanau komplett.

Die einen nennen ihn Wühler, andere beschreiben ihn als Brecher, im Hauptberuf ist Michael Acosta Center. Und zwar seit Ende November im Trikot des Basketball-Drittligisten Ebbecke White Wings Hanau. Die Bilanz seitdem: vier Siege aus sieben Begegnungen. Es geht aufwärts. „Ich habe mich von Beginn an hier sehr wohl gefühlt“, betont der gebürtige Spanier. Dabei geholfen hat sein Landsmann Eduard Arques Lopez.

Beide kennen sich schon lange, spielten einst in spanischen Jugendteams zusammen, dann in Speyer und nun in Hanau. Dort wohnen sie sich sogar fast gegenüber. So führte Acostas erster Weg nach der Wohnungsbesichtigung zum neuen Nachbarn. „Ich kenne Edu schon lange, er ist sein sehr guter Kumpel“ freut sich der 28-Jährige.

Hanau – Auf dem Feld sind die Rollen des eingespielten Duos klar verteilt. Während Power Forward Arques auch mal nach außen ausweicht, stürzt sich Acosta mit seinen 101 Kilogramm ins Getümmel unter den Körben. Dabei hat er bei einer Körperlänge von 2,01 Metern und seiner Statur nicht unbedingt das Gardemaß für einen klassischen Center. „Er hilft uns mit seiner Präsenz ungemein und hat sich schnell eingefügt. Michael ist ein Spielertyp, den wir in Hanau längere Zeit nicht hatten, das fehlende Puzzleteil“, lobt Geschäftsführer Sebastian Lübeck den nachverpflichteten Mann mit der Trikotnummer 16.

Einsatz im Positionskampf

Acosta, der zuvor auch schon in der dritten spanischen Liga auflief, zeichne nicht nur der Einsatz im Positionskampf unter den Körben aus. „Er hat schnelle Hände, ein gutes Auge für die Mitspieler und ist auch immer mit dabei, wenn wir mit unserer Pressverteidigung den Gegner unter Druck setzen“, nennt Lübeck die Vorzüge des Spaniers.

Auch seinem Landsmann Arques habe die Verpflichtung des Kumpels weitergeholfen – auf und abseits des Spielfeldes. Er kann sich nun gemeinsam mit Matthias Fichtner auf der Flügelposition abwechseln und das körperlichere Spiel den Centern Acosta und Josef Eicher überlassen. „Das kommt Edu zugute, die Verpflichtung von Michael hat ihm einen Schub gegeben“, meint Lübeck. Das bestätigen die Zahlen. In vier der vergangenen sechs Spiele punktete Arques zweistellig, war beim 91:68-Erfolg gegen Speyer mit 14 Zählern einer der Topscorer. Das Duo setzt eine kleine, spanische Tradition bei den White Wings fort. In der vergangenen Saison lief noch Mickey Severa Rodriguez für Hanau auf, ehe es ihn zum Zweitligisten Bochum zog. Er kennt seine Nachfolger, hat sie empfohlen. Die Gefahr einer Grüppchenbildung sieht der Geschäftsführer nicht. Im Gegenteil: „Alle haben einen Top-Charakter, die Teamchemie stimmt.“

Heute gegen Löwen Erfurt

Arques 2,02 Meter groß und 98 Kilogramm schwer, misst sich „gerne mit den besten Teams“. Dazu zählen die Löwen Erfurt zwar nicht, die heute (18 Uhr) in Hanau gastieren.

Der von Coronainfektionen und Quarantänemaßnahmen zurückgeworfene Tabellenvorletzte hat nur eine von fünf Begegnungen gewonnen und anstrengende Englische Wochen vor sich. „Gegen uns wollen sie aber ganz bestimmt gewinnen. Wir müssen vor allem eine gute defensive Einstellung mitbringen“, betont Hanaus Trainer Kamil Piechucki, der die Erfurter als „solides junges Team bezeichnet“.

Bei der Niederlage in Ulm (75:87) bewiesen die Löwen ansteigende Form, was neben Spielmacher Ricky Alonzo Price Jr. am neuen Power Forward Rowell Graham Bell liegt. Ein echtes Kraftpaket – und echter Härtetest für Hanaus spanisches Duo.

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