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Alles-oder-nichts-Spiel: SG Bruchköbel braucht gegen Münster einen Sieg

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Von: Robert Giese

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Den Fight um den Klassenerhalt annehmen müssen Alen Kulenovic und die SG Bruchköbel. Gegner am Samstag ist die TSG Münster.
Den Fight um den Klassenerhalt annehmen müssen Alen Kulenovic und die SG Bruchköbel. Gegner am Samstag ist die TSG Münster. © Scheiber

Für die Handballer der SG Bruchköbel hat sich der Abstand zum rettenden Ufer der Oberliga weiter vergrößert. Am Samstag wollen sie ihre Chance wahren, doch noch den Klassenerhalt zu erreichen - doch dazu muss die SGB einen starken Gegner mit einem überragenden Rückraumspieler in die Knie zwingen. In der Aufstiegsrunde empfängt die HSG Hanau II den heißesten Kandidaten auf den Drittliga-Aufstieg.

Abstiegsrunde, TSG Münster - SG Bruchköbel (Sa., 19 Uhr): Die TSG hat einen überragenden Rückraumspieler in ihren Reihen. 42 Tore hat Patrick Weber in der Abstiegsrunde bereits erzielt, 13 davon im Hinspiel gegen Bruchköbel, womit der frühere Bundesligaspieler der torgefährlichste Spieler im Kreis der Abstiegskandidaten ist. Für Kazimir Balentovic, Sportlicher Leiter der SGB, ist es für das Rückspiel von großer Bedeutung, den Rückraumschützen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

Das dürfte für die Bruchköbeler aber größere taktische Umstellungen zur Folge haben, denn Weber „wirft auch aus zehn oder elf Metern mit einer Wucht, wie sie in der Oberliga kein anderer Spieler hat.“ Um die Torhüter gegen diesen Distanzschützen so gut wie möglich zu unterstützen, wird die Abwehr der Bruchköbeler zumindest gegen Weber offensiver agieren müssen - steht damit aber vor dem Problem, dass die anderen Spieler der TSG größere Räume haben werden. Und diese bringen ebenfalls jede Menge Qualität mit, zum Beispiel der erfahrene Linkshänder Daniel Wernig. Balentovic ist allerdings überzeugt, dass seine Mannschaft diese Herausforderung mit viel Kampfgeist angehen wird, denn schließlich geht es für Bruchköbel um alles oder nichts. „Wenn wir in Münster verlieren, müssen wir uns ernsthaft mit der Landesliga beschäftigen. Gewinnen wir, haben wir noch die Fußspitze in der Tür zur Oberliga“, unterstreicht der Sportliche Leiter die immense Bedeutung der Partie.„Außerdem muss Münster ebenfalls gewinnen, um nicht abzusteigen“, erwartet Balentovic ein umkämpftes Spiel.

„Wir dürfen Thomas Bolling keinesfalls warmwerfen“, warnt Balentovic vor dem starken gegnerischen Schlussmann, gegen den sich die SGB keine halbgaren Abschlüsse erlauben darf. Dabei stehen dem Bruchköbeler Trainer Tegaday Ramos-Nuez die gleichen Spieler wie in der Vorwoche zur Verfügung, eventuell könnte auch Kreisläufer Luca Junker bereits sein Comeback geben.

Aufstiegsrunde, HSG Hanau II - HSG Pohlheim (Sa., 18 Uhr): Die Mittelhessen sind souveräner Tabellenführer der Aufstiegsrunde und könnten am Samstag einen großen Schritt Richtung 3. Liga machen, Hanau wäre dabei jedoch gerne ein Stolperstein. „Wir wollen uns teuer verkaufen und Pohlheim so lange wie möglich ärgern“, so Norbert Wess, der Trainer der Hanauer. Im Hinspiel hatte das gut 40 Minuten lang funktioniert, beim zweiten Duell - nun vor eigenem Publikum - erhoffen sich die Hanauer dank des Heimvorteils eine Steigerung: „Zu Hause fühlen wir uns einfach wohl.“ Dass ein gutes Gefühl aber nicht ausreichen dürfte, um dem Tabellenführer in die Suppe zu spucken, ist auch Wess bewusst, weshalb dieser sich in erster Linie auf spielerische Faktoren verlassen will - und zuallererst auf die eigene Defensive. „Wir müssen von Anfang an gut verteidigen“, wiederholt der Hanauer Trainer die Marschroute, die bereits in der gesamten Saison gilt, und die sein Team bisher nahezu ausnahmslos gut umgesetzt hat.

Das sei gegen Pohlheim besonders wichtig, denn die Mittelhessen haben neben dem überragenden Stefan Lex zahlreiche weitere starke Spieler in ihren Reihen. „Lex zieht bei ihnen die Fäden, aber es gibt da auch Spieler wie Kreisläufer Moritz Lambrecht, der mit seinen guten Sperren ebenfalls ein Faktor ist“, warnt Wess davor, sich nur auf den Pohlheimer Torjäger zu konzentrieren. Auf der Hut sein müsse seine Mannschaft dabei nicht nur dann, wenn der Tabellenerste im gebundenen Spiel sei, sondern auch dann, wann immer Pohlheim über die Zweite Welle den Weg zum Tor suche - und Lex dabei in Wurfposition bringe.

Auf Hanau wartet aber auch im Angriff viel Arbeit, denn die Abwehr der Mittelhessen lasse sich nicht so einfach knacken. Gegen die stabile 6:0-Deckung müsse seine Mannschaft „Lösungen finden und in die Kreuzbewegungen kommen“, fordert Wess: „Und außerdem dürfen wir uns nicht so viele technische Fehler erlauben.“

Ein gutes Mittel könnten auch schnelle, einfache Tore sein - und damit das Spiel, das Hanau ohnehin bevorzugt. Obwohl das stärkste Team der Liga in Hanau gastiert, freut sich Wess auf das Kräftemessen: „Das ist eine Herausforderung, da können wir uns mit den Großen messen und jeder bei uns kann zeigen, was er kann.“

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