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Angelo Barletta ist nach zwei Jahren zurück bei Bayern Alzenau

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Gibt in Alzenau wieder den Takt vor: Angelo Barletta ist nach den Stationen Kickers Offenbach und FSV Frankfurt zurück beim unterfränkischen Hessenligisten und Abstiegsrundenrivalen des FC Hanau 93.
Gibt in Alzenau wieder den Takt vor: Angelo Barletta ist nach den Stationen Kickers Offenbach und FSV Frankfurt zurück beim unterfränkischen Hessenligisten und Abstiegsrundenrivalen des FC Hanau 93. © Scheiber

Angelo Barletta ist zurück beim Hessenligisten FC Bayern Alzenau und hat zum Jahreswechsel die Nachfolge von Peter Sprung und Murat Özbahar angetreten. „Angelo hat bei uns schon einmal eine herausragende Epoche als Trainer geprägt. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen. Deswegen war es die logische Konsequenz, dass wir ihn verpflichtet haben, nachdem er auf dem Markt war“, berichtete Vereinschef Andreas Trageser.

Alzenau – Neben der Tätigkeit als Coach der ersten Mannschaft ist der 44 Jahre alte Ex-Profi nun auch für die Ausbildung und Entwicklung der Talente im Nachwuchsbereich der Bayern verantwortlich. „Ein ähnliches, sehr erfolgreiches Modell hatten wir bereits in der Amtszeit von Jochen Seitz“, so Trageser. Künftig sollen die Talente der Region die Möglichkeit haben, sich in Alzenau noch stärker mit ihren individuellen Stärken und ohne vorgegebene Zwänge entfalten zu können.

Wer als Co-Trainer agieren wird, steht noch nicht fest. Veränderungen dürfte es dagegen innerhalb der Mannschaft geben. Neben dem Abgang von Peter Sprung liegt für Stürmer Mingi Kang ein Angebot des Regionalligisten TSG Hoffenheim II vor. „Wir werden unseren Kader in den nächsten Tagen überprüfen und gegebenenfalls nachjustieren“, so Trageser.

Am 11. Januar will Barletta seinen Dienst auf dem Fußballplatz antreten und seine Elf erstmals zum Training bitten. Im Interview spricht er über das neue Jugendprojekt, Ex-Champions-League-Spieler Jose Holebas und seinen überraschenden Wechsel nach Offenbach.

Herr Barletta, nach fast genau zwei Jahren sind Sie wieder beim FC Bayern Alzenau angekommen. Wie fühlt sich die Rückkehr für Sie an?

Sehr schön, ich verbinde es mit einem gewissen nach Hause kommen. Als ich mich das erste Mal mit Andi Trageser getroffen habe und wir im Stadion waren, war gleich wieder ein vertrautes Gefühl da. Es war damals eine sehr schöne Zeit, deswegen habe ich sehr viele positive Erinnerungen.

Sie haben zur Winterpause der Saison 2019/2020 den Verein überraschend in Richtung Kickers Offenbach verlassen. Glauben Sie, dass Ihnen die Alzenauer Anhänger diesen Schritt schon verziehen haben?

Der eine oder andere bestimmt noch nicht. Aber es ist alles vergänglich. Ich glaube, wenn wir wieder sauber arbeiten, das geplante Projekt umsetzen und man sieht, dass sich etwas bewegt. Dann wird mir hoffentlich auch der Letzte, der jetzt noch sauer ist, den damaligen Wechsel verzeihen.

Wenn Sie einen Vergleich zwischen ihrem ersten Amtsantritt im Sommer 2016 und jetzt ziehen. Wo stand Bayern Alzenau damals und im Vergleich dazu heute?

Auf einem fast ähnlichen Stand. Als ich von Griesheim gekommen bin, hat Alzenau in der Vorsaison nur deswegen die Klasse gehalten, weil Wiesbaden und Eschborn zurückgezogen haben. Damals mussten wir einen Neuaufbau betreiben, weil viele Spieler den Verein verlassen haben. Jetzt steht in der Winterpause ein Team zur Verfügung, welches das vorherige Trainerteam zusammengestellt hat. Mit Wilke und Holebas haben wir zwei sehr erfahrene Spieler, dazu viele junge Akteure mit Potenzial. Das Hauptaugenmerk liegt aber erst einmal ganz klar auf dem Klassenerhalt.

Ihre beiden Profistationen als Trainer in Offenbach und beim FSV Frankfurt waren jeweils nur von kurzer Dauer. Was sind ihre wichtigsten Erkenntnisse aus der Arbeit als hauptberuflicher Coach?

In Kürze zusammengefasst. Ich liebe den Fußball und liebe es auch, Spieler zu entwickeln. Im Profibereich hast du viel mehr Druck und viel weniger Zeit, um dich entfalten zu können. Das sind Erkenntnisse, die mich irgendwo prägen. Aber ich möchte auch nach vorne schauen und mich auf das neue Projekt in Alzenau fokussieren.

Nach der Entlassung von Sprung und Özbahar werden mit Ihrer Verpflichtung auch große Erwartungen in Alzenau verknüpft. Birgt diese Erwartungshaltung nicht auch gewisse Gefahren für sie?

Ja, ich gehe natürlich ein gewisses Risiko ein. Auch wenn man momentan erklärt, dass man mehr in die Jugend und in die Entwicklung reingehen will, ist das schnell vergessen, wenn nach drei, vier Wochen nur negative Ergebnisse eingefahren wurden. Und trotzdem hat man die Erwartungshaltung, dass es mit mir etwas besser geht. Wir müssen uns verbessern, wenn wir die Klasse halten wollen. Nur die Schritte werden etwas kleiner wie vor zwei Jahren sein.

Sie gelten als erfolgsbesessen und extrem ehrgeizig. Welche Ziele haben sie sich für ihre zweite Amtszeit gesetzt?

Es ist eine neue Facette, der ich mich stelle. Beim ersten Mal haben wir durch teilweise sehr aggressive Transfers den schnellen Erfolg gesucht. Auch wenn wir immer sehr bescheiden aufgetreten sind, haben wir so gearbeitet, dass wir den maximalen Erfolg generieren wollten. Jetzt wollen wir längerfristig agieren und den jungen Eigengewächsen mit viel Zeit und Energie die Plattform bieten, um sich nachhaltig zu Top-Spielern entwickeln zu können.

Zur aktuellen Situation. Ihre Mannschaft geht zwar als Spitzenreiter der Abstiegsrunde in den zweiten Saisonabschnitt. Wie schwer wird es trotzdem, den Klassenerhalt in der Hessenliga zu sichern?

Es wird sehr schwer, weil es viele Mannschaften in der Abstiegsrunde gibt, die eine gestandene Truppe haben. Wir müssen schauen, wie wir mit unserer jungen Elf die heikle Situation meistern und den Vorsprung halten können. Mit Peter Sprung fehlt nun auch ein Spieler, der eine tragende Figur war.

Wie gut kennen sie den aktuellen Alzenauer Kader? Wo sehen sie Stärken und Schwächen?

Die Mannschaft ist sehr, sehr jung. Aber da wollen wir ja auch hin. Mir ist aufgefallen, dass es sehr viele Zentrumspieler gibt. Ich würde mir vielleicht noch einen zentralen Linksfuß wünschen, der auch in der Viererkette spielen könnte.

Planen sie schon personelle Veränderungen in der Winterpause? Bleibt Jose Holebas, der gerade auch wegen der engen Beziehungen zu Sprung und Özbahar nach Alzenau gewechselt ist, weiterhin bei den Bayern?

Wenn sich personelle Veränderungen realisieren lassen, dann ja. Mit Jose Holebas habe ich schon den ersten Kontakt aufgenommen. Wir werden in naher Zukunft weitere Gespräche führen.

Abschließende Frage. Sollte es tatsächlich zum Super-GAU „Abstieg in die Verbandsliga“ kommen. Bleiben sie dann auch in Alzenau?

Ja, mein Vertrag gilt auch für die Verbandsliga.

Das Gespräch führte Jörg Albert

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