Anstrengendes Wechselspiel

Daniel-Pascal Virag spielt bei Viktoria Schaafheim Fußball und ringt für ASV

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Daniel-Pascal Virag (rot) ringt für den ASV Schaafheim II in der Hessenliga. Hier liefert er sich ein Duell mit dem ehemaligen Erstliga-Ringer Andreas Eichheimer vom KSV Seeheim. J  Foto:

Schaafheim -  Wenn der Fußball-Spieltag und der Wettkampftag der Ringer auf einen Tag fallen, dann hat Daniel-Pascal Virag alle Hände voll zu tun. Denn er schnürt nicht nur für die Schaafheimer Viktoria die Schuhe, sondern geht auch für den ASV auf die Matte. Von Patrick Eickhoff

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Steffen Schrod, Trainer bei Viktoria Schaafheim, kann davon momentan ein Lied singen. „Seit sechs Wochen haben wir enorme Personalprobleme, waren am Wochenende nur fünf Mann in der ersten Mannschaft und mussten das Spiel verlegen“, bedauert er. Woche für Woche stellen sich dem Übungsleiter die gleichen Fragen: Wer spielt wo? Wer kickt vielleicht sogar in beiden Fußball-Mannschaften? Eine besondere Rolle nimmt dabei Mittelfeldspieler Daniel-Pascal Virag ein.

Der spielt nicht nur sonntags Fußball für die Viktoria, sondern geht meist abends zuvor auch als Ringer des ASV Schaafheim auf die Matte. Ein sportliches Wochenendprogramm. „Das Wichtige ist, dass es Spaß macht. Ich versuche zu helfen, wo ich kann“, sagt Virag, der am Tag der Wiedervereinigung (3. Oktober) gleich in beiden Sportarten gefordert war.

Daniel-Pascal Virag.

13 Uhr: Virag läuft für die zweite Mannschaft der Viktoria in der C-Klasse gegen den FSV Schlierbach auf, wird zur Halbzeit ausgewechselt. „Das war mit beiden Trainern abgesprochen. Ich weiß um die Situation beim Fußball und habe es angeboten.“ Um 14.30 Uhr steht das Wiegen bei den Hessenliga-Ringern des ASV Schaafheim II vor dem Derby mit der FSV Münster auf dem Programm. Virags Plan geht auf: „Ich habe meinen Kampf vorgezogen, um halbwegs pünktlich wieder bei den Fußballern zu sein.“ Denn um 15 Uhr startet die Kreisoberliga-Begegnung zwischen der Viktoria und dem FV Mümling-Grumbach – mit dem 29-Jährigen auf der Ersatzbank. „Wir mussten ihn allerdings schneller einwechseln als geplant, aber er ist ja fit“, sagt Trainer Schrod und lacht. „Also abgefallen ist er auf gar keinen Fall. Ich musste ihn ja notgedrungen vorne in den Sturm stellen und da hat er seine Meter gemacht“, lobt Schrod.

Erlebt hat Virag das vor ein paar Jahren schon einmal. „Das ist sehr anstrengend, allerdings sind das zwei komplett unterschiedliche Arten der Kondition“, sagt er. Eine Begegnung abzusagen, stand überhaupt nicht zur Debatte. „Ich kann schlecht Nein sagen“, gibt er zu. Außerdem wisse er, welche Bedeutung die Partien haben. „Teamgeist ist mir besonders wichtig, deshalb will ich niemanden im Stich lassen und versuche, beide Sportarten so gut es geht unter einen Hut zu bekommen.“

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Auch die Schichtarbeit als Koch hindert ihn daran nicht. „Meistens liegen die Trainingseinheiten vom Ringen und Fußball auf dem gleichen Tag – das ist dann schwierig. Manchmal wird das Kicken verlegt, ich versuche, so oft es geht da zu sein.“ Notfalls eben auch an einem Tag für beide Vereine. „Dann hilft ein gutes Frühstück und viel Flüssigkeit“, erläutert er. „Beide Trainer zeigen viel Verständnis. Die Fußballer haben gesagt, ich soll mir nach dem Ringen meine Zeit nehmen und brauche mich nicht zu hetzen“, schildert er.

Aus sportlicher Sicht war der Tag zwar besonders, allerdings nicht sehr erfolgreich. Mit den Fußballern der Viktoria unterlag er 1:5 und 0:2. Seinen Einzelkampf im Ringen verlor er unglücklich. Jedoch feierten die Schaafheimer mit dem 13:9 im Derby ihren ersten Saisonerfolg. „Das ist das, was zählt.“

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