Interview mit Abteilungsleiter

„Gesunde Alternative zum EOSC“: FC Asteras Offenbach gründet Basketball-Abteilung

Korbjäger in Offenbach: Beim FC Asteras wird jetzt auch Basketball gespielt.

Der FC Asteras Offenbach will sich im Schatten des EOSC einen Namen im Basketball machen. 

Offenbach – Der FC Asteras Offenbach geht neue Wege. Als Futsal-Standort bekannt, hat der griechische Verein eine Basketball-Abteilung gegründet. Im Schatten des EOSC wollen sich die Korbjäger einen Namen machen.

Im Interview spricht Abteilungsleiter Dimitrios Karzis über die Gründung, die griechische Faszination am Basketball und warum Maskottchen in der Kreisliga B Sinn machen.

Wie und wann ist die Idee gereift, eine Basketball-Abteilung zu gründen?

Unser Verein ist 2016 gegründet worden und war anfangs spezialisiert auf Futsal. Nach zwei erfolgreichen Jahren war der Vorstand der Meinung, dass eine Erweiterung auf Basketball eine große Bereicherung sein könnte. Der Verein und ich waren uns schnell über das große Potenzial einer Basketballmannschaft in Offenbach einig. Wir haben dann mit vereinten Kräften daran gearbeitet.

Und hat sich die Arbeit ausgezahlt?

Ja, glücklicherweise sogar schnell. Das Interesse an unserer Mannschaft ist von Trainingseinheit zu Trainingseinheit immer größer geworden. Bereits nach kurzer Zeit hat sich eine konkurrenzfähige Mannschaft gebildet, die seit April das Training aufgenommen hat und die Werte des Vereins verinnerlicht hat.

Welche sind das?

Wir wollen allen das Gefühl geben, Teil einer großen Familie zu sein. Natürlich will man in einem Sportverein immer den Erfolg. Es geht aber, genauso wie bei unserer Futsal-Mannschaft, in erster Linie darum, den Spielern eine gute Plattform zu bieten. Und die Jugendlichen können als Mensch wachsen. Das hat bei uns absolute Priorität.

FC Asteras Offenbach: 20 Spieler aus unterschiedlichen Nationalitäten im Kader

Wie viele Spieler gibt es und woher kommen sie?

Aktuell formen 20 Spieler aus unterschiedlichen Nationalitäten unseren Kader. Die meisten davon sind aus Offenbach und Frankfurt. Wir haben aber auch Spieler, die 30 Kilometer pro Strecke zurücklegen, um Teil des Vereins zu sein. Das ist ein tolles Zeichen für die Mannschaft.

In Deutschland fristet Basketball trotz der gestiegenen Anzahl an NBA-Profis eher ein Nischendasein. Wie ist es in Griechenland?

In der Geschichte des griechischen Sports spielt Basketball eine große Rolle und ist entsprechend sehr populär. Sowohl auf Vereins-, als auch auf Nationalmannschaftsebene sind wir sehr erfolgreich. Vor allem im europäischen Basketball ist Griechenland nicht wegzudenken.

Und der wertvollste NBA-Spieler in der vergangenen Saison war in Giannis Antetokounmpo auch ein Grieche ...

Basketball-Abteilungsleiter Dimitrios Karzis.

Dass er zu so einer Berühmtheit wurde, macht uns Griechen stolz. Zu sehen, wie er zum wertvollsten Spieler der stärksten Liga der Welt gewählt wurde, ist ein unbeschreiblich schönes Ereignis für uns alle.

Mit dem EOSC ist ein Traditionsklub in der Nachbarschaft. Inwieweit ist man Partner oder Rivale?

Das Verhältnis zum EOSC ist sehr gut. Wir tauschen uns ab und zu aus, da wir der Meinung sind, dass wir voneinander profitieren und wachsen können. Immerhin haben einige Spieler wie auch ich eine EOSC-Vergangenheit.

Lässt sich da schon ein Vergleich der Klubs ziehen?

Nein, unseren Verein gibt es erst seit drei Jahren und unsere Basketballmannschaft erst seit kurzer Zeit. Entsprechend trennen uns momentan drei Ligen. Aber wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir langfristig eine gesunde Alternative zum EOSC in Offenbach sein wollen.

Tolle Kulisse beim ersten Heimspiel des FC Asteras Offenbach

Nicht selten ist die problematische Hallensituation ein Thema in Offenbach - auch bei Ihnen?

Die Hallensituation ist in der Tat schwierig. Ich finde, dass das Konzept umstrukturiert werden muss. Es herrscht ein harter Kampf in Offenbach um Hallenzeiten, da es sehr viele Vereine gibt, aber nur begrenzte Kapazitäten. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es besser wird.

Sportlich lief es mit dem Auftaktsieg gegen die SG Alzenau/Mühlheim gleich gut. Wie fällt Ihr Fazit der Heimspielpremiere in der Kreisliga B aus?

Wir haben vor großer Kulisse 68:50 gewonnen. Es ist für ein Spiel in dieser Klasse unglaublich, dass mehr als 100 Zuschauer kommen und das Team anfeuern. Wir versuchen, immer etwas zu bieten. Ein DJ und unser Maskottchen Yanoulis heizen vor dem Spiel und zu jeder Pause dem Publikum ein. Zudem werfen wir Geschenke in die Menge. Das dürfte einmalig auf Amateur-Ebene sein.

Das Gespräch führte Jörn Polzin

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