White Wings Hanau

Auch ohne Absicherung gut dabei: White Wings sind aber vor Dresden gewarnt

Mitspieler im Blick: Der bei seinem Debüt überzeugende Zugang Daniel Loh trifft mit den White Wings am Samstag auf Tabellenführer Dresden.
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Mitspieler im Blick: Der bei seinem Debüt überzeugende Zugang Daniel Loh trifft mit den White Wings am Samstag auf Tabellenführer Dresden.

Zum Wochenstart fühlte sich Sebastian Lübeck an den Deadline Day im Fußball erinnert. An jenen Tag, wenn die Wechselfrist verstreicht und die letzten Deals an Land gezogen werden. Auch bei den Basketballern sind Last-Minute-Transfers beliebt, wenn auch alles etwas überschaubarer. Mittendrin Drittligist Hanau White Wings um Geschäftsführer Lübeck, die sich sehr um eine Verstärkung auf der Flügelposition bemühten:

Hanau – Videomaterial sichten, Agenten kontaktieren, Angebotspakete rausschicken. So gestalteten sich die Stunden vor Schließung des Transferfensters am Montag - vergebens. „Wir waren mit mehreren Kandidaten in guten Gesprächen, bei einem hatten wir bereits die Zusage. Doch es ist an der Freigabe des abgebenden Vereins gescheitert“, bedauert Lübeck. „Das ist ärgerlich, aber wir können es leider nicht ändern. Es lag schließlich nicht an uns.“

Das Anforderungsprofil war klar gesteckt: Der Neue sollte den Kader nicht nur ergänzen, sondern die nötige Qualität besitzen, um gleich ein Aktivposten zu sein. „Dafür waren wir bereit, etwas zu investieren. Es wäre eine Absicherung in Richtung Play-off-Teilnahme gewesen, aber auch so sind wir von der Qualität im Kader überzeugt“, sagt Lübeck.

Zumal der vor Wochenfrist verpflichtete Daniel Loh gegen den FC Bayern München II (63:54) einen guten Eindruck hinterlassen hat, vor allem viel Spielfreude vermittelt. „Zehn Punkte waren sogar mein Bestwert in der 2. und 3. Liga“, erzählt Loh augenzwinkernd. Denn dieser Wert ist relativ zu sehen. Bei seinen vorigen Stationen in Heidelberg (Pro A) und Speyer (Pro B) sowie seinem Erstliga-Engagement in Göttingen kam er selten bis gar nicht zum Einsatz, für Hanau stand er bei seinem Debüt 30 Minuten auf dem Feld – mehr als alle anderen Teamkollegen.

Stammcenter Demetrio ist wieder ins Training eingestiegen

Gut möglich, dass Loh am Samstag (19 Uhr) gegen Dresden erneut starten wird, da Stammcenter Victor Demetrio zwar mittrainierte – ohne Vollkontakt – aber nach seiner Schulterverletzung noch nicht vollständig hergestellt ist. Klar ist: Mit der Verpflichtung von Loh ist der ohnehin kaum berücksichtige Backup Irvin Katumbayi nun komplett außen vor.

Anders als beim Arbeitssieg gegen München wird die Mannschaft von Trainer Kamil Piechucki am Samstag einen Sahnetag brauchen, um mithalten zu können. Tabellenführer Dresden hat nur zwei seiner 14 Spiele verloren und richtet den Blick gen Pro A. „Sie haben eine brutale Qualität, konnten ihre Leistungsträger halten und sich noch auf der einen oder anderen Position verstärken“, betont der White-Wings-Geschäftsführer. Wie mit Power Forward Tanner Graham (13,7 Punkte im Schnitt) und Spielmacher Grant Teichmann (15,1), die mit Center Georg Voigtmann (13,8) ein treffsicheres Trio bilden.

Einen Eindruck von der Dresdner Stärke erhielten die White Wings bei der 85:100-Niederlage zum Saisonauftakt. „Abschenken werden wir aber nichts und wollen das Spiel klauen“, meint Lübeck. Mitwirken soll dann auch der angeschlagene Guard Dewrell „JD“ Tidale, der gegen die Bayern umgeknickt war. Erstmals im Kader stehen wird aller Voraussicht nach ein vielversprechendes Talent. Der 15 Jahre alte Eren Yildiz, Leistungsträger des U16-Bundesligateams der Hanauer, trainiert bereits mit dem Pro-B-Team. „Es soll eine Belohnung und zugleich eine Motivation für ihn sein, weiter an sich zu arbeiten“, betont Lübeck. (Von Jörn Polzin)

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